Höllentalklamm
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Eine Flutwelle in der Höllentalklamm riss am Montagnachmittag eine Brücke mit sich. Die Suche nach zwei Vermissten, die Augenzeugen dort zuletzt lebend gesehen hatten, lief drei Tage lang. Eine tote Frau konnte bisher geborgen werden.

Rettungseinsatz wurde nach dem dritten Tag beendet

Höllentalklamm: Flut riss Frau in den Tod, Suche nach dem Vermissten wird vorerst eingestellt

Am Montagnachmittag, 16. August, war es in der Höllentalklamm bei Grainau aufgrund von Starkregen zu einer Sturzflut gekommen. Acht Wanderer, die von den Wassermassen eingeschlossen waren, hatten die alarmierten Einsatzkräfte durchnässt und unterkühlt, aber wohlauf, aus der Klamm retten können. Zwei weitere Menschen aber galten ab diesem Zeitpunkt als vermisst – sie befanden sich laut Augenzeugen auf einer Holzbrücke, als diese von den hereinbrechenden Fluten mitgerissen wurde. Eine Frau konnte tot geborgen werden und wurde inzwischen auch identifiziert. Es soll sich um eine 33-jährige Frau aus Oberfranken handeln, auf die eine Vermisstenmeldung passt. Nach der zweiten vermissten Person wurde auch am Mittwoch noch gesucht, mit kleinerer Mannschaft und an exponierten Stellen der Klamm.

Update vom 18. August, 12 Uhr: Auch die Absuche am Mittwoch hat keine Ergebnisse gebracht. Der Such- und Rettungseinsatz gilt damit als beendet. Nun geht es darum, die zweite tote Person - den Begleiter der jungen Frau - zu finden. Inzwischen steht nach der Obduktion zweifelsfrei fest, dass es sich bei der toten Frau um eine 33-Jährige aus Oberfranken handelt. Den kriminalpolizeilichen Ermittlungen zufolge muss davon ausgegangen werden, dass es sich bei der weiterhin vermissten Person um den Lebenspartner der 33-Jährigen, einen 34 Jahre alten Mann aus Oberfranken handelt. Die Angehörigen der beiden werden von Seelsorgern und der Polizei betreut.

Update vom 17. August, 18.00 Uhr: Nach stundenlanger Suche hatte die Einsatzleitung auch aufgrund von einer Wetterverschlechterung den Sucheinsatz am Dienstagabend, 17. August, vorerst beendet. . „Trotz des großen Einsatzes vieler ehrenamtlicher Berg- und Wasserretter konnte die zweite vermisste Person nicht aufgefunden werden. Dabei wurden alle relevanten und denkbaren Bereiche mehrfach abgesucht“, so BRK-Einsatzleiter Hans Steinbrecher. „Auch ein Hubschrauber und mehrere Drohnen haben aus der Luft die Suche unterstützt. Leider blieben alle erdenklichen Maßnahmen ohne Erfolg.“ BRK-Einsatzleiter Hans Steinbrecher bedankte sich bei allen Einsatzkräften: „Ein solcher Einsatz ist herausfordernd. Der Gedanke, dass gegen die Zeit angekämpft wird und man dringend einer in Not befindlichen Person zur Hilfe eilen möchte, lässt niemanden kalt. Doch die Naturgewalt zeigt uns in solchen Fällen Grenzen auf, denen wir uns als Einsatzkräfte beugen müssen. Mein Dank gilt allen Einsatzkräften, die hier hervorragend zusammengearbeitet haben, ganz egal ob Feuerwehr, Polizei oder BRK. Dieser Einsatz zeigt erneut, wie elementar und unverzichtbar ehrenamtliche Einsatzkräfte im bayerischen Rettungsdienst sind.“ Am 16. und 17. August waren insgesamt 330 Einsatzkräfte im Einsatz.

Update vom 17. August, 16.20 Uhr: Die Suche nach einer vermissten Person in der Höllentalklamm dauerte bis jetzt an. Die Hoffnung, diese Person noch lebendig zu bergen, schwindet. Spezialkräfte der Polizei, eine Canyoning-Gruppe und Taucher, die Berg- und Wasserwacht, Feuerwehr und Rotes Kreuz, werden von einem Polizeihubschrauber aus koordiniert. Bei der Absuche des Wildbachs setzt man auch auf Drohnen.

Update vom 17. August, 10.20 Uhr: Hinter den Einsatzkräften liegen kräftezehrende Stunden. Kräfte der Bergwacht hatten bereits gegen 4:45 Uhr mit der Evakuierung weiterer 7 Personen aus den Knappenhäusern begonnen und diese Aktion erfolgreich abgeschlossen. Zudem konnten weitere 101 Personen von der Höllentalangerhütte, die oberhalb der Klamm liegt, durch die Bergwacht sicher ins Tal begleitet werden. Sie hatten die Nacht in den Hütten verbracht, sind unverletzt und werden durch die Bergwacht betreut. Eine zweite groß angelegte Suchaktion nach vermissten Personen wird derzeit geplant, dazu teilte BRK-Einsatzleiter Hans Steinbrecher mit: „Die Wetterbedingungen, die schwankenden Wasserpegel und das teilweise nicht zugängliche Gelände erschweren die Hilfe. Gegen 11 Uhr werden wir Einsatzkräfte in die Klamm verlegen und ab 12 Uhr mit einer zweiten groß angelegten Suche nach Vermissten beginnen. Wir versuchen alles.“
Gegen 8.30 Uhr wurde eine leblose Person im Wasser gesichtet. Einsatzkräfte der Canyoning-Gruppe (Bergwacht und Polizei) bargen den Körper.. Für die Frau kam jede Hilfe zu spät. Die weiteren Untersuchungen zur Identität und den Todesumständen übernehmen Beamte der Kriminalpolizei. 

Update vom 17. August, 9:00 Uhr: Die Einheiten der Berg- und Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes konnten gestern acht Personen retten. Diese sind leicht- bis unverletzt. Zwei weitere Personen werden derzeit vermisst. Aufgrund der Dunkelheit und der dadurch steigenden Gefahr musste der Sucheinsatz um 20:30 Uhr unterbrochen werden. Es waren 164 Kräfte im Einsatz. Die Bergwacht-Bayern setzte zur Vermisstensuche Drohnen und mehrere Spezialkräfte ein, zudem hatte die Wasserwacht sechs Schnelleinsatzgruppen im Einsatz. Die Vermisstensuche ist heute gegen 7:30 Uhr fortgesetzt worden.

Grainau (16. August 16.15 Uhr) - Aus der Höllentalklamm wurde gegen 15:45 Uhr aufgrund des Starkregens eine Flutwelle gemeldet, welche wohl auch eine Brücke mitgerissen hat. Ob dabei Menschen zu Schaden kamen, ist derzeit noch nicht abschließend geklärt. Bei der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen werden die Maßnahmen koordiniert, neben etlichen Streifenfahrzeugen aus der Region wurde auch ein Polizeihubschrauber angefordert. Es wird nachberichtet. kb

Quelle: Kreisbote

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