Thomas Schwarzenberger ist gesprächsbereit. Foto: fellner
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Thomas Schwarzenberger ist gesprächsbereit. Foto: fellner

Turm soll im Barmsee-Bereich entstehen

Geplanter Mobilfunkmasten in Krün: Dialog statt Blockade

  • Josef Hornsteiner
    vonJosef Hornsteiner
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Zwei große Mobilfunkanbieter wollen Funkmasten im Bereich des Krüner Barmsees errichten. Bürgermeister Thomas Schwarzenberger setzt auf Dialog: Denn er will mit seiner Gemeinde Mitspracherecht haben.

Krün – Es ist ein Reizthema. Eines, das Bürgermeister wie ein rohes Ei behandeln. Denn immer wenn neue Mobilfunkmasten geplant sind, lassen oftmals Proteste nicht lange auf sich warten. Zumal solche Pläne oft mit den zwei Zeichen „5G“ in Verbindung gebracht werden. Das neue Netz, welches bundesweit für Sprengstoff sorgt. Nicht wenige Kommunen haben deshalb beschlossen, den Bau von Stahlkonstrukten auf gemeindlichen Grund zu untersagen. In Krün packt man dieses Thema allerdings besonnener an.

Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) hat in der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres verkündet, das gleich zwei Mobilfunkanbieter einen Funkmasten im Bereich zwischen Barmsee und Tennsee errichten möchten. Zwei Suchkreisanfragen, die der Rathauschef geschickt angehen will. Er setzt auf Dialog statt auf Blockade. Denn Schwarzenberger ist Realist: „Kommen wird der Mast so oder so, ob wir wollen oder nicht.“ Doch nur wenn die Kommune gesprächsbereit ist, hat sie auch Mitspracherecht. Kann damit verhindern, dass der oder die Masten irgendwo hingebaut werden, wo sie weder ins Orts- noch ins Landschaftsbild passen. Zudem sollen sie so weit wie möglich vom Wohngebiet weg. Das habe er aber dann nicht mehr in der Hand, wenn ein Privatier seinen Grund zur Verfügung stellt. Deshalb will die Gemeinde rechtzeitig Einfluss nehmen. „Mit einem großen Masten könnten beide Mobilfunkanbieter bedient werden.“ Und es wären nicht drei oder vier kleinere quer verteilt in der Landschaft nötig.

Zum Thema 5G kann Schwarzenberger beruhigen: Das geplante Konstrukt soll in erster Linie das Funkloch an der Bundesstraße 2 in der Nähe des Barmsees abdecken. Zudem profitiert der Campingplatz Tennsee, Krüns größter Übernachtungsbetrieb. „Die Urlauber erwarten auch dort mittlerweile eine gute Netzabdeckung.“ Natürlich wird der Turm – zumindest theoretisch – 5G-fähig sein. Auch da ist Schwarzenberger realistisch. „Aber auf dem Land hat die 5G-Strahlung eine ähnliche Frequenz wie bei 4G. Also keine so deutliche Änderung.“

Die Gemeinde wird 2021 einen für sie geeigneten Platz vorschlagen. Dann wird auch klar sein, wie groß der Turm wird.

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