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Kinder stecken in einer Kinderkrippe die Teile einer Holzeisenbahn zusammen.

Gemeinderat Krün

Krippen-Neubau: Kommune will auf Kostenbremse drücken

Die Gemeinde Krün will bei Krippen-Neubau auf die Kostenbremse drücken. Denn die Ausgaben sind deutlich angestiegen.

Krün – Beim dreiteiligen Neubau von Kinderkrippe mit Mehrzweckraum und Wohnungen laufen der Gemeinde Krün die Kosten aus dem Ruder. Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) erklärte den Volksvertretern in der jüngsten Sitzung, was das Problem ist: eine Baukostensteigerung von mehr als 250 000 Euro, die sich allein von Februar bis November in diesem Jahr ergeben habe.

Das Gesamtvolumen des Bauvorhabens beträgt mittlerweile rund 2,5 Millionen Euro. „Das waren schlaflose Nächte für mich“, räumte Schwarzenberger ein, auch weil „der Eigenanteil der Gemeinde bei 1,67 Millionen Euro liegt“. Die Mehrkosten beim Neubau entstanden durch die detailliertere Planung, das um 1,5 Meter größere Gebäude, zusätzliche sanitäre Anlagen und einen Aufzug. Deutliche Kritik an den Kosten gab es von Georg Schober (Aktiv für Krün): „Eine Kinderkrippe für 2,5 Millionen! Dafür hat man früher ein Kurhaus gebaut.“

Auch der Rathauschef fand, dass das „zu viel Geld für das Vorhaben“ sei. Er schlug deshalb vor, auf den Mehrzweckraum samt Nebenräumen und den Aufzug im Keller zu verzichten. Dadurch entstehe ein Einsparpotenzial von insgesamt etwa 350 000 Euro, da der Mehrzweckraum ohnehin nicht bezuschusst werde. Den Vorstoß Schwarzenbergers begrüßte Anneliese Albrecht (CSU): „Die Kinderkrippe ist wichtig, der kommunale Wohnungsbau ist wünschenswert. Ein Mehrzweckraum wäre schön, aber wir müssen uns genau überlegen, wo wir das Geld ausgeben.“ Es führe kein Weg daran vorbei, die Kostenersparnis von 350 000 Euro einzufordern, sagte Albrecht. Alois Kramer (CSU) meinte bezüglich der vom Bürgermeister vorgetragenen Einsparpotenziale: „Die Überlegungen sind genau richtig.“

Lothar Ragaller (Bürgerliche Wählergemeinschaft Krün) fragte an, ob man andere Projekte einbremsen könne, um den 80 Quadratmeter großen Mehrzweckraum doch zu bauen. Schwarzenberger winkte ab. Die Dorferneuerung sei unverzichtbar, an der Schule stünden Projekte an, und der Hochwasserschutz beschäftige die Gemeinde ohnehin die kommenden zehn Jahre. Einen anderen Vorstoß unternahm Mathias Gschwendtner (CSU). „Wenn wir sparen, dann sparen wir richtig.“ Er regte an, auch noch den Treppenaufgang im Untergeschoß zu versetzen. Damit könne man weitere bis zu 50 000 Euro sparen. Schwarzenberger versprach, den Gedanken beim nächsten Treffen mit dem Architekten anzusprechen.

Immer wieder kam im Zusammenhang mit dem Neubau das Thema Turnhalle zur Sprache. Klar ist: Verzichtet die Gemeinde beim Neubau auf den großen Mehrzweckraum, müssen Gruppen wie der Kirchenchor oder das Mutter-Kind-Turnen, die dort unterkommen wollen, woanders Einlass begehren. „Wir haben Alternativen, Leute unterzubringen“, betonte Schwarzenberger. Ob die geplante Turnhalle dafür Raum bietet, ließ er offen. Soviel verriet der Rathauschef aber: Die Turnhalle sei nötig für den Betrieb der Grundschule Krün-Wallgau. Kramer regte an, das durch den Verzicht auf den Mehrzweckraum eingesparte Geld „auf die hohe Kante zu legen und für den Bau der Turnhalle“ zu verwenden. Eine Vermutung äußerte Ragaller: Aufgrund der angespannten Lage in Wallgau komme eine Turnhalle eher nach Krün.  

Alexander Kraus

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