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Überflutet: die Straße Richtung Krün im Bereich Bärnbichl. Das war im Jahr 2013. 

Rückhaltebecken am Bärnbichl wird vorangetrieben

Großes Gefahrenpotenzial: Hochwasserschutz steht in Krün an erster Stelle

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Bei diesem Thema versteht Thomas Schwarzenberger (CSU) wenig Spaß. Es ist zu ernst. Angesichts der immer häufiger auftretenden Starkregenfälle ist ein Hochwasserschutz im Bereich Bärnbichl unumgänglich. Deshalb setzt Krüns Bürgermeister alle Hebel in Bewegung, um das Projekt so schnell wie möglichin die Tat umzusetzen.

Krün – Simbach, Juni 2016: Sieben Menschen sterben, ein Schaden von etwa einer Milliarde Euro entsteht. Die Bilder der Verwüstungen, der verzweifelten Betroffenen, die ihr Hab und Gut bei dem Jahrtausendhochwasser verloren haben, stecken noch vielen in den Köpfen. Immer öfter sind Schreckensnachrichten von Überflutungen in den Medien zu hören.

Zuletzt am Dienstag, mitten aus Garmisch-Partenkirchen. Der vermeintlich kleine Gebirgsfluss, die Partnach, verwandelte sich in eine reißende Flut. Ein Einheimischer (52) verlor sein Leben. Katastrophen wie diese ereignen sich bei „kleineren Bächen wie dem Kranzbach“, sagt Thomas Schwarzenberger (CSU) besorgt. Sie führen ihm eines deutlich vor Augen: Das Thema Hochwasserschutz „müssen wir ernst nehmen“.

„Das hat oberste Priorität“

Krüns Bürgermeister beschäftigt sich derzeit intensiv mit Plänen, die wegen des G7-Gipfels ein paar Jahre in der Schublade schlummerten. Die Installation eines Rückhaltebeckens am Kranzbach im Bereich Bärnbichl stuft er ob der immer häufigeren Starkregenfälle nun ganz anders ein. „Das hat oberste Priorität“, betont Schwarzenberger. Eine Untersuchung machte den Ist-Stand deutlich. Das Ergebnis gefiel dem Rathauschef nicht. „Es könnte zu großen Problemen in Krün kommen“, verdeutlicht der Ortschef, kein Mann der Übertreibungen. Er selbst räumt ein, nicht von einer solchen Gefahr ausgegangen zu sein.

Deshalb setzt Schwarzenberger alles daran, potenziell mögliche Überflutungen zu verhindern. Auch wenn es kostspielig wird. Er rechnet grob mit Beträgen, die bei 1,5 Millionen Euro liegen. Ein ordentlicher Batzen. Selbst mit Förderungen müsse die Gemeinde etwa 400 000 Euro selbst stemmen. 2016 wurde bereits das Integrale Hochwasserschutz- und Gewässer-Entwicklungskonzept vom Gemeinderat beschlossen. Es bildet die Basis für das Projekt, bei dem südlich des Maximilianhofs ein etwa 30 Meter langer Staudamm errichtet werden soll. Damit will man die Flut stoppen und sie auf einer vorgelagerten Wiese auslaufen lassen. Im schlimmsten Fall bildet sich nördlich von Bärnbichl ein etwa ein Hektar großer See.

Rohre lassen zu wenig Wasser durch

Die Untersuchungsresultate sprechen eine klare Sprache. Vor allem bereiten die Kranzbach-Durchlässe unter der Krottenkopf- und Walchenseestraße Probleme. Die Größe der Rohre ist begrenzt, sie lassen zu wenig Wasser durch. Ziel muss sein, diese so zu gestalten, dass sie möglichst hohe Mengen abführen, damit sich kein Rückstau bildet. Gleichzeitig will man innerorts die Uferverbauung angehen. Schwarzenberger sagt’s mit aller Deutlichkeit: „Wir müssen das Wasser wegbringen.“ Der Planungsauftrag ist bereits erteilt. Ebenfalls liegen der Gemeinde hydrologische Daten vor. Zum Beispiel, wieviele Mengen Wasser der Bach führt. Eine geologische Expertise, Grundlage für die Höhe und Breite des Damms, fehlt bislang. „Wir brauchen noch Zeit für die Planungsphase“, sagt Schwarzenberger, obwohl er lieber heute als morgen das Projekt abgehakt hätte.

Nicht allein wegen des Sicherheitsaspekts. Die prekäre Situation wirkt sich auf Bautätigkeiten aus. Heißt konkret: keine Genehmigungen für ein Überschwemmungsgebiet. Der Bürgermeister denkt an ein bestimmtes Vorhaben: die für den Ort wichtige Kinderkrippe. Sie würde in dem betroffenen Bereich liegen. „Es kann sein, dass wir keine Genehmigung kriegen, bevor wir die andere Sache nicht gelöst haben.“

Die Zeit läuft – gegen Krün. Schwarzenberger bleibt am Ball. Er will sich nicht den Vorwurf gefallen lassen müssen, von der Gefahr gewusst, aber nichts dagegen unternommen zu haben. Jetzt heißt es hoffen: Darauf, dass die Wassermassen ausbleiben, bis sie die Schutzvorkehrung – die Krüner Lebensversicherung – in kontrollierbare Bahnen lenkt.

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