Dieser Bereich ist schon länger auf dem Schirm. Polizeichef Hubert Hohenleitner
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Dieser Bereich ist schon länger auf dem Schirm. Polizeichef Hubert Hohenleitner

B 2-Brennpunkt unter der Lupe

Unfallserie in Gerold: Karambolagen zwingen zum Handeln

  • VonChristof Schnürer
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Krün – Drei schwere Verkehrsunfälle binnen einer Woche immer an der nahezu selben Stelle – kann das noch Zufall sein? Der B 2-Brennpunkt bei Gerold muss daher genau unter die Lupe genommen.

Krün - Drei schwere Unfälle binnen einer Woche - das ist einfach zu viel. „Dieser Bereich ist schon länger auf dem Schirm“, bestätigt der Mittenwalder Polizeichef Hubert Hohenleitner. Für Mittwoch, 18. Juli, kündigt der Dienststellenleiter ein Treffen der sogenannten Unfallkommission an.

Mit anderen Worten: Vertreter des Staatlichen Bauamts Weilheim, des Landratsamts und der Polizei schauen an Ort und Stelle, wie der Gefahrenpunkt Gerold möglicherweise entschärft werden könnte.

„Das begrüße ich absolut“, verdeutlicht der Krüner Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU), der um diesen Termin gebeten hatte. In diesem Zusammenhang erwähnt der Rathauschef, dass erst vor vier bis fünf Wochen bei dem Weiler Experten gefachsimpelt haben – weit vor der jüngsten Unfallserie, bei der es viele Verletzte und glücklicherweise keine Toten gegeben hat. Doch das ist angesichts des hohen Verkehrsaufkommens für Schwarzenberger nur mehr eine Frage der Zeit. „Ich habe dort schon vor drei Jahren dringenden Handlungsbedarf gesehen“, untermauert der Bürgermeister. Bereits damals will er mit Nachdruck ein Tempolimit gefordert haben. Ihm zufolge sei das seinerzeit aber von den zuständigen Behörden abgelehnt worden.

Auch jetzt glaubt Schwarzenberger, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung – erlaubt sind aktuell 100 Stundenkilometer – sozusagen als „Sofortmaßnahme“ unmittelbar umgesetzt werden sollte. Mögliche bauliche Veränderungen könnten dann als nächster Schritt eruiert werden. „Das allerdings ist meine laienhafte Sicht“, schränkt Schwarzenberger ein.

Klingt trotzdem irgendwie plausibel. An einer Abbiegespur nach Gerold wird man angesichts des stetig wachsenden Verkehrs über kurz oder lang ohnehin nicht mehr vorbeikommen. Dahingehend lässt sich Polizeichef Hohenleitner nicht in die Karten schauen. Egal ob Fahrbahnverbreiterung oder eine durchgezogene Linie – „es liegen einige Vorschläge auf dem Tisch“. Mögliche Maßnahmen seien „schon länger in Planung“.

In diesem Kontext sei an August 2017 erinnert. Damals entschlossen sich die Sicherheitsbehörden aus gegebem Anlass, den B 2-Parkplatz bei Gerold zu schließen. Wenige Tage zuvor hatte dort eine Autofahrerin eine fatale Kettenreaktion ausgelöst. Die Einheimische hatte seinerzeit laut Polizei übersehen, dass das Auto vor ihr links auf diese Stellfläche abbiegen wollte. Die Folge: An diesem 3. August 2017 krachten insgesamt fünf Pkw zusammen. Neun Verletzte war die traurige Bilanz.

Vier Jahre später kommen sechs weitere dazu.

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