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Polizisten ruhen sich am Rande einer Demonstration in Hamburg aus.

Einladung der verletzten Beamten in die Region

G7-Bürgermeister will G20-Polizisten Danke sagen

Sie haben beim G20-Gipfel in Hamburg buchstäblich den Kopf hingehalten. Viele Polizisten trugen dabei Verletzungen an Körper und Seele davon. Ihnen will G7-Bürgermeister Thomas Schwarzenberger unbürokratisch helfen.

Landkreis – Die Jagdszenen im Hamburger Schanzenviertel haben verstört und betroffenen gemacht. Auch der Krüner Bürgermeister verfolgte die Gewaltexzesse während des Hamburger G20-Gipfels mit blankem Entsetzen. „Da hatten wir ein Riesenglück“, meinte er unmittelbar nach den Chaostagen. Die blieben beim G7-Treffen 2015 in Schloss Elmau aus – dank massiver und bestens ausgebildeter Polizeikräfte.

Es ist nicht zuletzt dieses tiefe Gefühl der Dankbarkeit, das den G7-Bürgermeister aus dem Oberen Isartal zu einer ganz besonderen Geste bewegt. Er möchte im Verbund mit den Vermietern der Zugspitzregion die unzähligen verletzten und traumatisierten Polizisten, die bei den Straßenschlachten in Hamburg Leib und Leben riskierten, einige unbeschwerte Tage in der Region zwischen Staffelsee und Karwendel ermöglichen – zum Nulltarif. „Auf diese Weise wollen wir noch einmal Danke sagen, das ist uns wichtig.“

Thomas Schwarzenberger möchte sich bei der Polizei erkenntlich zeigen.

Inzwischen sind entsprechende Schreiben an die heimischen Gastgeber rausgegangen. Deren Kooperation basiert auf reiner Freiwilligkeit. „Das ist keine Verpflichtung.“ Bis kommenden Montag haben die Vermieter Zeit, ihre Bereitschaft zu signalisieren. Ansprechpartnerin ist Judith Fidler, die stellvertretende Geschäftsführerin der Isartaler Tourismus-GmbH Alpenwelt Karwendel.

Dass eine gute Tat nicht so ohne Weiteres zu bewerkstelligen ist, war selbst Schwarzenberger zunächst nicht bewusst. Laut Beamtengesetz dürfen Staatsbedienstete zwecks Bestechungsgefahr nämlich solche Geschenke gar nicht annehmen. Aus diesem Grund waren einige Telefonate mit Experten des Innenministeriums nötig, um diesen kostenlosen Erholungsurlaub überhaupt zu ermöglichen. Daher läuft diese Aktion nun offiziell über die Bayerische Polizeistiftung. An diese Einrichtung werden die Zimmerkontingente gemeldet. Auch deren Verteilung erfolgt über diese Organisation.

Auch wenn der Impuls von Schwarzenberger ausgegangen ist, so wünscht sich der Krüner Bürgermeister die Solidarität der gesamten Zugspitzregion. „Und falls zu wenig zusammenkommen, dann zahlen wir.“ Mit „wir“ meint Schwarzenberger die Alpenwelt Karwendel. Diese schnürt für die Männer und Frauen in Uniform zudem ein „Welcome-Package“. Darin enthalten sind unter anderem Gutscheine, Brotzeiten, Wanderkarten und einiges mehr.

Die verletzten Polizisten – die Rede ist von ungefähr 700 – sollen unbeschwerte Tage in einem Landstrich genießen, in dem die Welt offenbar noch in Ordnung ist.

Christof Schnürer

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