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DB-Info-Stand in Mittenwald wurde geschlossen

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Von: Wolfgang Kunz

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Anja Döring
Im Reisebüro von Anja Döring wurde der DB-Infostand geschlossen. © Wolfgang Kunz

Mittenwald – Die Deutsche Bahn stellt in rund 2.700 Reisebüros mit DB-Lizenz den Fahrkartenverkauf in Bahnhöfen, Städten und kleineren Gemeinden sicher. Allerdings nicht mehr in Mittenwald, denn der im Bahnhof beim Reisebüro Döring eingerichtete DB-Info-Stand wurde am Montag, 10. Januar geschlossen.

Die Gründe erläutert Leiterin Anja Döring. „Die DB hat in letzter Zeit trotz immer mehr werdender Arbeit nur noch minimale Provisionen für unsere Arbeit gezahlt“. Vor allem die zeitaufwendigen Recherchen seien maßgeblich für die Schließung verantwortlich. „Wir haben ja auch DB-Kunden aus Tirol und dem Oberen Isartal beraten“, verdeutlicht Döring, „trotzdem war die DB nicht bereit, die seit Jahren gleich gebliebene Vergütungspauschale für unsere Dienstleitung zu erhöhen“. Den stetig erhöhten Arbeitsaufwand beschreibt Döring mit einem Beispiel. „Viele ältere Fahrgäste reisen mit einem mit Hilfe ihrer Kinder oder Enkel im Internet ausgedruckten Online-Ticket an. Wenn dann durch den Lokführerstreit wie im September 2021 Ersatzverbindungen nötig werden, werden wir kontaktiert und müssen zeitaufwendige Ersatzverbindungen heraussuchen“. Trotz Corona-Pandemie hätte ihr Reisebüro immer im Sinne der DB mitgezogen. „In den letzten zwei Jahren war unser DB-Stand immer offen, denn wir haben uns als erste Anlaufstelle für DB-Reisende in Mittenwald gesehen. Dies wurde nicht honoriert und zum Schluss haben wir sogar draufgezahlt“.

Auch die Einschaltung der Marktgemeinde und Tourismus GmbH hat nichts genutzt. Bei einem Treffen von Döring mit Bürgermeister Enrico Corongiu (SPD), Alpenwelt-Geschäftsführerin Sabrina Blandau hat ein aus der DB-Führungsetage Frankfurt angereister Vertreter wissen lassen, dass die Deutsche Bahn nicht bereit sei, die Pauschalvergütung zu erhöhen. Stattdessen wolle man lieber mit einem Hinweis auf Nutzung des Ticket-Automaten auf einen DB-Info-Schalter verzichten“.

Ein Statement, das Verwunderung und auch bei der Gemeinde eine Reaktion ausgelöst hat. Rathauschef Corongiu ließ zusammen mit der Tourist-Information einen Servicestand in der Bahnhofshalle aufstellen lassen und schaltete den Bayerischen Gemeindetag ein. Er bat um eine rechtliche Einschätzung bezüglich einer finanziellen Unterstützung des Reisebüros Döring. „Da eine solche Förderung eines Betriebes rechtlich nicht zulässig ist“, teilte Corongiu mit, „wurde angedacht, das Reisebüro Döring als erste Anlaufstelle der Tourist-Info zu werten und dieses Anstellungsverhältnis mit einer 450 Euro-Monats-pauschale zu vergüten.

Bevor dieser möglichen Variante aber durch den Aufsichtsrat der Alpenwelt und der Gesellschafter-Versammlung zugestimmt werden konnte, hat Döring beschlossen, den DB-Stand ganz zu schließen. „Umgerechnet hätten wir – und das auch noch ganz im Sinne der Deutschen Bahn - für einen effektiven Stundenlohn von gerade einmal zwei Euro gearbeitet“.

Eine bittere Pille für alle Bahnreisenden und Urlaubsgäste. „Für meine treuen Bahnkunden tut mir dieser Schritt unendlich leid“, bedauerte Döring ihren nachvollziehbaren Schritt, „mein Reisebüro bleibt aber Donnerstag, Freitag und Samstag von 9 bis 12 Uhr und nach Terminabsprache geöffnet“. kun

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