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Zum Start ins neue Jahr: Plastiktüten-Verbot

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Von: Franziska Pawel

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Plastiktüte
Eine Ausnahme des Verbotes gilt u.a. für „Hemdchenbeutel“, die für offene und leicht verderbliche Lebensmittel verwendet werden. Der Grund für diese Ausnahme ist, dass sie den hygienischen Umgang z.B. mit gekauftem Obst oder Gemüse sicherstellen. © (Symbolbild) PantherMedia / londondeposit

Region – Seit Jahren ist ein Verbot von Plastiktüten im Gespräch – nun greift es tatsächlich. Seit dem 1. Januar dürfen an den deutschen Ladenkassen viele Standard-Tüten aus Plastik nicht mehr angeboten werden. Es geht um die „leichten Kunststofftragetaschen“, welche eine Wandstärke von 15 bis 50 Mikrometern besitzen. Ausgenommen von dem Verbot sind stabile Mehrwegtüten aus dickerem Kunststoff, die eine Wandstärke von 50 Mikrometern haben, sowie die dünnen „Hemdchenbeutel“ in der Obst-und Gemüseabteilung“.

Laut dem Umweltministerium sind Einweg-Plastiktüten ein „klassisches Wegwerfprodukt“. Zudem heißt es, dass die Plastiktüten in der Regel nicht länger als 20 Minuten genutzt werden. Vor allem die unachtsame Entsorgung stellt ein großes Problem dar. Oft landen die Tüten in der Umwelt und eben nicht in der gelben Tonne. In der Umwelt aber verbleiben sie viele Jahrzehnte, können bei Vögeln oder Meerestieren schwere Schäden anrichten und als Mikro­plastik in der Nahrungskette auch wieder beim Menschen ankommen.

Für Umweltschützer stellt das Ende der Plastiktüte nur einen kleinen von vielen Bausteinen zur generellen Vermeidung von Plastikmüll dar. Denn laut WWF entfallen nur ein Prozent des deutschen Kunststoffverbrauchs auf Plastiktüten. Umweltschutzverbände fordern deshalb seit langem ein umfassendes Konzept zur Verringerung von Plastikmüll.

Immerhin ist das nun geltende Verbot ein Schritt in die richtige Richtung: Der Gesamtverbrauch aller Tüten in Deutschland lag 2019, laut kürzlich veröffentlichten Zahlen des Umweltbundesamtes, bei über 4,7 Milliarden Stück. Von dem Verbot, dass am 1. Januar 2022 in Kraft getreten ist, sind rund 1,5 Milliarden Tüten betroffen. Bieten Händler weiterhin Einweg-Plastiktüten mit einer Wandstärke unter 50 Mikrometer an, müssen sie mit Strafen bis zu 100.000 Euro rechnen.

Gute Alternativen zu den Einweg-Plastiktüten sind Mehrwegtaschen aus Plastik oder Polyester. Auch selbst mitgebrachte Taschen, Körbe, Rucksäcke oder Ähnliches erfüllen ihren Zweck. Die meisten Verbraucherinnen und Verbraucher haben sich schon umgestellt und setzen bereits selbst auf Mehrwegtüten. fzi

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