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Nächstes Projekt: Auf dieser Fläche im Bauhof-Areal soll die neue Fahrzeughalle entstehen. 

Investition im Gewerbegebiet 

Fahrzeughalle für 900.000 Euro: Krün finanziert Projekt aus der Portokasse

Die Gemeinde Krün will im Gewerbegebiet Süd eine Fahrzeughalle für den Bauhof errichten. Die Kosten von etwa 900 000 Euro sollen vorerst mit eigenen Mitteln geschultert werden. Am Dienstag wird der Gemeinderat das Vorhaben im Zuge der Haushaltsberatung verabschieden.

Krün – Eine neue Fahrzeughalle für den Bauhof im Gewerbegebiet Süd? Kein Problem für die inzwischen wohlhabende Gemeinde Krün. Das 900 000-Euro-Projekt finanziert sie dank üppiger Reserven sozusagen aus der Portokasse. Laut Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) soll der Neubau beileibe nicht das einzige Vorhaben bleiben. Auf der Agenda beziehungsweise im aktuellen Haushaltsplan stehen beispielsweise auch Feuerwehrhaus, Friedhofsmauer, Kinderkrippe oder Hochwasserschutz. Das Besondere dabei: „Wir wollen viel investieren, aber ohne Kreditaufnahme“, verdeutlicht Schwarzenberger. „Allerdings müssen wir bei den Rücklagen dann ziemlich runterfahren.“ Was beim Blick ins kommunale Sparschwein durchaus verschmerzt werden kann. Waren zum Jahreswechsel 2,3 Millionen Euro als stille Reserve gebunkert, so soll sich dieser Betrag aufgrund weiterer Einnahmen Ende 2018 auf 3,1 Millionen Euro erhöhen.

Kein Wunder also, dass Kämmerer Bartholomäus Reindl am kommenden Dienstag ein weiteres Mal einen Bilderbuch-Etat mit vielen Investitionen und keiner Kreditaufnahme geschweige denn Steuererhöhung zur Diskussion stellen kann.

Wie gesagt: Ein wesentlicher Baustein im ambitionierten Investitionsprogramm ist die Bauhofhalle. Wollte die Gemeinde diese zunächst ohne Keller realisieren, ist man davon nach Rücksprache mit dem beauftragten Oberauer Architekten Georg Kuba abgekommen. So soll nun laut jüngster Planung etwa ein Drittel (150 Quadratmeter) des Zweckgebäudes unterkellert werden, was zu Mehrkosten von rund 100 000 Euro führt. Ursprünglich war das Vorhaben auf etwa 780 000 Euro taxiert.

Neben dem Untergeschoss möchte man zudem noch einen Waschplatz vor der Halle errichten. Daher gehen die Rathaus-Verantwortlichen von Gesamtkosten in Höhe von zirka 900 000 Euro aus. Wahrscheinlich wird im Herbst mit dem Unter- und Rohbau der Halle auf dem gemeindeeigenen Grundstück (4400 Quadratmeter) im Gewerbegebiet begonnen. Im Winter soll dann der Ausbau des 20 mal 15 Meter großen und 7,50 Meter hohen zweigeschossigen, mit Holz verschalten Komplexes erfolgen. „Realistisch ist daher, dass wir im Jahr 2019 einziehen.“ Die einzelnen Gewerke will die Gemeinde Schwarzenberger zufolge einzeln ausschreiben. „Dann können auch einheimische Firmen mitbieten.“

Für heuer hat Krün 450 000 Euro an Eigenmitteln im Haushalt bereitgestellt. Der Rest in ähnlicher Höhe soll 2019 fällig werden. Allerdings überlegt sich der Gemeinderat, ob er dafür nicht ein Darlehen aufnimmt. Zwar könnte auch die verbleibende Summe locker geschultert werden. Doch das derzeit historisch niedrige Zinsniveau ist auch für die öffentliche Hand nicht uninteressant. Ob Krün allerdings in diesem Fall bis 2025 schuldenfrei wird?

Christof Schnürer

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