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Das Schmuckstück der Krüner Weidegenossen: Der Rohbau der neuen Finzalmhütte thront oberhalb der Finzklamm. 

Krüner Weidegenossen erleichtert 

Finzalm: Rohbau rechtzeitig fertig

Krün - Das ging schnell: Bevor es auf der Finzalm jetzt richtig ungemütlich wird, prangt das Dach auf der künftigen Hirten-Unterkunft der Weidegenossenschaft Krün.

Angesichts nasskalter Temperaturen und des bevorstehenden Winters zieht es momentan wenige hinauf zur Finzalm (1040 Meter). Diejenigen, die es trotzdem wagen, erwartet ein ungewohnter Anblick. Auf dem Sattel einer eiszeitlichen Erdmoräne thront der Rohbau des neuen Schmuckstücks der Weidegenossenschaft Krün: die künftige Finzalmhütte.

„Diese wurde vom Landratsamt nur genehmigt, wenn nach Fertigstellung die alte Hütte abgerissen wird“, betont Alois Kramer junior, Bauernobmann und CSU-Gemeinderat, mit Nachdruck. Nicht ohne Grund: Denn Einheimische, wie etwa der Wallgauer Posthalter Bernhard Neuner senior, wünschen sich den Erhalt der etwa 100 Meter entfernten alten Hirten-Bleibe. Doch die Rechtslage ist aus seiner Sicht leider eindeutig.

So werden die Dinge auf dem inzwischen frostigen, 312 Hektar umfassenden Niederleger, auf dem im Früh- und Spätsommer Jungvieh (bis zu 100 Tiere) grast, ihren amtlicherseits geforderten Weg gehen. Bislang wurden auf dem Höhenrücken oberhalb der gleichnamigen Klamm rund drei Meter vom Erdreich abgetragen. Die Bodenplatte hatte man bereits im Sommer betoniert. Nun also folgte auf den 80 Quadratmetern Grundfläche der beachtliche Rohbau – eine Holzkonstruktion mit Zierbund. Almerisches Herz was willst Du mehr.

Laut Kramer soll mit dem Innenausbau im Frühjahr begonnen werden. Geplant sind in zwei Stockwerken eine Küche, ein Wohn- und Schlafraum sowie Toilette und Dusche. Zum Vergleich: In der bisherigen Bleibe gab’s für Hirten Max Kriner auf dreimal fünf Meter ein Zimmer und Plumpsklo.

„Für die Abwässer bauen wir eine biologische Kläranlage“, ergänzt Kramer, der vor einem Jahr mit seinen Finzalm-Plänen an die Öffentlichkeit gegangen war und damit bei den 24 Krüner Weiderechtlern und im Gemeinderat auf einhellige Zustimmung gestoßen war.

Spielt das Wetter mit, soll im Frühsommer 2017 die neue Almhütte bezugsfertig sein und schließlich standesgemäß eingeweiht werden. Dann läutet für das 1900 erbaute Blockhäuserl vis-a-vis endgültig das Totenglöckchen – ein wohl grausiger Gedanke für den Wallgauer Posthalter.

Hans Buchwieser

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