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Zu klein: Der Kindergarten in Krün soll erweitert werden. 

Gemeinderat stellt die Weichen 

Kindergarten Krün: Großes Vorhaben für die ganz Kleinen

Krün profitiert von starken Jahrgängen, die für einen deutlichen Geburtenzuwachs in der Vergangenheit gesorgt haben. Nun werden allerdings Krippenplätze für Ein- bis Dreijährige nötig. Ein Anbau soll passende Räume schaffen. Da eine Zusammenarbeit mit Wallgau scheiterte, nimmt Krün nun selbst das Geld in die Hand.

KrünFür Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) ist es immer eine traurige Sache. Wieder musste er miterleben, wie fünf Krüner Kinder abgewiesen wurden: Kein Krippenplatz in ihrer Heimatgemeinde. „Die Nachfrage steigt“, verdeutlichte der Rathauschef nun im Gemeinderat. So positiv der Geburtenzuwachs ist: Krün stellt es vor ein großes Raumproblem.

Krippenplätze sind keine vorhanden. Die Kinder werden entweder in die Nachbarorte geschickt oder bleibenlänger zu Hause bei den Eltern. Das können sich allerdings nur mehr die wenigsten Erziehungsberechtigten leisten: „Die Mütter sind gut ausgebildet und wollen oder müssen arbeiten“, sagte Anneliese Albrecht (CSU). Schließlich müssen Mütter an ihre Altersvorsorge denken. Die Referentin für Schule, Kindergarten und Jugend beobachtet schon länger, dass viele Kinder, die seit 2013 einen gesetzlichen Anspruch auf einen Krippenplatz haben, abgewiesen werden müssen. „Das tut mir in der Seele weh.“ Zumal es sehr wichtig sei, „Familien im Ort zu halten“.

Verschiedene Anbau-Varianten

Dieses Problem soll nun ein Anbau an den bestehenden Kindergarten lösen. Die Trägerin, die katholische Kirche, habe bereits Unterstützung signalisiert, wie Schwarzenberger aus den Gesprächen mit Pfarrer Michael Wehrsdorf entnommen hat. Wie groß die Räumlichkeiten werden und wie viele Buben und Mädchen letztlich unterkommen, muss nun geklärt werden. Davon wird nämlich letztlich die Förderung abhängen. „Bis zu 85 Prozent könnten wir bekommen“, erläuterte Schwarzenberger. Er geht für die verschiedenen Anbau-Varianten von einer hohen sechsstelligen bis zu einer niedrigen siebenstelligen Summe aus.

Sicher ist indes, dass im Zuge des Anbaus auch der mittlerweile 25 Jahre alte Bestandsbau, in dem zurzeit zwei Kindergarten-Gruppen mit jeweils 25 Kleinen untergebracht sind, modernisiert werden muss. Entstehen sollen neben einem Sozialraum für die Kindergärtnerinnen zudem ein eigener Speisesaal. Bislang müssten die Kinder nämlich „im Gang essen“, wie der Bürgermeister bitter den Ist-Stand zusammenfasst. Bei den niedrigen Kindertischen habe man ohnehin das Gefühl, „ihnen auf die Teller zu treten, wenn man in den Kindergarten geht“.

Warten auf die Fördersumme

Georg Schober (Aktiv für Krün/AfK) wäre es am liebsten, zudem den kleinen Keller auszubauen, um „mehr Raumangebot zu schaffen“. Hierzu müsste aber erst die Höhe der Fördersumme abgewartet werden, erwiderte Schwarzenberger. Denn ein Keller sei bekanntlich „das teuerste an einem Gebäude“. Während dieser zusätzlichen Sanierungsarbeiten sollen die Kindergartenkinder in den neuen Krippe-Räumen unterkommen. „So würden wir uns das Geld für den Umzug in einen Container sparen“, rechnete der Bürgermeister vor.

Schwieriger sieht Schwarzenberger hingegen die Suche nach geeignetem Fachpersonal. „Wir bräuchten für den Anbau mindestens zwei weitere Betreuerinnen.“ Dadurch müsste auch das Verkehrsleitsystem rund um den Kindergarten angepasst werden. „Denn wir würden zusätzliche Parkplätze für die Betreuerinnen benötigen.“ Und da bekanntlich viele Eltern ihre Schützlinge mit dem Auto zum Kindergarten bringen, und es durch die zusätzlichen Krippenplätze mehr Verkehr geben wird, müsste auch hier verkehrstechnisch nachgebessert werden. Der Gemeinderat segnete letztlich den Grundsatzbeschluss sowie den Planungsauftrag für ein Oberauer Architekturbüro einhellig ab. Wenn alles glatt läuft, könnte 2019 in die Detailplanung gegangen werden und 2020 die ersten Krippenkinder in den katholischen Kindergarten St. Sebastian an der Schwarzkopfstraße einziehen.

Jetzt im Alleingang

Dass Krün nun im Alleingang die Krippenplatz-Not bewältigt, bedauert Schwarzenberger sehr. Gespräche mit den Wallgauern habe es nämlich schon gegeben. Das angestrebte Konzept hätte vorgesehen, dass sich ein Ort um die Schule, die andere um den Kindergarten samt Krippe kümmert. „Da sich der Wallgauer Gemeinderat nun für die Renovierung seiner Schule entschieden hat, hat sich ein gemeinsames Konzept für die Kinderbetreuung jetzt erübrigt.“ Wallgaus Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU) hingegen sieht für die Zukunft durchaus noch Spielraum für eine Kooperation zwischen Krün und Wallgau. „Die Schule musste allerdings aus Brandschutzgründen dringend saniert werden.“

Josef Hornsteiner

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