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Das 750 000-Euro-Geschenk: G7 macht‘s möglich

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Von: Christof Schnürer

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Feierstunde: Im November 2015 segnete Pfarrer Michael Wehrsdorf die beiden neuen Fahrzeuge der Krüner Feuerwehr. Diese Zeremonie wird sich in diesem Jahr dank der üppigen G7-Zuschüsse wiederholen.
Feierstunde: Im November 2015 segnete Pfarrer Michael Wehrsdorf die beiden neuen Fahrzeuge der Krüner Feuerwehr. Diese Zeremonie wird sich in diesem Jahr dank der üppigen G7-Zuschüsse wiederholen. © joho/a

Für den G7-Gipfel wird die Krüner Feuerwehr wieder kräftig aufgepeppt. Die Gemeinde spart sich dank sechsstelliger Finanzspritzen viel Geld.

Krün – Für den bevorstehenden G7-Gipfel in Schloss Elmau wird die Krüner Feuerwehr wieder ordentlich aufgerüstet. Dank üppiger staatlicher Förderung dürfen sich Kommandant Anton Simon und seine 80-köpfige Mannschaft zum einen über ein neues HLF 20 (Hilfeleistungslöschgruppen-Fahrzeug/Preis: etwa 550 000 Euro), zum anderen über einen Gerätewagen Logistik (bis zu 250 000 Euro) freuen.

Dank des G7-Bonus’ werden 70 Prozent der Kosten übernommen. Kein Wunder also, dass der Gemeinderat das 750 000-Euro-Geschenk am Dienstagabend in seiner Sitzung mit 13:0 Stimmen dankend annahm.

So schnell ist eine Dreiviertel-Million ausgegeben, über einen Rasenmäher hätten wir länger diskutiert.

Bürgermeister Thomas Schwarzenberger

Alles ging ratzfatz vonstatten, so dass Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) augenzwinkernd konstatierte: „So schnell ist eine Dreiviertel-Million ausgegeben, über einen Rasenmäher hätten wir länger diskutiert.“ Klappt alles planmäßig – wovon in Gipfel-Zeiten ausgegangen werden kann – werden die zwei neuen Fahrzeuge bis spätestens Ende Mai angeliefert worden sein.

Damit verfügen die Krüner Brandbekämpfer während der heißen Phase über sechs Einsatzfahrzeuge. Und das ist auch gut so, findet der Rathauschef. Denn die Freiwillige Feuerwehr mit lauter Ehrenamtlichen muss wie bereits beim ersten G7-Gipfel 2015 nicht nur nahe des Tagungsorts für zwei Wochen für Sicherheit sorgen, sondern auch im zehn Kilometer entfernten Hauptort und seinen Weilern. „Wir werden benötigt für die Feuerwache, die ist uns aufgedrückt worden“, verdeutlicht der Bürgermeister.

Geschichte wiederholt sich also in der G7-Gastgeber-Kommune. So durften sich vor sieben jahren die Krüner über ein neues Löschfahrzeug (LF 10) und einen Mehrzweckwagen freuen. „Heute ist ein Feiertag“, frohlockte im November 2015 verständlicherweise Kommandant Simon, fünf Monate nach dem Gipfel, bei der Segnung der modernen Maschinen.

Nun sind es eben das HLF 20 und der Gerätewagen. „Eine sehr sinnvolle Ergänzung“, schwärmt Schwarzenberger. In normalen Zeiten hätte es für das HLF 20 einen staatlichen Regelförderbetrag von 125 000 Euro und für das Logistikfahrzeug 35 000 Euro gegeben. Diesmal sind es 375 000 beziehungsweise um die 150 000 Euro – also mehr als das Dreifache.

Ist der G7-Gipfel vorbei, schwindet der stattliche Krüner Fuhrpark von sechs auf vier Fahrzeuge. Das in die Jahre gekommene TLF 16/25 (Anschaffung 2001) soll dann für einen hohen fünfstelligen Betrag veräußert werden – ebenso ein Versorgungswagen. Bleibt die Spendenbereitschaft bei den Krüner Bürgern weiter hoch, werden die Restkosten für das HLF und das Logistikfahrzeug im überschaubaren Rahmen für die Gemeinde beziehungsweise die Feuerwehr bleiben.

Ein echter G7-Coup also, zumal in dieser Ausnahmephase die sonst üblichen Lieferzeiten von bis zu zwei Jahren auf wenige Monate zusammenbröseln. Aber in diesem Punkt stecke auch eine Menge Überzeugungsarbeit mit den entsprechenden Firmen wie MAN, Iveco und Mercedes. Das möchte in diesem Zusammenhang Rathauschef Schwarzenberger nicht unerwähnt lassen.

Übrigens: Das G7-Füllhorn wird in puncto Feuerwehr nicht nur über Krün ausgeschüttet. Dem Vernehmen nach dürfen sich auch die Kameraden in Mittenwald, Wallgau, Ohlstadt und Farchant über diverse Gipfel-Brummis freuen.

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