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Ihr neues Mitglied Pfarrer Michael Wehrsdorf (M.) nehmen die Kommandanten (v.l.) Anton Simon (Krün), Hubert Klotz (Mittenwald) und Johann Holler (Wallgau) sowie Florian Holzer (Vorsitzender Feuerwehrverein Krün) auf .

Das gab‘s noch nie...

Isartaler Feuerwehren nehmen ein und dasselbe Mitglied auf

Oberes Isartal - Im Isartal wurde Geschichte geschrieben: Die drei Feuerwehren der Gemeinden haben ein gemeinsames neues Mitglied. Und das ist eigentlich in einer anderer Mission unterwegs.

Es ist sowas wie eine Isartaler Weltneuheit. Die Feuerwehren aus Mittenwald, Krün und Wallgau haben eine Premiere gefeiert. „Niemals in der Geschichte unserer Wehren“, sagte der Krüner Kommandant Anton Simon am Jahrtag, „wurde ein Mitglied in allen drei Wehren gleichzeitig aufgenommen.“ Die Spannung stieg. Wer konnte das nur sein? Simon gab ein Rätsel auf und löste dieses erst nach einer kurzen Pause auf.

Die Kommandanten und Vorstände haben beschlossen, Pfarrer Michael Wehrsdorf als Vereinsmitglied aufzunehmen. Applaus für den Seelsorger, der schon von der Mittenwalder Wehr bei deren Jahrtag eine Uniform mit dem Seelsorger-Abzeichen am Ärmel bekommen hatte. Als Ergänzung wurden ihm jetzt die passenden Hemden, Abzeichen und Vereinsnadeln der drei Wehren überreicht.

„Herr Pfarrer, Sie werden schnell merken, dass die Isartaler Wehren wie Geschwister sind“, betonte Simon im Namen seiner Kollegen. „Manchmal wird diskutiert, aber wenn es darauf ankommt, wird kameradschaftlich zusammengeholfen.“ Als dienstältester Kommandant machte Hans Klotz aus Mittenwald deutlich, dass es schon viele Einsätze gegeben hat, „bei denen wir einen Seelsorger gebraucht hätten“.

Dass die Wehren sich für diesen Schritt entschieden haben, kommt nicht von ungefähr. „Ich weiß, dass Sie engagierter Feuerwehrmann sind“, sagte Klotz. Schließlich besitzt Wehrsdorf bereits zwei Leistungsabzeichen. Wie es dazu kam, erzählte der Geistliche selber. Während seiner Zeit als Pfarrer in Tittmoning ist er nach dem Gottesdienst manchmal in das gegenüber der Kirche liegende Gasthaus gegangen. Dort saßen immer viele Feuerwehrleute, die ihn überredeten, bei ihnen Mitglied zu werden. 1992 schaffte der Seelsorger das Leistungsabzeichen und das Technische Leistungsabzeichen jeweils in Bronze. „Bei Übungen habe ich oft mitgemacht, am liebsten war mir aber die Arbeit im Schlauchtrupp“, sagte der Pfarrer zu den schmunzelnden Kameraden. Auch bei ernsten Einsätzen war er zur Stelle und hat bei Absperrungen geholfen. „Zum Glück gab es keinen Einsatz, bei dem ich als Seelsorger gebraucht wurde.“

Für den katholischen Pfarrer bedeutet die Aufnahme als Mitglied in allen drei Wehren eine große Ehre. „Sie zeigt mir den großen Zusammenhalt im Oberen Isartal.“ 

Wolfgang Kunz

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