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Geisterkulisse im Krüner Kurhaus

Leere Plätze im Kurhaus 

Festakt in Krün: Wo bleiben die Bürgermeister?

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Es sollte ein rauschender Festakt mit viel Publikum sein. Am Ende sind am Donnerstag im Krüner Kurhaus ganze Tischreihen leer geblieben. Gastgeber Thomas Schwarzenberger führt das auf die kurzfristige Absage von Ministerpräsident Markus Söder zurück.

Krün – „Es hätte uns auch schlimmer treffen können.“ Die Lacher hatte Josef Steigenberger, Bezirksvorsitzender des Oberbayerischen Gemeindetags, bei seiner Begrüßung von Dr. Florian Herrmann damit auf seiner Seite. Der Staatskanzlei-Chef war am Donnerstagabend kurzfristig für seinen CSU-Parteifreund, Ministerpräsident Dr. Markus Söder, beim Krüner Festakt „200 Jahre bayerisches Gemeinde-Edikt“ eingesprungen. Immerhin: Der Regierungschef richtete eine Video-Botschaft an die Zuschauer und versprach wegen seiner Absage den Vertretern des Gemeindetags eine Brotzeit in der Staatskanzlei.

Doch Söders Absenz führte offenbar dazu, dass viele Gäste ihre Teilnahme stornierten. Von den über 500 möglichen oberbayerischen Bürgermeistern fand sich nur ein Bruchteil im Festsaal. Nicht einmal die beiden Isartaler Nachbar-Rathauschef Adolf Hornsteiner und Hansjörg Zahler waren erschienen. Ganze Tischreihen blieb unbesetzt. Auf der Empore zählte man etwa 30 Krüner Bürger.

Und die haben von Söder-Ersatzmann alles bekommen – nur keinen Abriss über die historischen Dimensionen des Gemeinde-Edikts vom 17. Mai 1818, das das kommunale Eigenleben im Freistaat erst möglich gemacht hatte. Stattdessen setzte der Neue in der Staatskanzlei zu einer Art Regierungserklärung an, sprach von der bayerischen Eigenheim-Zulage, von der Landarzt-Prämie oder dem Hebammen-Bonus. Nicht zu vergessen Herrmanns Traum vom digitalen Rathaus. „Wir wollen, dass die Daten und nicht die Bürger laufen.“

Selbst diese flotten Sprüche verpufften ob seines monotonen Vortrags. Das anfangs stille Publikum regte sich merklich, begann mit immer lauteren Tischgesprächen. So richtig glücklich schienen auch die beiden Gastgeber Steigenberger und Krüns Bürgermeister Thomas Schwarzenberger nicht zu sein, als sie Herrmann mit einem Präsent von der Bühne komplimentierten.

Einen schwarzen Anstrich hatten auch die Grußworte von Uwe Brandl, dem Präsidenten des Deutschen Städte- und Gemeindebundes. Dabei schloss er seine Rede mit den Worten: „Kommunale Interessen haben keine Farbe.“ Was ihn zuvor nicht daran gehindert hatte, über „Linke, Piraten und anderes Gschwerl“ herzuziehen. In Wahlkampfzeiten schadet bei einem strammen Konservativen wie dem scharfzüngigen Niederbayern Brandl bei einem Auftritt in der alpenländischen Provinz auch ein Bekenntnis zu christlichen Werten nicht. „Wenn einer ein Problem mit dem Kreuz hat, dann muss er ja nicht hinschauen.“ Schön und gut, aber was hatte das mit dem Gemeinde-Edikt von 1818 zu tun?

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