Landwirtschaftliche Anwesen auf der Fläche des ehemaligen Alpenguts Elmau.
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Beschauliches Terrain: Noch befinden sich auf dem Areal des ehemaligen Alpenguts landwirtschaftliche Anwesen.

Gemeinderat Krün läutet erneut Bauleitplanung ein

Ferien-Anlage im Elmauer Tal:
Alles startklar für Versuch Nummer zwei

  • vonChristof Schnürer
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Der Gemeinderat Krün ist bereit für den zweiten Versuch: Mit 11:1 Stimmenhat das Gremium das eingeschlafene Projekt Alpengut Elmau wieder in Schwung gebracht.

Krün - Grundlage dafür ist eine entsprechende Änderung im Flächennutzungsplan sowie ein neuer vorhaben-bezogener Bebauungsplan für das Sondergebiet Tourismus. Neu deshalb, weil es bereits eine alte Bauleitplanung für dieses malerische Fleckerl unweit des Schlosses und des Retreats am Fuße der Wettersteinwand gegeben hat.

Vor über fünf Jahren war es die Grundlage für eine mondäne Ferienanlage mit öffentlichem Landgasthof samt Spa-Bereich, Sauna und Swimmingpool im Ersten Stock sowie elf drumherum angelegten Chalets und einem Biergarten – Kostenpunkt seinerzeit elf Millionen Euro (wir berichteten). Ein wesentlicher Grund, warum 2015 das ambitionierte Vorhaben auf Eis gelegt wurde, war das Finanzierungskonzept. Die Müller-Elmau-GmbH – der fragliche Grund gehört mit Ausnahme der Straßen zum Schloss-Imperium – wollte einige der Chalets an zahlungskräftige Interessenten veräußern. Die Käufer hätten aber nur eine begrenzte Zahl an Tagen ihr Chalet inklusive Rundum-Service vom Schloss nutzen können. Die verbleibende Zeit wollten die Betreiber die exquisiten Häuser an weitere Gäste vermieten.

Theorie und Praxis

So die Theorie. In der Praxis regte sich über die geplante Nobelanlage bald auch Widerstand in der großen Politik. Claudia Stamm, die damalige Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, sprach etwa von „Urbanisierung im Außenbereich“. Allein dieses Veto zeigt deutlich: Seit dem G7-Gipfel in Schloss Elmau steht das gleichnamige Tal stets im überörtlichen Fokus. Das musste auch die Gemeinde vor über fünf Jahren zur Kenntnis nehmen. Die Angst vor einem Zweitwohnungswildwuchs in privilegierter Lage schien selbst Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) nicht ganz unbegründet. „Es war nicht sicher genug geregelt“, erinnerte er sich nun im Gemeinderat. „Deshalb haben wir die Planung einschlafen lassen.“

Wir beginnen ganz von vorne

Bürgermeister Thomas Schwarzenberger

Jetzt also erfolgt nach intensivem Austausch mit Hotelbetreiber Dietmar Müller-Elmau die politische Wiederbelebung. Kein einfaches Unterfangen angesichts der Vorgeschichte. „Wir beginnen ganz von vorne“, verdeutlichte Schwarzenberger ohne Umschweife. „Da steht ein längeres Verfahren vor uns.“

Im Vergleich zum Chalet-Dorf soll bei Versuch zwei die Umsetzung spürbar moderater ausfallen. Der Bürgermeister sprach in diesem Kontext von „deutlich weniger Gebäuden“. Neben einem Gasthof ist von zwei kleineren Häusern und einem größeren Komplex die Rede. „Wir sprechen nicht mehr von Chalets“, stellt Schwarzenberger gegenüber dem Tagblatt klar. In Summe wird auf weniger Fläche die gleiche Anzahl an Zimmern entstehen. Hierzu legte der Rathauschef bei der Sitzung im Kurhaus einen ersten Entwurf von Müller-Elmaus Cousin Christoph Sattler, einem namhaften Architekten aus München, vor. Alles noch sehr vage, wenig Konkretes. Aktuell befinden sich auf der zu überplanenden 3,1 Hektar großen Fläche der Müller-Elmau-GmbH eine Kapelle, ein Reit- und ein alter Kuhstall, ein ehemaliges landwirtschaftliches Gebäude, zwei Privathäuser (in Erbpacht) sowie das geschlossene Ausflugslokal. Dieses soll in Teilen durch einen Neubau ersetzt werden. Ganz verschwinden werden die Reithalle, der Kuhstall und das landwirtschaftliche Gebäude.

Gleich am Eingang des „Tälchens“, wie es Schwarzenberger nennt, könnte die Gaststätte entstehen – eine öffentliche wohlgemerkt. Genau darum geht es dem Gemeinderat, der seit der Schließung des Alpenguts (5. März 2012) das Fehlen eines Ausflugslokals in diesem stark frequentierten Erholungsraum beklagt. Entwarnung gibt Schwarzenberger für die Anwohner dort. Die Erschließung ihrer Anwesen über öffentlichen Grund soll gesichert werden und Grundlage weiterführender Gespräche mit dem Investor sein.

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