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Ungewisse Zukunft: Wie die Kiesproblematik der Isar gelöst werden soll, dafür gibt es noch keine klare Strategie. Ein Entwurf für ein Ausschotterungsbecken liegt derzeit bei der Regierung. 

Lösungsvorschlag umstritten

Kies-Probleme an der Isar: Warten auf das Machtwort

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Er scheidet die Geister: der Kiesfang am Krüner Wehr. Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim hat Entwürfe für ein solches Projekt bei der Regierung von Oberbayern eingereicht. Deren erste Einschätzung fällt aber eher kritisch aus.

Krün– Sie gilt als der letzte Wildfluss Deutschlands, vielerorts ist sie eingebettet in Natur, die Klein-Kanada gleicht. Doch die Isar hat ein Problem. Seit der Energiekonzern Eon bei Hochwasser die Schleusen am Krüner Wehr öffnet, rauschen nicht nur Wassermassen Richtung Wallgau, auch große Mengen an Kies werden mitgeschwemmt. Und dieser verlandet, während das Wasser versickert. Die Folge: Fische sitzen auf dem Trockenen – sie sterben. Seit Jahren läuft die Suche nach einer Lösung. Die aktuellen Entwicklungen finden nicht nur Freunde.

Das Wasserwirtschaftsamt Weilheim befasste sich mit den Schwierigkeiten. Die Kiesräumungen, die infolge von Spülungen und Hochwasserereignissen in den Folgejahren erfolgten, seien in mehrfacher Hinsicht für fast alle Beteiligten unerfreulich gewesen, heißt es von Seiten des Vize-Leiters Johannes Riedl. Die Behörde reagierte und beobachtete eine vergleichbare Situation am Lech oberhalb von Reutte – um daraus Erkenntnisse für die Isar zu ziehen. In der Konsequenz wurde ein so genanntes Ausschotterungsbecken, auch Kiesfang genannt, untersucht und optimiert. Der entsprechende Entwurf liegt Riedl zufolge derzeit zur Prüfung und Genehmigung bei der Regierung von Oberbayern. Anschließend soll das Vorhaben im Planfeststellungsverfahren ausgelegt und erörtert werden.

Diese Absichten dürften Hans Schanderl freuen. Der Gewässerwart des Kreisfischereivereins Garmisch-Partenkirchen kämpft seit vielen Jahren für einen Kiesfang am Weststausee, konkret im Bereich nach dem Überweg. Ein Gegner ist Christoph Schober. In einem Antrag, der im Rahmen der Bürgerversammlung vorgelesen wurde, appelliert er an die Gemeinde und die Bevölkerung, „gegen dieses Horrorprojekt massiv vorzugehen“, um jegliche Planungen in diese Richtung „schon im Keim zu ersticken“. Der Krüner vertritt in vielen Belangen die Bedenken, die beiden betroffenen Bürgermeister Hansjörg Zahler und Thomas Schwarzenberger (beide CSU) mehrfach in der Vergangenheit geäußert haben. Neben der Belastung durch Baufahrzeuge, die den Kies abtransportieren müssen, erinnert er unter anderem daran, dass die Kommune viel unternommen hat, um das Gebiet touristisch zu erschließen – nicht zuletzt durch den „Isar-Natur-Erlebnisweg“. „Wenn man nur das Wohl seiner Fische im Kopf hat, fehlt es hier den Verantwortlichen an einer ganzheitlichen Sichtweise, die alle Belange mit einschließt, die ein solches Projekt nach sich ziehen.“ Den Kiesfang zu realisieren, würde seiner Meinung nach das Naherholungsgebiet in einem sensiblen Ökosystem vollkommen zerstören.

Nach den Auskünften von Riedl suchte Schwarzenberger das Gespräch mit Siegfried Sappl, dem leitenden Baudirektor für Wasserwirtschaft bei der Regierung. Daraus sei hervorgegangen, dass die Regierung die Pläne kritisch sehe. „Man ist von der Wirkung nicht überzeugt und hat Bedenken, ob das Vorhaben naturschutzrechtlich umsetzbar ist“, teilt der Rathauschef mit. Eine abschließende Meinung steht aber noch aus. Es bleibt abzuwarten, ob die Planungen weiterverfolgt werden.

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