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Krüns Rathauschef Thomas Schwarzenberger (l.) überreicht Sepp Zahler die Ehrenurkunde.

Großer Festtag für Krüns Altbürgermeister

Festakt mit Überraschungsgast

Er hasst es, im Mittelpunkt zu stehen. Doch darum kam Sepp Zahler am Sonntag nicht drumherum: Der Krüner erhielt die Ehrenbürgerwürde - mit einem besonderen Festredner...

„Sag ja nix“, warnt Sepp Zahler seinen langjährigen politischen Weggefährten Michael Lidl. Der Krüner Altbürgermeister (1972 bis 2002) hegt einen Verdacht. Zu recht. Der Farchanter ist am Sonntag nicht einfach einer von vielen früheren CSU-Rathauschefs (1972 bis 2008), die zu Zahlers Zeiten regiert haben und ihn nun feiern. Lidl schlägt die Warnung in den Wind und tritt doch auf die Kurhaus-Bühne.

Die Festrede zu halten, wenn sein Spezl die Ehrenbürgerwürde erhält, das lässt sich der CSU-Grande nicht nehmen. Zu viel haben die beiden gemeinsam erlebt. Sie, die 1972 als „junge Burschen“ zum Bürgermeister gekürt wurden. Krüns Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) vergleicht die beiden mit „Pat und Patachon“, Lidl selbst sieht sich und Zahler eher als „Max und Moritz“, die ab 1972 die Kommunalpolitik ordentlich aufwirbelten.

Doch schnell entpuppte sich Krüns neuer Rathauschef damals als jemand, der mehr kann, als nur frischen Wind hineinbringen. Zahler hat Spuren hinterlassen und Menschen geprägt. Sein Freund Lidl verrät, dass er „den Wortbeiträgen immer genau zugehört hat. Ich hab’ versucht, mir Deine ruhige und besonnene Art und Weise zu eigen zu machen“. Mittenwalds Altbürgermeister Hermann Salminger (Freie Wähler), der den Krüner Kollegen ebenfalls als „alten Freund“ bezeichnet, gibt zu, trotz seines höheren Alters „viel von ihm gelernt zu haben“. Selten habe er einen Mann erlebt, „der sein Amt mit solchem Elan ausgeübt hat“. Darum ist für Salminger klar: „Er ist einer der ganz wenigen, der die Ehrenbürgerwürde wirklich verdient hat.“

Krüns Altbürgermeister hat nicht nur seine Weggefährten beeinflusst, sondern auch seine Heimat. Die Wasserversorgung im Ort, der Bau des Kur- und Schulhauses, der Kläranlage für die Isartal-Gemeinden, des Kindergartens und sein großes ehrenamtliches Engagement in nahezu allen Ortsvereinen vom Skiclub über die Feuerwehr bis zu den Trachtlern zählt Rathauschef Schwarzenberger auf.

Er weiß, dass er seinem Vorgänger mit diesem Tag inklusive Gottesdienst, Festzug durch den Ort, Empfang und Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde „vermutlich mehr antut, als dass ich Gutes tue. Aber da musst Du jetzt durch, Du bist ja zach.“

Zahler scheut das Rampenlicht, steht nur ungern im Mittelpunkt und fragt sich noch immer, „ob ich diese Ehre wirklich verdient hab’“. Er sieht sich eher als Stellvertreter, der den Titel Ehrenbürger nun für all jene trägt, die „sich ebenfalls so engagiert in die Gemeinschaft eingebracht haben“. Bescheidenheit pur spricht aus dem Familienmenschen. Aber auch „eine Riesenfreude. Das ist unbeschreiblich und macht mich sehr stolz. So einen Tag muss man erstmal packen“. Da weiß er noch nicht, dass ihm ebenso wie seiner Frau Helga, d

en beiden Töchtern Annelies und Helga sowie den Enkeln der emotionalste Moment noch bevor steht. Als Sepp Zahler die Bühne verlässt, stehen alle im Kurhaus-Saal auf und applaudieren minutenlang für einen Mann, der ihre Heimat so stark geprägt hat.

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