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Am Fuß des Wettersteingebirges gelegen: Schloss Elmau.

Unternehmen von Krise schwer gebeutelt

In Corona-Krise: Schloss Elmau verklagt - Anwalt will trotz Infektionsverdacht ins Hotel

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Dietmar Müller-Elmau kämpft in der Corona-Krise ums Überleben seines Schlosses Elmau, einem Luxushotel in Krün. Nun muss er sich auch noch mit einer Klage befassen.

Elmau/München Schlossherr Dietmar Müller-Elmau hat Sorgen. Nicht nur dass er momentan aufgrund des Corona-Virus sein weltbekanntes Luxus-Hotel zusperren muss und nicht weiß, ob sein Unternehmen die Krise übersteht: Er sieht sich auch mit einer Klage von Eigentümern zweier Apartments konfrontiert. Dabei geht es um die Auslegung einer Teilungserklärung, die aus dem Jahr 2003 stammt.

Schloss Elmau: Gängiges Wohnmodell auch für ein Paar aus Frankfurt

Für ein Apartment zahlte ein Paar aus Frankfurt damals eine sechsstellige Summe. Dieses Wohnmodell ist im Hotelgewerbe ein gängiges. Privatleute kaufen sich in Apartments, Chalets oder Suiten ein und genießen ein vertraglich festgelegtes Nutzungsrecht über mehrere Wochen. Außerdem sind sie an der Rendite beteiligt.

Schloss Elmau: Kläger stehen wohl ziemlich allein

In Schloss Elmau sind das zehn Prozent. Die Kläger jedoch finden, 30 Prozent wären angemessen. Damit stehen sie offenbar ziemlich allein, denn die übrigen 30 Wohnungsbesitzer sind mit der vorherrschenden Regelung einverstanden. 42 Tage im Jahr dürfen die Eigentümer ihre Wohnung im Schloss kostenlos benutzen oder sie Freunden überlassen. Für die übrigen Serviceleistungen müssen sie wie die Gäste gesondert zahlen.

Kläger sind an Investitionen in Schloss Elmau nicht beteiligt

Das betrifft die Buchung von Mahlzeiten wie auch die Nutzung des luxuriösen Spa-Betriebs oder der Bibliothek, allesamt Investitionen, an denen die Eigentümer in der Vergangenheit nicht beteiligt gewesen seien, berichtet der Schlossherr auf Tagblatt-Nachfrage. „Die Ferienwohnungen zwischen 40 und 100 Quadratmeter sind mit einer Küche ausgestattet“, sagt Müller-Elmau. Deshalb seien die Besitzer nicht auf die Hotelküche angewiesen. Laut Gutachter ist der Deal sehr gut. So etwas gebe es in ganz Deutschland nicht, zitiert Müller-Elmau den Experten.

Keine Entscheidung wegen Corona-Krise

Trotzdem ist eine Entscheidung in dem seit 2009 andauernden Verfahren bislang nicht zustande gekommen. Der aktuelle Richter Markus Preißinger hält einen Vergleich für die einzig in Frage kommende Lösung. Das sieht Müller-Elmau genauso, denn der 2003 geschlossene Vertrag könne so oder so interpretiert werden. Mit den übrigen Besitzern verbindet ihn ein teils freundschaftliches Verhältnis. Bei den Klägern allerdings musste er in einem Fall sogar Widerklage erheben, weil er vermutet, dass der Besitzer die Wohnung eigenmächtig untervermietet hat, und das ist illegal.

Klägeranwalt kommt nicht ins Gebäude - er war zuvor in Österreich beim Skifahren

In der vergangenen Woche sollte diese Frage bei einem erneuten Termin vor dem Landgericht München II geklärt werden, doch das Corona-Virus machte der Verfahrens-Fortsetzung einen Strich durch die Rechnung. Der Münchner Anwalt eines Klägers aus Frankfurt kam nämlich nicht ins Gerichtsgebäude. Er war zwölf Tage zuvor beim Skifahren in Österreich gewesen und hatte diesen Umstand wahrheitsgemäß auf einem Formblatt angegeben. Das war vom Präsidenten des Landgerichts München II erst wenige Stunden vor Sitzungsbeginn entworfen und am Eingang des Landgerichts ausgelegt worden.

Elmau: Schlossherr unabkömmlich

„Ich war fassungslos“, kommentierte Müller-Elmau den Umstand, dass der Jurist überhaupt versucht hatte, an der Sitzung teilzunehmen und sich nicht in Quarantäne begeben hatte. Er selbst war aufgrund der Corona-Schwierigkeiten unabkömmlich gewesen und in Elmau geblieben. In seinem Hotel hätten sich bereits seit Ende Februar keine Gäste mehr aus Österreich oder Italien einquartieren dürfen, berichtete er.

Neuer Termin am 17. Juni

Der Vorsitzende Richter will nun erst ab dem 17. Juni wieder verhandeln. Bis dahin bleiben die 700 Seiten Akten, die mittlerweile fünf Ordner füllen, in den Regalen des Gerichts liegen. Ob in Schloss Elmau dann wieder Gäste wohnen, ist ungewiss. Müller-Elmau befürchtet, dass die Krise Monate andauern wird. Er selbst begrüßt generell die Online-Entwicklung, auch was den Schulalltag seiner jüngsten Tochter betrifft, die das Werdenfels-Gymnasium besucht und gut mit „Home-Schooling“ zurecht kommt. Vielleicht sei diese Form von Unterricht auch eine Chance gegen den Lehrermangel, sagt der Unternehmer. Sein Hotel allerdings wird nicht wesentlich vom digitalen Informationsaustausch profitieren können. „Urlaub kann man leider nicht online machen. Da muss man schon selber ins Wasser springen.“

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