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Zeit der Jungwildrettung im Landkreis Garmisch-Partenkirchen

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Jungwildrettung
Die Zeit der Jungwildrettung hat begonnen. Jetzt gilt es die jungen Wildtiere vor dem Mähwerk zu schützen, welchem sie oft noch nicht selbst entkommen können. © Pierre Johne/BJV

Region – Rehkitze werden im hauptsächlich Mai und Juni gesetzt. Ihr natürliches Verhalten, sich ins hohe Gras zu ducken, macht die Kitze in Kombination mit ihrem gepunktetem Fell nahezu unsichtbar. Die Geiß lässt die anfangs geruchlosen Kitze in ihren Verstecken im hohen Gras zurück und besucht sie nur zum Säugen. Erst mit ein paar Wochen, wenn sie kräftig genug sind, folgen die ein bis drei Kitze pro Geiß ihrer Mutter.

Die über Jahrtausende bewährten Überlebensstrategien der Wildtiere zur Feindvermeidung schützen sie zwar gut gegen Beutegreifer wie Fuchs und Rabenkrähe, wirken sich bei der Wiesenmahd jedoch verheerend aus. Jedes Jahr werden Rehkitze, Junghasen und viele am Boden brütende Vogelarten und deren Junge durch Mähwerke getötet. Nicht nur sich drückende Jungtiere sind gefährdet, auch bereits mobiles Jungwild und sogar erwachsene Tiere können von den rasanten Mähwerken erwischt werden. Vor allem die neueste Mähtechnik mit großen Arbeitsbreiten und sehr hohen Fahrgeschwindigkeiten führt zu hohen Verlusten beim Jungwild. Grundsätzlich wird hier öffentlich meist von den Mahdverlusten beim Rehwild gesprochen, allerdings sind insbesondere auch Feldhasen, Hühnervögel und deren Nachwuchs davon betroffen. Durch den unglücklichen Umstand, dass die ersten Mähtermine in die Brut- und Setzzeit fallen, werden die angesprochenen Arten durch die Mähwerke getötet.

Um Mähverluste so gering wie möglich zu halten, ist die gute Zusammenarbeit zwischen Landwirt und Jägern von Bedeutung. Bereits seit Jahren gibt es hervorragende Beispiele der Zusammenarbeit zwischen Revierinhabern, Landwirten und weiterer Beteiligter. Momentan ist ein Anstieg eigentlich unbeteiligter Personen zu verzeichnen, die sich in dieser Thematik einbringen wollen, um das Jungwild vor dem Mähtod zu bewahren.

Der von der Landesanstalt für Landwirtschaft erstellte Mähknigge stellt ein mittlerweile bewährtes Hilfsmittel für alle Beteiligten dar. Vom richtigen Zeitpunkt über die Mähmethode bis hin zu verschiedenen Maßnahmen, um Kitze vorab in Sicherheit zu bringen – ist im Mähknigge zusammengefasst. kb

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