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Klares Ja zur Pellets-Offensiv in Schloss Elmau

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Von: Christof Schnürer

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Luftaufnahme vom Fünf-Sterne-Superior-Hotel Schloss Elmau bei Krün
Luxushotel mit hohem Energiebedarf: Wer auf dem Dach des Badehauses (oben rechts) einen „Rooftop-Infinity-Pool“ betreibt, der darf tief in die Tasche greifen. Foto: bodmer © Oliver Bodmer

Betreibt man ein Hotel der Luxusklasse, aber es frieren die Gäste, dann könnte das fatale Folgen bedeuten. Um das zu verhindern, will Schloss Elmau weg vom Gas. Der Gemeinderat Krün unterstützt diese Pläne im zweiten Anlauf.

Elmau/Krün – Wohin die Reise gehen soll, steht für Dietmar Müller-Elmau fest: „Ich will kein Gas mehr.“ Mehr noch: Sein Schloss Elmau soll „zu 100 Prozent“ energie-unabhängig sein. In einem ersten Schritt möchte der weit gereiste Unternehmer eine Pellets-Heizung bauen. Ein Vorhaben, bei dem der Gemeinderat Krün grundsätzlich nichts dagegen hat, aber Mitte Juli noch einige Fragen geklärt haben wollte – beispielsweise zur Größe, zum Standort und den Versorgungsfahrten. Nach einer Online-Konferenz mit Bauherrn und Energie-Experten hat das Gremium am Dienstag Grünes Licht gegeben.

„Ich finde das total super und sinnvoll, wenn die da draußen energie-autark arbeiten könnten“, meinte Gemeinderat Franz Ostler (Bürgerliche Wählergemeinschaft). Auch der Bürgermeister kann mit der Pellets-Offensive gut leben. „Wir haben ja kein riesiges Bauwerk mehr“, betont Thomas Schwarzenberger (CSU). In der Tat ist das Versorgungsgebäude, das auf dem Mitarbeiter-Parkplatz unterhalb des Schlosses entstehen soll, wo in G7-Zeiten das sogenannte Briefing-Center stand, nicht mehr 60, sondern „nur“ mehr 40 Meter lang.

Wir dürfen uns keinen Zeitverlust mehr erlauben.

Dietmar Müller-Elmau

Das Thema Energieversorgung spielt in Schloss Elmau nicht erst seit dem Ukrainekrieg eine wesentliche Rolle. Bereits mit der Wiedereröffnung 2007 beschritt man neue Wege. „Wir sind unserer Zeit etwas voraus“, formuliert es Dietmar Müller-Elmau und spielt damit auf die bestehende Hackschnitzelheizung an. „Bislang ist Gas unser Backup gewesen.“ Doch damit soll nun Schluss sein. Geht es nach Müller-Elmau, könnte die Pellets-Heizung bereits im Frühjahr 2023 in Betrieb gehen. „Die Planungen sind fertig, die Anlage ist bestellt.“ Daher drückt der Hotelchef aufs Tempo. „Wir dürfen uns keinen Zeitverlust mehr erlauben.“ Doch so schnell, wie Müller-Elmau meint, wird es wohl nicht gehen. Laut Bürgermeister bedarf allein die Änderung des zugrundeliegenden Bebauungsplans etwa ein halbes Jahr. Schließlich müssen diverse Fachstellen dazu angehört werden.

Das Zukunftskonzept im „Cultural Hideaway“ mit seinen kostenintensiven Spa-Bereichen samt Rooftop-Infinity-Pool sieht daneben laut Schwarzenberger im Westflügel statt der Ölheizung eine Wärmepumpe vor. Daneben will man im Elmauer Tal via Photovoltaikanlage die Kraft der Sonne nutzen. Doch das Projekt ist noch relativ unausgegoren, findet der Bürgermeister. Zudem sieht er aktuell noch einen krassen Gegensatz zwischen einem Solarpark auf der einen und dem Prädikat Landschaftsschutzgebiet auf der anderen Seite. „Da tue ich mir im Moment sehr schwer.“

Doch jetzt soll im ersten Schritt die Pellets-Heizung realisiert werden. Das Gebäude mit Speicher und Technik ist, wie gesagt, 40 Meter lang, fünf Meter hoch und sechs Meter breit. Es soll mit Holz vertäfelt und mit einem Satteldach versehen werden.

Während also im einen G7-Gastgeber-Hotel bereits die Weichen klar Richtung Zukunft gestellt sind, ist man in der zweiten Gipfel-Herberge, „Das Kranzbach“, noch in der Überlegungsphase. Wobei Hausherr Dr. Jakob Edinger keinen Zweifel daran lässt, möglichst bald das brisante Thema Energieversorgung anzupacken. Bislang hängt man in dem Fünf-Sterne-Resort zu 100 Prozent am Gas.

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