Machen den Weg frei für den Rettungsdienst: Mit Felsbrocken an der Durchfahrtstraße in Gerold will die Gemeinde künftig verhindern, dass Falschparker am Straßenrand den Weg verengen. 
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Machen den Weg frei für den Rettungsdienst: Mit Felsbrocken an der Durchfahrtstraße in Gerold will die Gemeinde künftig verhindern, dass Falschparker am Straßenrand den Weg verengen. 

Anwohnern und Gemeinde reicht‘s

Am Geroldsee: Falschparkern den Kampf ansagen

  • Josef Hornsteiner
    VonJosef Hornsteiner
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In Gerold sind 80 neue Parkplätze entstanden – Rettungsweg durch Felsbrocken freigehalten

Gerold – Wie viele Autos sich an einem schönen Sommertag in dem Krüner Weiler Gerold tummeln, kann Rudi Haller nicht sagen. Der Vizebürgermeister weiß aber genauso wie Ortschef Thomas Schwarzenberger (beide CSU), der sich gerade im Urlaub befindet: Die Situation ist prekär. Zahllose Fahrzeuge reihen sich dort am Rand der einzigen Durchfahrtsstraße, parken teilweise sogar auf landwirtschaftlichen Flächen oder gleich im Naturschutzgebiet. „Die Halteverbote an der Straße sind alle ignoriert worden“, sagt Haller.

Das sorgte freilich für arge Probleme. Durch die parkenden Pkw ist die Straße schmaler geworden. Der Rettungsweg war somit in Gefahr. Es gab keine Garantie mehr, dass Feuerwehrfahrzeuge bei einem Brand rechtzeitig oder überhaupt an die Gebäude kommen. Oder ein Rettungswagen an den oftmals überlaufenen Geroldsee, wäre dort ein Badeunfall oder ähnliches passiert. Letzteres Idyll ist quasi für den großen Ansturm auf den kleinen Weiler verantwortlich. Die Erholungssuchenden nutzten jedes Eckchen, um ihre Autos abzustellen. Die Pandemie und der einhergehende Touristenansturm verschärften diese Situation enorm.

Falschparken und versperrte Rettungswege sollen der Vergangenheit angehören

Das alles soll nun der Vergangenheit angehören. Die Gemeinde Krün hat nach längerem Hin und Her Tatsachen geschaffen. 80 offizielle Parkplätze hat sie in Gerold errichtet. Westlich der Durchfahrtsstraße sind Stellflächen am Straßenrand sowie auf einer Fläche in der Nähe der Pension Simon geschaffen worden. Knapp vier Wochen hat es gedauert, teilt Haller mit. Das schlechte Wetter in den vergangenen Tagen hat zu leichten Verzögerungen geführt. Doch ab jetzt ist die Kiesfläche befahrbar. „Damit wollen wir endlich die Parkplatz-Situation in Gerold entspannen.“

Hier ist der neue Parkplatz zu finden: Westlich an der Durchfahrtsstraße befinden sich 80 Stellflächen.

Doch nicht nur der Sicherheit wegen, auch wenn das der Hauptgrund ist, sondern den Anliegern zuliebe. Diese mussten in den vergangenen Jahren verschärft durch Corona einiges mitmachen. Hunderte bevölkern den Geroldsee, sorgten mit ihren Fahrzeugen für teils chaotische Zustände. Zufahrten sind zugeparkt, Zäune an den privaten Grundstücken beschädigt, Rettungswege blockiert worden. Durch das ständige Parken am Straßenrand, wo eigentlich Halteverbot herrscht, ist auch der Entwässerungsgraben in Mitleidenschaft gezogen worden. Es drohte die Gefahr, Autos könnten in die Grube hinein sacken. Deshalb hat die Gemeinde überall am Straßenrand, wo Halteverbot herrscht, große Felsbrocken platziert. Damit will die Kommune den Verkehr zu den neuen Stellflächen leiten.

Noch sind diese kostenlos. Doch wird der Gemeinderat bald über einen Parkautomaten sprechen und die Kosten angleichen. Ein entsprechende Beschilderung an der Straße und am Parkplatz stellen die Krüner Bauhofmitarbeiter noch im Laufe dieser Woche auf. Ein Hinweis an die Bevölkerung, vor allem an die Besucher Gerolds, ist wichtig. Denn in den Sozialen Netzwerken herrschte zuerst Verwirrung und Unmut bezüglich der neuen Felsbrocken am Straßenrand. Hier schien sich noch nicht rumgesprochen zu haben, dass diese lediglich das Halteverbot umsetzen und den Verkehr zu den neuen 80 Parkplätzen leiten sollen.

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