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Von wegen weiße Wände: In der Pfarrkirche St. Jakob sieht‘s duster aus.

Kein Geld für Sanierung 

„Zum ruaßigen Heiland“: Bistum macht Wallgau traurig

Anträge allesamt abgelehnt: Wenig Erfreuliches dringt von der Erzdiözese München-Freising zu den katholischen Mitbrüdern und -schwestern nach Krün und Wallgau. In Sachen Sanierung ihrer Gotteshäuser müssen sie sich weiter in Geduld üben – im schlimmsten Falle noch sehr lange.

Wallgau/Krün – Pfarrer Michael Wehrsdorf (63) gehört nicht unbedingt zu denjenigen, die wegen einer Lappalie gleich auf den Putz hauen. Doch brennt ihm etwas furchtbar unter den Nägeln, dann nennt der fromme Gottesmann die Dinge auch beim Namen – vor allem wenn es um den Zustand der Kirchen in seinem Zuständigkeitsgebiet geht. „Unser armer Herrgott in Wallgau muss weiter in einer ,Rußkuchel‘ hausen“, bediente er sich vor einiger Zeit im Pfarrbrief drastischer Worte, um auf die völlig verdreckte Wand in der Jakobskirche hinzuweisen. Von strahlend-schönem Weiß kann in diesem sakralen Bauwerk schon lange nicht mehr die Rede sein. „Zum ruaßigen Heiland“, wie Wehrsdorf scherzhaft meint, trifft’s besser.

Rückendeckung erhält der Geistliche von Kirchenpfleger Franz Simon. Ihm zufolge soll bei der bislang letzten Renovierung im Jahr 1991 die beauftragte Firma die „falsche Farbe“ aufgetragen haben. „Die zieht den Dreck förmlich an.“ Also gehört dringend etwas gemacht. „Doch mit Weißeln allein ist es nicht getan“, verdeutlicht Simon. Der komplette Putz muss runter. Und das kostet. Im Raum stehen rund 100 000 Euro.

Nicht zuletzt deshalb wandten sich die Verantwortlichen der Wallgauer Kirchengemeinde an die übergeordnete Erzdiözese München-Freising. Deren Sprecherin Bettina Göbner räumt im Falle St. Jakob unumwunden ein: „Da besteht Renovierungsbedarf, das ist unbestritten.“ Geld gibt es trotzdem keines. „Der Antrag ist vorläufig abgelehnt.“ Göbner begründet das mit den überschaubaren Finanzmitteln des Bistums. Deshalb haben Gesuche „mit geringer Priorität“ – und dazu zählt Wallgau – wenig Chance auf Realisierung.

Die Erzdiözese mit ihren mehreren tausend Einrichtungen stehen pro Jahr laut Auskunft von Göbner etwa 60 Millionen Euro zur Verfügung. Ausnahme war 2017, als außerordentlich 150 Millionen Euro für diverse Sanierungen flossen. „Wir haben versucht, möglichst viel abzuarbeiten“, teilt die Sprecherin mit. „Aber wir werden nie genug Geld haben.“

Eine Absage gibt’s demnächst wohl auch für die Pfarrei St. Sebastian in Krün. Dort beantragte die Kirchenverwaltung Zuschüsse, um der grassierenden Verrußung Herr zu werden. Daneben wollte man die Elektro- und Heizanlage auf den neuesten Stand bringen. „Hier sehen wir die Bewertung ähnlich“, meint Göbner. Noch ist der Krüner Antrag nicht abgelehnt worden – aber so gut wie.

Keine Hoffnung besteht voerst auch bei einer weiteren Baustelle: Dem sogenannten Kuratenhaus, das seit dem Auszug des ehemaligen Diakons Gerhard Tietze schon längere Zeit leersteht. Immobilienmakler würden sagen: brachliegendes Kapital. „Da werden wir von Jahr zu Jahr vertröstet“, kritisiert Seelsorger Wehrsdorf. „Da gibt es kein Vorwärtskommen.“ Irritiert hat ihn der Vorschlag der Erzdiözese, innerorts auf Kosten des Bistums einen Laden anzumieten – als Pfarrbüro. Doch das fand Wehrsdorf gar nicht lustig. „Ein Pfarrhaus bleibt ein Pfarrhaus“ – und dürfe nicht zu einer Geschäftsstelle verkommen.

Doch auch beim Kuratenhaus fehlen die Mittel. „Es ist nicht genug Geld da, um es herzurichten“, bestätigt Sprecherin Göbner. Ihrzufolge scheint ein Verkauf nicht ausgeschlossen. „Das ist eine Möglichkeit über die wir nachdenken könnten.“ Vor diesem Hintergrund scheint die Umwandlung des Kuratenhauses in eine christliche Begegnungsstätte, von der Pfarrer Wehrsdorf träumt, ein frommer Wunsch zu bleiben.

Christof Schnürer

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