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Symbol des Pfarrverbands: das Kreuz mit Tüchern in den Farben der drei Kirchen.

Drei Kirchen unter einem Dach

Ein Kreuz für den Pfarrverband Zugspitze

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Garmisch-Partenkirchen - Eigentlich arbeiten die katholischen Pfarrgemeinden Garmisch, Burgrain und Grainau schon seit Jahren eng zusammen. Offiziell werden sie aber erst am Sonntag zum Pfarrverband Zugspitze vereinigt.

Es ist ein Symbol des christlichen Glaubens, aber auch der Hoffnung. Das Kreuz, das die drei Pfarrgemeinden Garmisch, Burgrain und Grainau aufstellen, steht für ihren Zusammenschluss. Am Sonntag, 17. Januar, wird der Pfarrverband Zugspitze offiziell gegründet – zur Freude der Pfarrgemeinderäte, „die alle dahinter stehen“, wie Grainaus Vorsitzender Thomas Gaißmaier bestätigt. Der feierliche Gottesdienst, in desssen Rahmen Weihbischof Wolfgang Bischof auch die Urkunde übergibt, beginnt um 10 Uhr in der Garmischer Pfarrkirche. „Ich freu’ mich drauf“, sagt Pfarrer Josef Konitzer, der das Projekt beinahe von Anfang an begleitet hat. „Das Miteinander funktioniert zu meiner großen Überraschung besser als erwartet“, betont der Seelsorger, der seit gut drei Jahren im Amt ist. „Die Beziehungen unter den drei Pfarrgemeinden waren immer gut. Man hat fast den Eindruck, sie wären füreinander geschnitzt.“ Was nun offiziell zusammenfindet passt – vor allem von den Menschen, die den Verband mit Leben erfüllen.

Vertreter der Pfarrgemeinderäte sind es, die das Symbol ihrer Gemeinschaft mit Tüchern umhüllen. Auch die besitzen Symbolcharakter. Rot steht für den Mantel des Patrons von St. Martin, gelb für das Flammenschwert von Erzengel Michael, dem das Burgrainer Gotteshaus geweiht ist, und blau für das Wasser, das Johannes der Täufer nutzt, nach dem die Grainauer Kirche benannt ist. Diese Farben finden sich im Logo ebenfalls wieder, das die drei stilisierten Kirchtürme vor dem Zugspitzmassiv zeigt. Der Vorschlag, den Verband unter Deutschlands höchsten Berg zu stellen, kam übrigens aus den Reihen der Burgrainer. „Einem war aufgefallen, dass man von allen drei Kircheneingängen die Bergkette sehr gut sieht“, erinnert sich Felicitas Lingg, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats Garmisch. Eine Anregung, die die Vertreter der drei Gremien und ihre Seelsorger gerne aufnahmen, und die sie die Idee, die Loisach als Namensgeber zu nutzen, schnell verwerfen ließ. Nachdem die Partenkirchner, auf deren Flur schließlich der Gipfelbereich liegt, nichts dagegen hatten, stand dem Vorhaben nichts im Weg. Und auch dazu passt das Kreuz, von dem eines auf jedem der Berge steht, die zum Zugspitzmassiv gehören.

Entscheidend für Konitzer ist, dass jedes Gotteshaus seine Eigenheiten und Traditionen behält. „Das bezieht sich auf Feste und andere Feierlichkeiten, aber auch auf die liturgischen Dienste, von denen wir so gut wie nichts abgeschafft haben“, betont der Pfarrer. Flexibilität werden bei ihm und seinem Team eben groß geschrieben. Dass beispielsweise in St. Martin nach wie vor drei Gottesdienste am Sonntag stattfinden, nennt er „Luxus pur“. Und den schreibt Lingg insbesondere dem Geistlichen zu. „Es ist ein Phänomen, was er alles leistet. Ich bewundere seine Energie.“

Was Konitzer besonders am Herzen liegt, ist die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Das zeigen die Musicals, die er mit ihnen einstudiert und das belegt die Begeisterung für den Chor, der in Grainau gegründet wurde. Mit dem Lied „Kinder suchen Frieden“ sind die jungen Sänger am Festgottesdienst am Sonntag beteiligt. Die anschließende Feier in der Bayernhalle umrahmen sie dann mit Titeln aus „Felicitas Kunterbunt“.

Musik, die auch dem Pfarrer sehr wichtig ist, spielt überhaupt eine bedeutende Rolle bei den Feierlichkeiten am Sonntag. Der Kirchenchor St. Martin, die Singgruppe Burgrain und das Orchester bringen unter Leitung von Josef Schwarzenböck die Missa in G von Franz Schubert zu Gehör – „ein besonderes Werk, das alle im Repertoire haben“, erklärt der Kirchenmusiker. Neben der Klassik sorgt er auch für gregorianische Klänge im Gotteshaus’: Sein Ensemble, die „Schola Gregoriana Germareskauuensis“, begleitet die Kommunion mit „Dicit Dominus: Implete hydrias aqua“, einem Stück, das das Thema des Evangeliums über das Weinwunder bei der Hochzeit von Kana aufgreift.

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