Hinterglasmalerei
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Christina und Peter Dichtl laden zur Garten- und Atelierausstellung ein. Gezeigt wird die ganze Bandbreite der Hinterglasmalerei.

Christina & Peter Dichtl laden zur Garten- und Atelierausstellung ein

Faszinierende Hinterglasmalerei

  • VonGünter Bitala
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Bad Bayersoien – Eigentlich möchte Christina Dichtl nicht klagen. Die Bad Bayersoierin hatte während der Pandemie jede Menge Aufträge. Was ihr allerdings fehlte, war der Austausch mit anderen Kunstschaffenden und das Gespräch mit den Menschen, die ihre Arbeiten mögen. Also wird es Zeit: Die Türe zum Atelier öffnen. Gäste einladen. Neue Bilder zeigen. Vater und Tochter Dichtl präsentieren ihre Garten- und Atelierausstellung.

Nach dem Gymnasium zog es Christina Dichtl 1992 an die Schnitzschule in Oberammergau. Sie sagt: „Ich wollte nie einen eintönigen Bürojob, sondern immer schon etwas mit den Händen machen.“ Ihr Lehrer war Konrad Saal. „Bei uns an der Schnitzschule fiel Christina rasch durch ihr Talent und ihren Fleiß auf“, urteilte Saal einmal. Mit dem Bayerischen Staatspreis in der Tasche wechselte Dichtl zur Bildhauerklasse an der Akademie für bildende Künste in München. Rückblickend: „Dort konnte ich viel selbstständig ausprobieren.. Frei arbeiten.“

Seit zwei Jahrzehnten ist sie freischaffend tätig; organisiert Einzelausstellungen, beteiligt sich an Gruppenausstellungen. Nimmt an Symposien und Wettbewerben teil. Christina Dichtl gehört zur ‚Lebenden Werkstätte Pilatushaus Oberammergau‘, zur Künstlervereinigung Tusculum e.V. Murnau, zu den Ammertaler Kunsthandwerkern und zu ‚Unser Hoamat‘ Garmisch-Partenkirchen. Mittlerweile greift Christina Dichtl etwas seltener zum Schnitzmesser. Sie malt mehr, entwirft Mosaike: „Glas, Kiesel, Fliesen und anderen Materialien lassen sich wunderbar zu Bilder, Wand- und Bodenbeläge sowie Skulpturen verarbeiten.“ Als Künstlerin sieht sich Christina Dichtl nicht, mehr als Kunsthandwerkerin. Das ist ein gewaltiger Unterschied, meint sie: „Ich bin zu vielseitig interessiert, als das ich als Künstlerin auf einem Gebiet wirklich perfekt sein könnte.“

Das Kreative ist Christina von Seiten des Vaters in die Wiege gelegt worden. Beide arbeiten viel zusammen, vor allem wenn es sich um große Wandbilder handelt. Peter Dichtl ist bekannt für seine Interpretationen expressionistischer Werke, etwa von Franz Marc. Erst vor Kurzem übertrug er Marcs Pferde-Motive auf Glas und setzte die Bilder in einen alten Fensterrahmen ein. Beim Vater lernte Christina Dichtl die Kunst der Hinterglasmalerei: „Viele Leute glauben, dass das Malen auf die Rückseite einer Glasplatte eine besonders schwierige Technik ist. Es muss ja alles seitenverkehrt und rückwärtig auf die Platte gebracht werden. Aber das völlig glatte Glas eignet sich hervorragend für feine Portraits.“ Oft kommen die Menschen mit Vorlagen in ihr Atelier. Das kann eine Kopie eines Altarbildes sein, oder ein Kinderfoto. Gemeinsam wird überlegt, wie das gewünschte Motiv auf die Glasscheibe gebracht werden kann.

Nach den langen Corona-Monaten wollen Christina und Peter Dichtl ihre Arbeiten wieder öffentlich zeigen. Am Wochenende, Freitag bis Sonntag, 10. September – 12. September 2021 (jeweils von 10 bis 18 Uhr), laden die beiden zu einer Garten- und Atelierausstellung nach Bad Bayersoien (Ludwigstraße 1) ein. Es werden Hinterglasbilder beider Maler in unterschiedlichen Techniken, Formaten und Motiven zu sehen sein. Dazu stellt Christina Dichtl einige ihrer Mosaike, Bildhauerarbeiten und gibt den Besuchern Einblicke in ihr Atelier. Sie ist sich sicher, dass sich angeregte und spannende Gespräche mit den Gästen entwickeln. Der Rundgang beginnt draußen bei den Carport, führt in den Garten und über die Terrassen zum Atelier: „Anstelle eines Gästebuches stellen wir eine große Glasplatte auf. Dort können sich die Besucher mit Pinsel und Farbe selber ausprobieren.“

Die Freiluft-Ausstellung ist bei jedem Wetter geöffnet. Wegen Corona müssen allerdings die bekannten Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden – also an den Mund-/Nasenschutz denken. Sollten kurzfristig weitere – heute noch nicht absehbare – Schutzmaßnahmen erforderlich werden, bittet Christina Dichtl darum, diese direkt bei ihr abzufragen. Telefon: 0172-8574524 - www.christina-dichtl.de - christina-dichtl@t-online.de gb

Quelle: Kreisbote

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