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Projekt abgeschlossen: Die Gemeinde Krün kann trotz einer Sondertilgung für die Floriansbrücke über den Isarkanal im Jahr 2016 Rücklagen bilden. 

2016 finanziell gut abgeschlossen

Krün: Weniger Schulden, mehr im Sparschwein

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Neuer Spitzenwert bei der Gewerbesteuer, sinkende Verschuldung und gute Rücklagen: Krün befindet sich in der finanziellen Komfort-Zone. Die Jahresrechnung 2016 ist der Beweis.

Krün – Wenn’s läuft, dann läuft’s. Zumindest hat Thomas Schwarzenberger (CSU) derzeit beim Blick auf die Finanzen nicht allzu viel zu klagen. Denn in Krün setzt sich der positive Trend weiter fort. Das belegt die Jahresrechnung 2016, die nun einstimmig vom Gemeinderat genehmigt wurde. Sie war ein absolut „erfreulicher Punkt“ auf der Tagesordnung. Der Konsolidierungskurs des Bürgermeisters trägt Früchte.

Einer der wichtigsten Eckpfeiler sind die Gewerbesteuereinnahmen des rund 1900-Seelen-Ortes. „Die sind noch besser als letztes Jahr“, betonte Schwarzenberger. Beliefen sich diese 2015 noch auf rund 1,65 Millionen Euro, flossen 2016 gut 1,7 Millionen. Mehr als geplant und der neue Spitzenwert, selbst wenn die Umlage noch abzuziehen ist. Große Schwankungen erwartet der Rathauschef auch 2017 nicht, er kalkuliert mit Einnahmen in ähnlicher Größenordnung. Zumal die Berechnungsgrundlage das G7-Jahr ist. „Da wurden gute Umsätze gemacht.“ Angesichts dieser Entwicklung erinnerte sich Schwarzenberger, der 2002 als Polit-Neuling das Amt übernahm, gerne an 2006 zurück, als man noch bei etwa 488 000 Euro lag.

Den Vergleich zog er ebenfalls bei der Einkommensteuer heran. Ergebnis: Weiter gestiegen und seit damals „fast verdoppelt“. Und dennoch schlagen bei diesem Thema zwei Herzen in seiner Brust. Denn Krün wird bei den Schlüsselzuweisungen vom Freistaat heuer wohl leer ausgehen. Ein Zeichen, dass die Kommune sich selbst über Wasser halten kann. Schwarzenberger zufolge sind es insgesamt vier Gemeinden, auf die das zutrifft. Zwar muss Krün voraussichtlich auf dieses Geld verzichten, dafür „sind wir unter den besten Vier bei der Steuerkraft“.

Dennoch mahnt Kämmerer Bartholomäus Reindl zur Vorsicht. Denn für den Fall, dass die Gewerbesteuer einmal einbrechen sollte, muss die Kommune dann zwei Jahre ohne die Schlüsselzuweisung überbrücken. „Das sind immer schwierige Jahre, die es abzufedern gilt.“ Deshalb empfehle es sich stets, die Ausgaben nie aus den Augen zu verlieren, selbst wenn sich die Einnahmen gut entwickeln. Dem wollte Schwarzenberger in keiner Weise widersprechen. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht zu euphorisch werden.“ Denn es stehen einige Vorhaben an: Die Dorferneuerung in Klais soll heuer starten, die Gestaltung des Dorf- und Kirchplatzes und der Neubau von zwei Brücken am Kranzbach. Zusätzlich sitzt Krün noch auf etwa einer Million Schulden bei „BayernGrund“ aus der G7-Zeit. Zu Buche schlagen diese mit rund 2,2 Millionen Euro, es fließen aber noch Zuschüsse. „Man muss 2017 abwarten.“

Doch auch in diesem Punkt macht die Gemeinde Fortschritte. Noch nie waren die Schulden so niedrig. „Man muss jetzt schauen, dass man sie abbaut“, sagte der Rathauschef. „Es werden sicher wieder andere Zeiten kommen, in denen wir jeden Euro umdrehen müssen.“ Obwohl es derzeit nicht danach aussieht. Denn Krün konnte trotz einer Sondertilgung für die Floriansbrücke sogar noch gut 1,3 Millionen Euro dem Vermögenshaushalt zuführen. Über eine Million mehr als angepeilt. Gleichzeitig hat sich die Kommune ein ordentliches Rücklagen-Polster angefuttert. Der einzige Wermutstropfen: Die Bestmarke wurde nicht ganz geknackt.

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