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Drohender Rechtsstreit

Glentleiten: Klage "sicher wie das Amen in der Kirche" 

Großweil - Die Situation spitzt sich zu. Der Kreut-Alm-Wirt will klagen, wenn die neue Museumsgastronomie im Freilichtmuseum öffentlich zugänglich ist. Die Direktorin verteidigt den Plan.

Die Genehmigung für den Neubau eines Eingangsgebäudes am Freilichtmuseum Glentleiten lässt weiterhin auf sich warten. Leiterin Dr. Monika Kania-Schütz verteidigt unterdessen im Tagblatt-Gespräch, dass die geplante Wirtschaft auch für Nicht-Museumsbesucher zugänglich sein soll. Ein umstrittener Punkt. Der Bezirk Oberbayern, Träger des Museums, wolle damit „den Erwartungen der Kulturtouristen Rechnung tragen“, sagt sie. Es sei überall Standard, dass auch Nicht-Museumsbesucher einen Kaffee trinken können. Kania-Schütz nennt hier zum Beispiel das Buchheim-Museum. Es gebe auf der Glentleiten auch viele Mehrfach-Besucher. „Die wollen nicht immer ins Museum.“ Die Direktorin stellt jedoch klar: „Es ist und bleibt eine Museumsgastronomie. Das ist das Primäre.“ Die Bedenken von Kreut-Alm-Wirt Olivier Mayr, der Umsatzeinbußen befürchtet, teilt Kania-Schütz nicht. Sie glaubt sogar: „Je mehr Leute zu uns kommen, desto mehr gehen auch nach oben“ – also zur Kreut-Alm.

Deren Wirt Mayr ist anderer Meinung. „Das ergibt keinen Synergieeffekt, das ist der Untergang der Kreut-Alm.“ Es könne nicht sein, dass mit öffentlichen Mitteln einem Gewerbebetrieb Konkurrenz gemacht werde. Wenn die Museumsgaststätte öffentlich zugänglich ist, will er vor Gericht ziehen. „Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Dann bauen die da gar nichts.“ Zumindest für 10 bis 15 Jahre, glaubt Mayr. Kritik kommt auch von der Landtagsabgeordneten Jutta Widmann (Freie Wähler). Es dürfe „nicht sein, dass hier mit öffentlichen Steuergeldern eine Museumsgastronomie gefördert wird, die dann eine alte traditionelle Gastronomie wie die Kreut-Alm kaputt macht“, heißt es aus ihrem Büro. Die Sache war auch schon mal Thema im Petitionsausschuss des Bayerischen Landtags. Die Eingabe wurde damals unter anderem mit folgender Maßgabe für erledigt erklärt: „Die Gastronomie soll wie bisher nur über den Museumsbetrieb zugänglich sein. Eine Abweichung vom bisherigen gastronomischen Konzept soll es nicht geben.“ Dass es nun anders kommen soll, ist Widmann neu. „Beim Beschluss des Petitionsausschusses handelt es sich nicht um eine Empfehlung, sondern um eine Maßgabe, die eigentlich verpflichtend wäre.“ Die Abgeordnete, die selber Festwirtin ist, will sich nun diesbezüglich mit ihren Kollegen im Petitionsausschuss in Verbindung setzen, da die Entscheidung einstimmig gewesen sei. Widmann war damals als Mitberichterstatterin beteiligt und nahm auch an einem ausführlichen Ortstermin teil.

Zum Hintergrund des Bauvorhabens: Der bisherige Zugang über die Thürlmühle, den es seit den Anfängen vor 40 Jahren gibt, passt aus verschiedenen Gründen nicht mehr. So entspricht er nicht den Anforderungen an ein Museum der heutigen Zeit. Im Dachgeschoss mangelt es am Brandschutz, das Dach selbst muss im großen Stil saniert werden, es fehlt an Platz. Als zweite Schwachstelle in der Infrastruktur und wenig praxistauglich gilt die Gaststätte im Starkerer Stadl. Das Tagblatt berichtete erstmals im Oktober 2013 über das Bauvorhaben. Als Baustart war damals Sommer 2015 ins Auge gefasst worden. Der Termin ist längst verstrichen, von Baggern ist aber nichts zu sehen. Das Großprojekt, seinerzeit war von bis zu 7,5 Millionen Euro Kosten die Rede, verzögert sich also. Das Baureferat des Bezirks Oberbayern hatte den Bauantrag im späten Frühjahr 2015 bei der Regierung von Oberbayern gestellt. Doch das Plazet der Behörde liegt noch nicht vor. „Das Zustimmungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen“, sagt Michaela Krem, Sprecherin der Regierung. Auch geschützte Flora-Fauna-Habitat-Flächen (FFH) müssten angetastet werden. „Entsprechend den Antragsunterlagen soll eine Fläche von maximal 1852 Quadratmetern mageren Flachland-Mähwiesen“ in Anspruch genommen werden. Dies ist unter ganz bestimmten Voraussetzungen ausnahmsweise möglich. Der Bauherr hat allerdings für entsprechende Ausgleichsmaßnahmen zu sorgen.

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