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30 Sendungen von „Verrückt nach Camping“ 

Alpen-Caravanpark Tennsee kommt groß raus: Filmteam dreht für ARD-Serie

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Klappe und Action: Ein Filmteam hat über Monate hinweg für eine neue Doku-Serie im Ersten am Alpen-Caravanpark Tennsee gedreht. Jetzt sind alle Szenen im Kasten. Sendestart: im Oktober.

Krün – Der Rückwärtsgang ist drin, der Radlader rollt aus der Garage. Uli Schmidt springt hinter das brummende Fahrzeug, verschüttet fast sein Getränk im Coffee-to-go-Becher. „Halt, halt“, schreit er. Der Mann am Steuer, im blauen Alpenwelt-Karwendel-Shirt und Strohhut auf dem Kopf, reagiert nicht. „Warte“, ruft Schmidt energischer. Das Gerät stoppt. Der Fahrer, Hausmeister Udo, muss noch einmal ausparken – diesmal aber vor laufender Kamera.

Der Campingplatz-Chef Andreas Zick freut sich über die unbezahlbare Werbung.

Es ist die erste Szene, die der freiberufliche Regisseur Schmidt mit seiner Crew an diesem Tag am Alpencaravan-Park Tennsee dreht. Sie begleiten Hausmeister Udo bei seiner Arbeit. Ohne Drehbuch, mitten aus dem echten Leben. So sieht es das Konzept für „Verrückt nach Camping“, die neue Doku-Serie im ARD, vor. 30 Sendungen werden ab 2. Oktober ausgestrahlt – Sequenzen von vier Stellplätzen aus allen Himmelsrichtungen Deutschlands gezeigt. Vom Bergwitzsee Resort in der Dübener Heide, dem Südsee-Camp in der Lüdenburger Heide, vom Campingplatz Neuharlingersiel an der Nordsee – und jedes Mal aus dem Alpen-Caravanpark des Krüners Andreas Zick.

Camping boomt

Seit Ende April reist der Münchner Schmidt mit Tontechniker Aram Nozad, Kameramann Benedikt Meisenberger, Set-Assistentin Jenny Krug immer mal wieder für fünf bis sechs Tage an. Stets auf der Suche nach gutem Stoff. Sie haben ihn gefunden. „Wir sind auf noch nettere Geschichten als gedacht gestoßen“, sagt Schmidt. Das Drehteam filmte eine Familie mit sechs Kindern, Urlauber mit fünf Huskies, Küchenchef Sascha beim Probekochen für das Silvestermenü, Touristen beim Wohnwagen-Wechsel. Die Fernsehleute machten aber auch Ausflüge mit Campern zur Olympia-Skisprungschanze nach Garmisch-Partenkirchen oder zum Georgiritt nach Mittenwald. „Wir waren sogar mit Leuten aus dem Westerwald beim Lederhosen-Kaufen“, erzählt der Regisseur und lacht. Es menschelt. Soviel kann er versichern.

Auf die Serien „Verrückt nach Meer“ und „Verrückt nach Zug“ folgt nun das Pendant mit Camping. Das boomt. Fast zehn Millionen Menschen verbringen ihren Urlaub auf diese Art. Schmidt kann’s verstehen. Die Unterkünfte auf Räder seien heute wesentlicher luxuriöser als früher. Er selbst hat’s noch nie probiert. Will er aber, als Test, übers Wochenende. Die Dreharbeiten, sagt er, „haben mich infiziert“.

Das war beim Caravan-Park-Chef Zick gar nicht nötig. Ihm wurde das Camper-Gen vererbt. Sein Großvater Karl Zick eröffnete 1953 den Campingplatz, Vater Armin übernahm zehn Jahre später und modernisierte das Areal stets. „Er hat den Trend erschnuppert“, sagt der Sohn. Heute muss der sogar Kunden abweisen, weil er ausgebucht ist. Das Urlaubsverhalten änderte sich über die Zeit. Andreas Zick spricht von „Zugvögeln“, also Touristen, die sich auf der Durchreise befinden, von kürzerer Aufenthaltsdauer und kurzfristigen Buchungen.

Filmteam als Schön-Wetter-Garant

Die Kamera läuft: Das Drehteam filmt an diesem Tag Hausmeister Udo bei seiner Arbeit – in der Früh beim Aufstellen der Hüpfburg.

Das Filmteam hat sich bereits im November 2017 bei ihm gemeldet und um Dreherlaubnis gebeten. Was für eine Frage. „Die Werbung ist einmalig“, betont der Betreiber. Eine bessere gebe es gar nicht. Mit Schmidt und Co. lief die Zusammenarbeit bestens. Zick freute sich, wenn die Gruppe wieder auftauchte. „Sie waren Schön-Wetter-Garanten“, sagt er und lacht. Auch an diesem Tag, dem letzten Drehtermin, ist schon morgens kein Wölkchen am Himmel zu sehen.

Es ist kurz nach halb Neun. Hausmeister Udo fährt mit dem Radlader über die Eingangsbrücke in den Vorbereich des Campingplatzes. Dort baut er immer in der Früh die Hüpfburg auf. Meisenberger eilt ihm mit der Kamera auf der Schulter nach, Tontechiker Nozad, Krug und Schmidt sprinten hinterher. Runter in den Graben, über wackelige Steine durch den kleinen Bach, auf der anderen Seite wieder hoch. Voller Einsatz für gute Fernsehbilder – direkt aus dem Alpen-Caravanpark Tennsee.

Die Serie

„Verrückt nach Camping“ wird von „Timeline Film+TV“ für den MDR produziert, im Auftrag der ARD. Sendestart ist am 2. Oktober. Die Folgen werden montags bis freitags ab 16.10 Uhr im Ersten ausgestrahlt und dauern je 45 Minuten.

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