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Kinderfüße im Wasser: 1940 überschwemmte der Kranzbach unter anderem den Dorfplatz. Das soll nicht mehr passieren.

Einsparungen nötig

Corona: Krün muss Einnahmen und Ausgaben reduzieren - mit Folgen für das größte Projekt

Krün muss beim Finanzplan nachjustieren: Das forderte die Rechtsaufsicht. Die Folge: Der Rotstift kam zum Einsatz.  

Krün – Ober sticht Unter. Landratsamt sticht Gemeinde. Deshalb mussten die Kommunalpolitiker Krüns sich noch einmal dem Haushalt annehmen, obwohl sie diesen bereits im März verabschiedet hatten. Konkret ging es um den Finanzplan. „Die Rechtsaufsicht hat Nachbesserungen gefordert“, erklärte Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) in der Sitzung des so genannten Ferienausschusses, „weil wir durch die Corona-Pandemie weniger Finanzmittel zur Verfügung haben.“ Der Rotstift kam zum Einsatz.

Allen voran der touristische Sektor rückte in den Fokus, Zahlen wurden heruntergeschraubt. Die Einnahmen im Verwaltungshaushalt beim Kurbeitrag verringerten sich um 20 000 Euro auf 580 000 Euro, der Fremdenverkehrsbeitrag um 50 000 auf 550 000 Euro sowie die Gewerbesteuer um 300 000 Euro auf 1,2 Millionen Euro. Gegenüber dem März-Entwurf wurden die Ausgaben der Gewerbesteuerumlage um 197 000 auf 117 000 Euro gekürzt. Die Folge: Die Zuführung zum Vermögenshaushalt, der immerhin noch rund 6,6 Millionen Euro umfasst, fiel um 159 000 Euro auf 716 000 Euro.

Finanziell weiterhin aber auf stabilem Fundament

Die Einsparungen wirken sich unmittelbar auf bereits geplanten Ausgaben aus. Zum Beispiel auf den Hochwasserschutz als größte Maßnahme. Lediglich 800 000 Euro wurden einkalkuliert – ein Minus von 400 000 Euro im Vergleich zum ursprünglich kalkulierten Ansatz. Bedeutet gleichzeitig, dass das Projekt in zwei Etappen – ein Teil 2021, der andere später – realisiert wird. Damit nicht genug: „Die Gemeinde hat geplante kleinere Investitionen wie die Errichtung einer Photovoltaik-Anlage auf dem Rathaus (75 000 Euro) und die Sanierung des dritten Abschnitts der Friedhofsmauer (60 000 Euro) erst einmal verschoben“, verdeutlichte Schwarzenberger. Allerdings soll die geplante Kinderkrippe unbedingt gebaut werden. „Wenn alle Genehmigungen, Zusagen und Zuschüsse vorliegen, ist der Beginn im Herbst 2020 geplant.“

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Neben den Kürzungen gab es sogar eine Erhöhung im Vermögenshaushalt. Konkret der Etat für den Brandschutz im Kurhaus. „Untersuchungen haben gezeigt, dass hier noch weitere Maßnahmen notwendig sind.“ Deshalb erhöhte die Kommune den Zuschuss von 215 000 auf 250 000 Euro.

Für den Rathauschef waren es wichtige Entscheidungen, die alle vom Gemeinderat mitgetragen wurden. „Ich bin stolz, dass es in unseren Gremien so gut funktioniert“, betonte er. „Immerhin haben wir in den vergangenen sechs Jahren 65 Millionen Euro umgesetzt.“ Schwarzenberger ist stolz darauf, dass der Ort nach wie vor finanziell stabil dasteht. Obwohl der Schuldenstand leicht auf 3,1 Millionen Euro anstieg. Doch das, betonte er, „wird durch die zu Jahresbeginn vorhandene 1,5 Millionen Euro Rücklage und den gemeindlichen Grundstückbesitz abgedeckt“.

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Wolfgang Kunz

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