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Bau des Kramertunnels schreitet voran

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Kramertunnel
Auf einer Länge von über 3,5 km ist die Hauptröhre des Kramertunnels nun durchgängig ausgebrochen. Das entspricht einem Ausbruchsvolumen von ca. 375.000 Kubikmetern. © StBAWM

GAP – Der seit Anfang Februar 2020 teilweise gleichzeitig laufende Süd- und Nordvortrieb für die Hauptröhre des Kramertunnel hat mit dem vollzogenen „Durchschlag“ am 27. Oktober sein Ziel erreicht. Der Durchschlag erfolgte im oberen Querschnittsbereich (Kalotte) ganz in der Nähe des künftigen Lüftungsbauwerks in ca. 95 m Tiefe – direkt unter dem Kramerplateau.

„Unsere Mission ‚Verkehrsentlastung Loisachtal‘ kommt wieder einen Riesenschritt voran: Der Kramertunnel ist einer von insgesamt fünf Tunneln, mit denen wir die Anwohner des Loi­sachtals vom Durchgangsverkehr entlasten und die Straßen sicherer machen. Das zeigt: Wir machen Tempo, und zwar auf Topniveau,“ sagte (Noch-)Bundesminister Andreas Scheuer.

Raphael Zuber, Abteilungsleiter Bergmännischer Tunnelbau am Staatlichen Bauamt Weilheim und verantwortlich für den Bau des Kramertunnels, freute sich über die tolle Leistung: „Die Mineure vor Ort haben eine hervorragende Arbeit geleistet. Dies ist ein großer Schritt in Richtung Verkehrsfreigabe. Damit haben wir auch den herausfordernden Bergsturzbereich erfolgreich gemeistert. Der Ausbruch des mit 3.609 m längsten bayerischen Straßentunnels ist so gut wie fertig“, bestätigt Zuber. Das Ausbruchsvolumen an Bergmaterial für die neue Hauptröhre umfasst knapp 375.000 m3.

Nächste Schritte sind der Durchschlag für den künftigen Rettungsstollen sowie die Intensivierung der Arbeiten an der bis zu 60 cm dicken Tunnelinnenschale. Diese zweiteilige Tunnelschale besteht aus einer Spritzbetonaußenschale, die bereits während des Tunnelvortriebs erstellt wurde, und der Tunnel­innenschale.

Diese wird größtenteils mit einem dauerhaft wirkenden Drainagesystem konzipiert; die Abdichtung erfolgt nach dem „Regenschirmprinzip“: Die Tunnelröhre wird im Gewölbe mit einer Kunststoffdichtungsbahn, einer speziellen 2 mm starken Abdichtungsfolie, und einer außenliegenden Schutzschicht abgedichtet. Die Ableitung der anfallenden Bergwässer erfolgt später durch Drainagerohre. Davon ausgenommen sind der Bergsturzbereich und der Bereich „Durerlaine“ im Bauabschnitt Süd. Diese werden mit einem druck- und wasserhaltenden Abdichtungssystem versehen, um eine Wiederherstellung der ursprünglichen Bergwasserverhältnisse zu ermöglichen. kb

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