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Murnauer Horváth-Tage 2022 bieten vielfältiges Programm

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Horváth-Tage 2022
(v.l.): OStR Johannes Riedelsheimer Staffelsee-Gymnasium, Bärbel Balzer, Vors. Kunterbunt e.V., Gabi Rudnicki, Vors. Ödön-von-Horváth-Gesellschaft u. Gesamtleiterin der Horváth-Tage, Sabrina Postel-Lesch, PR-Arbeit Ödön-von-Horváth-Tage 2022 sowie Georg Büttel, 2. Vors. Ödön-von-Horváth-Gesellschaft und Künstlerischer Leiter der Horváth-Tage. © privat

Murnau – Ödön von Horváth und Murnau am Staffelsee sind auf besondere Weise miteinander verbunden. In dem oberbayerischen Ort erlebte der international bedeutende Autor zwischen 1924 und 1933 die Hauptphase seines künstlerischen Schaffens. In dem „schmucken Markt“ ließ er sich zu einigen seiner bekanntesten Stücke inspirieren und verwob hier erlebte Begegnungen und Erfahrungen auch in seinen Romanen.

Mit den Murnauer Horváth-Tagen, einem breit gefächerten Kulturprogramm mit hochkarätigen Akteur*innen aus Kultur und Wissenschaft, erinnert die Ödön-von-Horváth-Gesellschaft alle drei Jahre an Leben und Werk des Literaten von Weltrang. Neben der zeitlosen Aktualität seiner Werke bestechen seine kraftvolle Sprache und sein hellsichtiger, kritischer Blick auf die Gesellschaft. „Trau! Schau! Wem?“ lautet das Motto der Horváth-Tage vom 11. bis 20. November 2022. Es geht von den Fragen aus, die der Autor in seinen Werken immer wieder stellte: Was lässt Menschen einander vertrauen? Wie passiert es, bewusst oder unbewusst, gewollt oder ungewollt, dass Vertrauen zerstört wird? Das größte Festival zu Leben und Werk Ödön von Horváths beleuchtet diese nach wie vor brandaktuellen Aspekte.

Namhafte Künstler*innen und Wissenschaftler*innen, ein motiviertes Kreativteam sowie engagierte Laien bieten eine spannende Mischung aus Theater, Lesung, Ausstellung und Diskussionen. Auf regionaler Ebene setzt die Zusammenarbeit mit Kunterbunt e.V. erneut ein Zeichen für inklusive Kulturförderung; die bewährte Zusammenarbeit mit den Schulen dient dazu, das Interesse der Jugendlichen an Literatur und Kunst zu wecken. Auf internationaler Ebene begrüßen die Verantwortlichen wieder Mitwirkende aus Österreich und erstmals aus Ungarn. Letzteres als Ergebnis einer Zusammenarbeit mit dem Generalkonsulat von Ungarn in Bayern.

Eröffnet wird das Festival mit der Verleihung der Ödön-von-Horváth-Preise durch die Ödön-von-Horváth-Stiftung – auf die diesjährigen Preisträger*innen darf man gespannt sein. Als Theaterproduktion wird das satirisch-apokalyptische Drama „Die letzten Tage der Menschheit“ von Horváths Zeitgenossen Karl Kraus zu sehen sein. Dazu kommen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Beeinträchtigung entwickelte Theaterstücke zum Thema „Vertrauen“ sowie ein Theaterabend der Deutschen Bühne Ungarn rund um Horváth, Zeitgenossen und die soziale Frage. Die aus Kino und Fernsehen bekannten Johanna Wokalek und Sebastian Bezzel werden Szenen des Autors sowie Briefe aus dem neu herausgegebenen Briefwechsel lesen. Josef Hader, Ödön-von-Horváth-Ehrenpreisträger 2019, präsentiert sein aktuelles Programm „Hader on ice“. Für die Horváth-Gespräche haben erneut renommierte Wissenschaftler*innen aus Deutschland, Österreich und Ungarn bereits zugesagt.

Das vielfältige Programm der Murnauer Horváth-Tage 2022 unter dem Motto „Trau! Schau! Wem?“ spricht Jugendliche und Erwachsene, Horváth-Kenner*innen wie Horváth-Neulinge gleichermaßen an. Es bietet vielerlei Möglichkeiten, sich mit dem Werk des bedeutenden Schriftstellers zu beschäftigen und motiviert – ganz im Sinne Horváths – dazu, sich mit aktuellen gesellschaftsrelevanten Themen auseinanderzusetzen.

Gabi Rudnicki, die Vorsitzende der Ödön-von-Horváth-Gesellschaft und Gesamtleiterin der Murnauer Horváth-Tage, freut sich: „Die intensive Beschäftigung mit Horváth und unserem Motto über viele Monate in Murnau wird in einem höchst prominent besetzten und umfassenden Festival gipfeln.“ Georg Büttel, zweiter Vorsitzender und Künstlerischer Leiter der Murnauer Horváth-Tage, fasst zusammen: „Für uns ist die Vertrauensfrage geklärt: Wir vertrauen in unser Thema, die Kreativität unserer Mitwirkenden und das wache Interesse unseres Publikums.“ kb

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