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Zu verkaufen – das Sparkassengebäude in Unterammergau. Es steht in den Sternen, was daraus wird.

Filiale schloss im Frühjahr

Kreissparkasse will Geschäftsgebäude für 840000 Euro verkaufen 

Unterammergau - Die Kreissparkasse will ehemaliges Geschäftsgebäude in Unterammergau für 840000 Euro verkaufen. Das Verkaufs-Schild hängt bereits aus. 

Das passiert mit dem Sparkassengebäude in Unterammergau? Eine Frage, die sich Einheimische nach der Schließung der Filiale in diesem Sommer immer wieder stellen. Eine Antwort darauf wird wohl noch geraume Zeit auf sich warten lassen, doch inzwischen steht zumindest fest, dass die Sparkasse Garmisch-Partenkirchen das dominante Gebäude am Dorfplatz, dem früheren Schweiger-Anwesen mit Gastwirtschaft, verkaufen will – für 840000 Euro. Davon kündet auch ein Schild in einem Fenster im Erdgeschoss.

Für reichlich Enttäuschung und Verärgerung unter Kunden und Bewohnern hatte im Frühjahr die Ankündigung der Bank gesorgt, die Filiale dicht machen zu wollen. Immerhin seit 1970 betrieb die Kreissparkasse im Ort eine Zweigstelle, zunächst im Rathaus, danach im seinerzeit aufwändig restaurierten Schweiger-Haus. Mit dem zurückgehenden Tagesgeschäft im Dorf, der Zunahme des Online-Bankings sowie den allgemein immer schwieriger werdenden Rahmenbedingungen für Banken begründete der Vorstand die Entscheidung, neben anderen Gemeinden auch Unterammergau aus dem Filialnetz zu streichen. Auch die VR-Bank Werdenfels hat ja bekanntlich ihren Geschäftsbetrieb mit einem eigenen Standort vor Ort im Pürschlingdorf heuer im Sommer eingestellt.

Nun will die Kreissparkasse die Immobilie am Dorfplatz abstoßen. Schon im April hatte der damalige Vorstandsvorsitzende der Bank, Georg Fink, inzwischen im Ruhestand, angekündigt: „Wenn wir einen guten Preis bekommen, stellen wir uns nicht gegen einen Verkauf.“ Ein guter Preis, das wären für die Bank wohl 840 000 Euro. Ein ordentlicher Preis, doch dafür bietet das Haus auch einiges. Im Erdgeschoss befinden sich die momentan leerstehenden, früheren Bankräume mit 164 Quadratmetern Nutzfläche. „Eine weitere gute Mieteinnahme“, so der Verkäufer in der Objektbeschreibung, böten insgesamt elf Wohnungen, vom Ein-Zimmer-Appartement bis zur 3 1/2-Zimmer-Wohnung. Die Grundstücksfläche beträgt 890 Quadratmeter, zusätzlich stehen eine Garage und neun Kfz-Stellplätze zur Verfügung. Obwohl das Gebäude bereits über 215 Jahre alt ist, stuft die Sparkasse den baulichen Zustand als „gut“ ein. Eine Totalsanierung erfolgte in den Jahren 1988/89. Neben der stattlichen Größe des Anwesens fällt dem Betrachter sofort die Freskenmalerei, die sich über den kompletten Giebelbereich zur Straße hin erstreckt, ins Auge. Abgebildet sind Motive aus der Wetzstoamacherei und dem dörflichen Leben.

Seitdem die Sparkasse und die VR-Bank ihre Filialen im Ort geschlossen haben (und dafür immerhin noch Geldautomaten an der Südseite des Rathauses bereitstellen), ist das Leben im Dorf, sprich die Möglichkeit, sich zu treffen und einen kleinen Ratsch abzuhalten, wieder ein Stück zurückgegangen. Das meinte wohl auch Bürgermeister Michael Gansler, als er den Banken-Rückzug in seiner Gemeinde wie folgt kommentierte: „Die kleinen Dörfer bluten immer mehr aus, das ist bitter."

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