Yoga liegt im Trend:  Deshalb wird im „Kranzbach“ im Mai ein Extra-Holz-Bungalow mit Terrasse gebaut. 

Hotel wird generalüberholt   

Das Kranzbach: Immer in Top-Form

Im Mai rücken im Hotel „Das Kranzbach“ wieder die Bagger an. Pünktlich zum zehnjährigen Bestehen werden ein Yoga-Haus, weitere Außenpools sowie der bestehende Komplex generalüberholt. Rund drei Millionen Euro sind für diese Investition geplant.

Krün – Immer mit der Zeit gehen, in Top-Form bleiben: Eine Motto, das Dr. Jakob Edinger (73) zeitlebens antreibt. „Nach oben gibt’s kein Limit“, meint der Tourismus-Vordenker aus Tirol. Deshalb wird sich demnächst wieder was tun in seinem Luxus-Refugium „Das Kranzbach“. In rekordverdächtigen 20 Tagen sollen zwischen 2. und 22. Mai ein Yoga-Haus und zwei weitere Außenpools entstehen. Obendrein wird zehn Jahre nach der Wiedereröffnung der bestehende Komplex, in erster Linie das historische Mary-Portman-House (benannt nach der britischen Erbauerin des Schloss) – generalüberholt. So müssen in dem über 100 Jahre alten Landsitz unter anderem die Spannteppiche edlen Eichendielen weichen. Gentleman-Hotelier Edinger spricht in diesem Zusammenhang von „Finetuning“ und „Facelifting“. Doch Schönheit und Attraktivität haben ihren Preis: Rund drei Millionen Euro sollen die Baumaßnahmen kosten.

Wichtigster Bestandteil wird dabei das Yoga-Haus sein – 100 Quadratmeter groß, einstöckig, mit viel Holz und Glas. „Es wird aber nichts Lederhosiges“, verdeutlicht der Herr von Kranzbach. Ein bungalow-ähnliches Gebäude mit großzügiger Terrasse auf Stelzen soll’s werden – etwa 100 Meter vom nicht minder signifikanten Baumhaus entfernt.

Somit wird in der Luxusoase zwischen Klais und Elmau ein nicht zu unterschätzender Trend sozusagen institutionalisiert. „Ein wichtiges Thema“, findet Edinger angesichts der stetig wachsenden „yoga- und meditations-affinen“ Gästeklientel, die von der völligen Ruhe und Entschleunigung von Kranzbach förmlich angezogen wird. Genau das will Edinger getreu seiner Maxime „Kranzbach will leise sein“.

Doch in sieben Wochen wird’s im dann vorübergehend geschlossenen Vier-Sterne-Superior-Resort erst mal laut. Denn neben dem Yoga-Bungalow werden noch zwei Außenpools – der eine heiß, der andere kalt – am Badehaus errichtet. Auf den schon länger geplanten Verbindungskorridor zwischen den beiden Turmhäusern am Eingangsbereich und auf die Freitreppe zum Baumhaus verzichtet man allerdings.

Der zuständige Krüner Gemeinderat hat bereits im Dezember für die Bauvorhaben mit 12:1 Stimmen Grünes Licht gegeben. „Es ist kein gravierender Eingriff in die Landschaft“, argumentierte seinerzeit Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU).

Für ihn und seine Tourismusgemeinde entpuppte sich Investor Edinger zu einem echten Glücksfall. Nach der Pleite der damaligen Betreiber-Gesellschaft hatte der geschäftstüchtige und ideenreiche Tiroler 2003 der evangelischen Kirche Schloss Kranzbach abgekauft.

In Phase eins wandelte er die schlummernde Schönheit für 25 Millionen Euro in „Das Kranzbach“ um. 2011 schuf Edinger in nur 33 Tagen für weitere sechs Millionen Euro den Erweiterungstrakt samt Baumhaus. 2014 vergrößerte man im Vorfeld des G7-Gipfels die Tiefgarage, schuf Seminarräume und schloss sich an das Kanal- und Trinkwasser-Netz an. Aktuell verfügt die Nobelherberge über 130 Zimmer und 220 Betten.

Während des G7-Gipfels im benachbarten Schloss Elmau logierten im Juni 2015 so illustre Gäste wie UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds, in Edingers Hallen. Rund 160 Angestellte verdienen dort ihr Geld. Pro Jahr verzeichnet „Das Kranzbach“ rund 65 000 Übernachtungen und etwa 15 000 Gäste. Diese dürfen sich pünktlich zum zehnjährigen Bestehen des neuen Hotels über Yoga-Einheiten in einem Extra-Haus freuen.

Christof Schnürer 

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