Krün/Bayern: Wohnmobile verstopfen Urlaubsdorf - Bürgermeister befürchtet Schlimmes
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Ansturm seit den Corona-Lockerungen in Krün: Wohnmobile verstopfen Parkplätze. (Symbolbild)

Bürgermeister befürchtet Schlimmes

„Pseudo-Campingplätze“: Wohnmobile verstopfen Urlaubsdorf - Ansturm seit Corona-Lockerungen

  • vonChristof Schnürer
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Drängen zu Beginn der Pfingstferien tausende Urlauber mit Wohnmobilen ins Obere Isartal? Das Urlaubsdorf Krün macht diese Aussicht Sorgen. Die Gemeinde trifft Vorkehrungen.

  • Mit der Lockerung der Corona-Regeln kommen immer mehr Ausflügler und Urlauber ins Obere Isartal.
  • Der Krüner Bürgermeister Thomas Schwarzenberger hat Sorgen, was den Ansturm in den Pfingstferien angeht.
  • Nun will die Gemeinde kurzfristig handeln. 

Krün – Die zurückliegenden zwei Wochen haben überdeutlich gezeigt: Mit der Lockerung der Corona-Richtlinien schwappt eine immer höhere Welle an Naherholern und Urlaubern ins Obere Isartal. Und da die Grenze ins benachbarte Österreich nach wie vor dicht ist, bleiben viele von ihnen zwischen Simetsberg und Karwendel haften – Endstation Isartal sozusagen.

Gerade in puncto Wohnmobile befürchtet der Krüner Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) mit Beginn der Pfingstferien Schlimmstes. Er beruft sich dabei auf Beobachtungen von Fachleuten. Nach den Gesprächen mit Experten ist für den Rathauschef sonnenklar: „Wir brauchen jetzt eine kurzfristige Lösung.“

Krün: Parkplätze von Wohnmobilen verstopft - Gemeinde fürchtet Urlauber-Ansturm in den Pfingstferien

Daher hat er aus aktuellem Anlass für die anberaumte Gemeinderatssitzung einen zusätzlichen Punkt auf die Tagesordnung gesetzt, um „vorbeugende Maßnahmen“ zu treffen. „Dazu ist es notwendig, die Verordnung über die Parkgebühren zu ändern.“ Im Grunde soll laut Schwarzenberger lediglich ein Parkverbot für Wohnmobile auf den vorhandenen Wanderparkplätzen ausgesprochen werden. Über eine Allgemeinverfügung ist dies nicht möglich, weil eine konkrete Gefahr jetzt noch nicht erkennbar ist und gegebenenfalls erst eintritt, wenn zum Beispiel Rettungswege zugeparkt sind. „Dann ist es aber für eine Reaktion zu spät.“

Schwarzenberger und seine Verwaltung schlagen dem Gemeinderat deshalb vor, die Wanderparkplätze sowie die Stellflächen am Friedhof und Kurhaus für Wohnmobile zur Tabuzone zu erklären. Im Gegensatz dazu sollen die Camping-Vehikel auf eigens hergerichteten Sektoren im Gewerbegebiet Krün-Süd sowie auf dem Ladehof in Klais während der Pfingstferien eine Bleibe finden – zunächst gebührenfrei.

Seit Corona-Lockerungen: Wohnmobil-Ansturm in Krün - „Pseudo-Campingplätze“

Ferner stellt die Kommune in Krün den gemeindeeigenen WC-Wagen zur Verfügung. In Klais können wiederum die öffentlichen Toiletten genutzt werden. Zudem soll das Parken an weiteren neuralgischen Punkten (Sportplatz/Rathaus) auf maximal drei Stunden begrenzt und streng durch den Zweckverband Kommunale Dienstleistungen Oberland kontrolliert werden. Der Bürgermeister betont, dass mit dieser Präventivmaßnahme Wohnmobile nicht gänzlich verbannt werden sollen. „Es geht darum, die Wanderparkplätze für Wanderer beziehungsweise Badegäste für den Grub- und Barmsee zur Verfügung zu haben.“

Eines ist Schwarzenberger aber auch klar: „Langfristig muss über die Parksituation, über die Organisation, über die Gebühren und auch eventuelle, zusätzliche, sanitäre Einrichtungen ein Gesamtkonzept erarbeitet werden.“

Was der Mittenwalder Polizeichef Thomas Holzer selbstverständlich begrüßt. Er und seine Kollegen beobachten schon seit geraumer Zeit die Zunahme an Wohnmobilen – in erster Linie am Wallgauer Isarsteg, im Krüner Gries, am Barmsee und am Seinsbach/Isarhorn. Stellflächen werden dabei zu „Pseudo-Campingplätzen“ umfunktioniert. Am ärgerlichsten ist für Holzer aber: „Es wird relativ viel Müll hinterlassen.“

Auch in Ohlstadt wird gegen den Ausflügler-Ansturm gekämpft. Die Gemeinde reagierte spontan.

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