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Goldene Ehrenmedaille des Landkreises Garmisch-Partenkirchens verliehen

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Ehrung
Im Bild (v.l.): Tessy Lödermann, Elisabeth und Dr. Einhard Bezzel sowie Landrat Anton Speer. © LRA

GAP – Landrat Anton Speer hat mit der Verleihung der Ehrenmedaille des Landkreises Garmisch-Partenkirchen in Gold die Verdienste des ehemaligen Leiters der Vogelschutzwarte Garmisch-Partenkirchen, Dr. Einhard Bezzel, gewürdigt. Der 87-Jährige gehört zu den führenden Ornithologen Europas und kann ohne Übertreibung als „Vater“ der modernen Vogelkunde und des Vogelschutzes in Bayern, besonders im Alpenraum, bezeichnet werden.

Dr. Bezzel übernahm 1966 die Leitung der Staatlichen Vogelschutzwarte in Partenkirchen, die unter ihm zum „Institut für Vogelkunde“ wurde. 33 Jahre, bis zu seiner Pensionierung 1999, war er in dieser Funktion tätig. Unter anderem war er 1970 Mitbegründer des „Dachverbandes Deutscher Avifaunisten“, der den Zweck verfolgt, Feldornithologie und Avifaunistik auf wissenschaftlicher Grundlage zu fördern. Von 1966 bis 1978 war er Vorstand des Landesbundes für Vogelschutz. 1971 bis 1997 war Dr. Bezzel Herausgeber vom Journal für Ornithologie, der ältesten ornithologischen Fachzeitschrift der Welt. Er selbst publizierte über 500 Fachartikel und ist Autor zahlreicher Bücher zum Thema Ornithologie. In seiner 2015 erschienenen Veröffentlichung „Bilanz. Vögel in einer Urlaubs- und Gesundheitsregion am Nordrand der Alpen“ zeigte er fundiert auf, dass das Arten- und Individuensterben auch vor dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen nicht Halt gemacht hat.

Dr. Bezzels gesamtes Lebenswerk wurde nun von Landrat Anton Speer mit einer der höchsten Auszeichnungen des Landkreises Garmisch-Partenkirchen geehrt. Zusammen mit seiner weiteren Stellvertreterin Tessy Lödermann besuchte der Landrat die Eheleute Elisabeth und Einhard Dr. Bezzel zuhause und nahm dort die Ehrung vor. In seiner Laudatio ging Landrat Speer auf die großen Verdiente Dr. Bezzels ein, die er sich auch insbesondere um die Vogelwelt im Landkreis erworben hat. So gründete er die „Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Werdenfelser Land“ und führte Langzeitmonitoringprogramme ein, die heute noch in Form von Datensammlungen, z.B. zum Steinadler, fortgeführt werden und die eine Beurteilung der Situation und des Schutzes vieler alpiner Vogelarten, auch in unserem Landkreis, erst ermöglichen.

Landrat Speer wörtlich: „Sie haben über Jahrzehnte die Weichen gestellt, die mit dazu beitragen, dass unser Landkreis ein Hotspot der Biodiversität ist und einen unglaublichen Reichtum an Naturgütern hat.“ Landrat Speer merkt an dieser Stelle an, dass es eine Herzensangelegenheit von ihm und allen politischen Entscheidungsträgern im Landkreis Garmisch-Partenkirchen sei, „dass das Institut für Vogelkunde – die jetzige Vogelschutzwarte - in Partenkirchen bleiben muss.“kb

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