Kult-Komiker Fips Asmussen gestorben - Tochter bestätigt seinen Tod

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Luftiger Ortstermin: Klaus King (l.) besucht mit Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (r.) die Garmisch-Partenkirchner Olympiaschanze. Mit dabei sind auch Bürgermeisterin Elisabeth Koch (l.) und Landrat Anton Speer (4. v. l.).

Klaus Kings kometenhafte Karriere

Vom Kranzbach-Manager zum  Oberstdorfer Bürgermeister

  • vonChristof Schnürer
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Unverhofft kommt oft: Eigentlich wollte Klaus King nach seiner Chefposition im Luxus-Refugium „Das Kranzbach“ eine Auszeit nehmen. Doch es kam ganz anders.

Oberstdorf/Kranzbach – In seinem neuen Beruf geht’s für Klaus King mitunter hoch hinaus: Auf der Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen nimmt der frischgebackene Bürgermeister von Oberstdorf an einem luftigen Ortstermin mit Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) teil. Irgendwie eine willkommene Rückkehr an alte Gestade. „Klais, Krün, Garmisch-Partenkirchen waren Heimat für mich, das verbindet, das war meins“, verfällt der Rathauschef aus dem Oberallgäu regelrecht in Melancholie. In diesem Zusammenhang nimmt der Allgäuer auch das Wort „Heimweh“ in den Mund. Das Werdenfelser Land – „meine Frau und ich denken oft daran“.

Über acht Jahre (2011 bis 2019) hat King dem Fünf-Sterne-Refugium „Das Kranzbach“ als versierter Hotel-Manager seinen Stempel aufgedrückt. King, der Geschäftsmann, formuliert das so: „Ich habe Gelder verdient, wie noch keiner verdient hat.“ Im November 2019 erfolgte die Trennung – im beidseitigen Einvernehmen, wie es so schön heißt. Doch es gab unverkennbar Risse im guten Verhältnis zwischen den beiden Alpha-Tieren King und Hoteleigentümer Dr. Jakob Edinger. Über das abrupte Ende will King nicht mehr sprechen. „Ich bewundere Herrn Edinger für seine Lebensleistung.“ Aber es sei an der Zeit gewesen, „in der ich gehen wollte und musste“.

So nahm der Allgäuer schweren Herzens Abschied. „Kranzbach war mein Baby.“ Eines, das er sechs Tage die Woche, 15 Stunden pro Tag in die Beletage der europäischen Hotel-Landschaft gehievt hatte.

King ging ohne Plan B. Er und seine Frau Petra wollten erst mal eine Auszeit nehmen. „Er hat mir nichts von seinen politischen Plänen gesagt“, betont sein Ex-Chef Edinger. Wie sollte King auch. Zu dem Zeitpunkt wusste er nicht ansatzweise, dass fünf Gruppierungen in seiner Heimatgemeinde für März 2020 händeringend einen Bürgermeister-Kandidaten suchten, der Amtsinhaber Laurent Mies (Freie Wähler/SPD) nach zwölf Jahren aus dem Amt kegeln sollte.

Nach diversen Gesprächen sagte CSU-Mann King zu. Nachdem er nach zwölf kräftezehrenden Präsentationen einen Mitbewerber ausgestochen hatte, stand am 15. März das Duell gegen Mies an. Am Ende triumphierte der Rückkehrer über den Juristen mit 52 zu 48 Prozent. Am 1. Mai zog der Kranzbach-King ins Oberstdorfer Rathaus ein. „Das passt zu ihm, das ist wohl die Realisierung eines Traums“, meint sein ehemaliger Chef Edinger. King glaubte immer an seine Außenseiter-Chance. Für ihn gab der Heimvorteil den Ausschlag, was untypisch für Oberstdorf ist. „Fremde haben in der Regel bessere Chancen als Einheimische.“ Denn der Faktor Neid spielt wie in anderen Tourismusorten auch eine nicht unwesentliche Rolle. Was Ferienwohnung-Besitzer King nur bestätigen kann.

Seit über zwei Monaten regiert er in dem 10 000-Einwohner-Markt Oberstdorf (2800 Zweitwohnungsbesitzer/18 600 Gästebetten) – mit 230 Quadratkilometern ist er eine der größten Gemeinden Bayerns. Wie Krün oder Mittenwald lebt die Kommune zu 90 Prozent vom Fremdenverkehr. 2,7 Millionen Übernachtungen und rund 1,6 Millionen Gäste zählt der Ort pro Jahr, der 2021 die Nordische Ski-WM ausrichtet.

Demnächst steht die Realisierung einer Therme (30 Millionen Euro), der Bau zweier Bergbahnen und die Sanierung der Schule (19 Millionen Euro) auf dem Programm. King geht diese Herausforderung mit echtem Kranzbach-Elan an – getreu seinem Motto „formen, führen, mitnehmen“. „Es macht gewaltig Spaß.“ Auch wenn er sich in puncto Gehalt gegenüber seinem Managerjob „stark verschlechtert“ hat. Das Bruttoeinkommen eines Bürgermeisters einer Kommune wie Oberstdorf liegt im Durchschnitt bei zirka 10 000 Euro.

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