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Zentrales Vorhaben: Die Nordhälfte des Feuerwehrhauses rückt in vielerlei Hinsicht in den Fokus

Viel Geld, viele Ideen, viele Projekte 

Der Traum vom Krüner Rettungszentrum

Die komfortable Finanzlage macht’s möglich: In Krün werden Überlegungen laut, im kommenden Jahr einige kostenträchtige Bauvorhaben anzupacken. Davon profitieren sollen der Bauhof, die Feuerwehr, die Wasserwacht und sonstige heimische Vereine.

Krün – Das Krüner Feuerwehrhaus könnte in naher Zukunft zum Rettungszentrum umgewandelt werden. Dieses Wort hat Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) in der Gemeinderatssitzung erstmals in den Mund genommen. „Das hat Charme“, stimmte ihm Franz-Paul Reindl (Bürgerliche Wählergemeinschaft/BWG) zu.

All die Überlegungen für ambitionierte Bauvorhaben in nächster Zeit sind plötzlich möglich – dank der ausgesprochen günstigen Finanzlage. Alleine bei der Gewerbesteuer verzeichnet Krün eine Mehreinnahme von knapp einer Million Euro. „Da können wir schon ein bisschen für die Zukunft planen“, findet Schwarzenberger. Konkret zielt er als ersten Schritt auf die gemeindeeigene Fläche (4400 Quadratmeter) im Gewerbegebiet Süd ab. Dort soll die schon lange für den Bauhof geplante Fahrzeughalle mit Aufenthalts- und Lagerräumen entstehen. „Mir geht’s dabei um einen Zweckbau“, entgegnete der Bürgermeister dem Gemeinderat Georg Schober (Aktiv für Krün/AfK), der bei der Planung einen Keller und eine Mitarbeiter-Wohnung angeregt hatte.

Alles noch Zukunftsmusik. Jetzt geht es beim zweiten Bauhof-Komplex – eine Gerätehalle steht schon – um erste Planungen und die Kostenermittlung. Das Gremium beauftragte damit den Oberauer Bau-Experten Georg Kuba per einhelligem Votum. Entscheidend für den Bürgermeister ist: Das Vorhaben – die Rede ist von bis zu 700 000 Euro Kosten – muss alleine mit Eigenmitteln gestemmt werden. Was beim Blick in die prall gefüllte Gemeindekasse möglich erscheint.

Könnte mit Halle zwei tatsächlich im Herbst 2018 auf dem Gelände zwischen Stromleitung und Aldi begonnen werden, hätte das für ein Gebäude innerorts weitreichende Folgen: das Feuerwehrhaus. Dessen nördliche Hälfte, in der aktuell noch Bauhof-Inventar untergebracht ist, würde dann frei werden. Womit wir nun beim eingangs erwähnten Rettungszentrum wären, in dem künftig neben den Brandbekämpfern auch noch die Wasserwacht eine – beheizte – Heimat im Keller und in drei Hallen finden soll. „Der Standort wäre deutlich besser wie der im Gries oder Gewerbegebiet – das macht Sinn“, verdeutlichte Schwarzenberger. Und deutlich billiger als ein Neubau ist das obendrein.

Im Rat stieß diese Variante auf ungeteilt positives Echo. „Eine hervorragende Idee“, fand Lothar Ragaller junior (BWG). „Blaulicht-Fahrten auf Nebenstraßen würden dann weniger werden.“ Bislang befindet sich das Wasserwacht-Depot im abgelegenen Gries. Im Ernstfall kurven die Retter mitten durchs Wohngebiet, um zum Einsatzort zu gelangen. Ganz anders ist da der zentral positionierte neue Standort an der Karwendelstraße – der Hauptverkehrsader. „Der optimale Punkt“, glaubt Alois Kramer junior (CSU), „einfach ideal“. Für Zweiten Bürgermeister Klaus Koppe (Freie Wähler Klais) ist das Vorhaben allgemein „eine sehr, sehr gute Sache“. Kein Wunder, dass auch dieser Punkt einstimmig abgesegnet wurde.

Doch in den Planspielen von Schwarzenberger und Co. sollen zudem die anderen örtlichen Vereine nicht zu kurz kommen. So ist auf einem weiteren, kleineren kommunalen Grundstück im Gewerbegebiet (500 Quadratmeter) ein Zweckbau vorgesehen, wo Veteranen, Musikanten, Sportler und viele mehr je nach Bedarf ihre Utensilien verstauen können.

Bislang ist das Ganze sehr dezentral geregelt. Der Touristikverein parkt seine Ständer etwa in der Standortverwaltung Mittenwald. Die Feuerwehr wiederum nutzt einen Stadel in Wallgau. Profitieren würde von der Vereinshalle auch die Gemeinde. Dann wäre ihr Toilettenwagen endlich unter Dach.

Parallel dazu möchte man auch den Wertstoffhof vom Gries ins Gewerbegebiet verlagern. Mit anderen Worten: Künftig kein Blaulicht und kein Flaschen-Lärm mehr in diesem beschaulichen Ortsteil, in dem es natürlich auch viele Vermieter gibt. „Eine nachhaltige Entlastung fürs Dorf“, schlussfolgerte Franz-Paul Reindl, der in dem neuralgischen Viertel wohnt.

Noch einmal zurück zum Feuerwehrhaus. Dessen kompletter Erster Stock soll ebenfalls angepackt werden – gerade in energetischer Hinsicht. Die riesigen Fenster etwa stammen aus dem Jahr 1969. „Damit heizen wir die ganze Welt“, versuchte der Bürgermeister mit leicht zugespitzten Worten den Ist-Zustand zu beschreiben. Handlungsbedarf besteht zudem bei der Außentreppe. Der Allzweckraum in der oberen Etage soll ebenfalls aufgehübscht werden. Dort ist nicht nur die Bücherei untergebracht. Hier probt auch die Musikkapelle, finden Yoga-Kurse und Mutter-Kind-Turnen statt. Mit der Planung soll der ortsansässige Architekt Christian Siedenburg beauftragt werden.

Das Pensum für 2018 ist durchaus beachtlich. Soviel kann man jetzt schon sagen – viel Geld, viele Ideen, viele Projekte.

Christof Schnürer

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