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Aufs Dach gestiegen sind im Januar viele freiwilligen Helfer in Krün.

Januar-Schneefall: eine Bilanz

Der Katastrophenfall und seine Folgen: Vor diesen Fragen stehen die Gemeinden

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Die sogenannte Schnee-Katastrophe vom Januar wirft in vielerlei Hinsicht Fragen auf. Der massive Einsatz von Rettungspersonal hat die Bürgermeister von Krün und Wallgau jedenfalls ins Grübeln gebracht. Eine Bilanz.

Krün/Wallgau – Die wichtigste Erkenntnis zu allererst: „Wir waren weit weg von einer Katastrophe.“ Diese Einschätzung des Krüner Bürgermeisters Thomas Schwarzenberger (CSU) deckt sich zu 100 Prozent mit der seines Wallgauer Amtskollegen Hansjörg Zahler (CSU). Dieser bilanziert über die akute Wetterlage von Mitte Januar: „Viel Schnee in kurzer Zeit, letztendlich aber Winter.“

Damit ist der massive Schneefall gemeint, der durch das Ausrufen des Katastrophenfalls durch das Landratsamt im Oberen Isartal zu einer regelrechten Materialschlacht ausuferte. Unzählige freiwillige Helfer kletterten auf die Dächer und befreiten die Häuser von der weißen Last. „Zu Spitzenzeiten waren es 320 Leute“, teilte Schwarzenberger in seiner Bilanz dem Krüner Gemeinderat mit. „Insgesamt wurden 147 Dächer abgeschaufelt.“ Wie sich im Rückblick herausstellte, in den überwiegenden Fällen eine reine Vorsichtsmaßnahme. Im Falle Krün berichtete Schwarzenberger von lediglich zwei Anwesen, bei denen die Order der Experten lautete: „Erst abräumen, dann betreten.

Der von amts wegen verordnete K-Fall, der den Einsatz zahlreicher übergeordneter Rettungseinheiten erst ermöglichte, führte aber auch ob des Begriffs Katastrophe zu Irritationen – gerade bei der Bevölkerung. Im Rathaus klingelte das Telefon in der heißen Phase nahezu ununterbrochen. Am anderen Ende: besorgte Bürger, die unter anderem wissen wollten, ob ihr Haus vom Einsturz gefährdet sei. „Wir erhielten viele Anrufe“, bestätigt der Krüner Bürgermeister, „teilweise waren sie berechtigt, teilweise nicht“.

Die Unruhe entstand aber auch durch diverse TV-Berichte aus dem „Katastrophengebiet“, die laut Rathauschef Zahler noch eine weitere, unangenehme Folge hatte: „Das mediale Echo führte dazu, dass haufenweise Stornierungen von Gästen in unseren Urlaubsquartieren erfolgten.“ Durch den sogenannten Katastrophenfall ist einerseits im Fernsehen ein falscher Eindruck entstanden, andererseits „ermöglicht uns die Ausrufung des K-Falls, einen Teil der angefallenen Kosten über den K-Fonds abzurechnen“. Glaubt man Zahler, so sollen in Wallgau schätzungsweise „über 100 000 Euro“ aufgelaufen sein. Ganz so viel soll’s in Krün nicht sein. Aktuell ist von knapp 60 000 Euro die Rede. In dieser Summe finden sich aber nicht die gemeindeeigenen Kosten.

Diese werden darüberhinaus im Frühjahr überdurchschnittlich anfallen, wenn es um die Reinigung der straßennahen Wiesen von Rollsplit, Sand oder ähnliches geht. Auch das wird für die Kommune eine Herausforderung. Denn diese umfangreichen Arbeiten müssen vor Einsetzen des Graswachstums abgeschlossen sein.

Eine Aufgabe, die der Bauhof sicherlich schultern werde, zeigt sich Schwarzenberger überzeugt. Was ihm allerdings Kopfzerbrechen bereitet, ist ein anderer Umstand. Seit 2015 werden ihm zufolge die Schneemassen im Dorf zum Gewerbegebiet abtransportiert und auf der freien Parzelle nördlich des Umspannwerks deponiert. Heuer nahm dieser weiße Berg beinahe schon monströse Dimensionen an. Der Bürgermeister fragt sich deshalb: Wohin mit dem vielen Schnee, wenn die Kommune dieses Grundstück erst mal verkauft hat?

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