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Wolf oder nicht Wolf, das ist hier die Frage. Das Bild wurde von einer Spaziergängerin am Sonntag an der Krüner Hochstraße nahe der Bundesstraße aufgenommen. 

Experten werten Bilder aus

Streift ein Wolf durchs Isartal? Dieses Foto sorgt für Aufregung

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Eine Spaziergängerin will am Sonntag in Krün einen Wolf gesehen haben. Als Beweis hat sie ein Foto gemacht. Doch Experten hegen Zweifel: Ist es wirklich der streng geschützte Beutegreifer oder nur ein entlaufener Husky?

Krün – Für manche ist es eine unangenehme Vorstellung. Eine, die Angst auslöst. Bei einem Sonntags-Spaziergang quert plötzlich ein grauer Vierbeiner den Weg. Am helllichten Tag, ohne großartige Scheu. „Ein Wolf“, ist sich eine Spaziergängerin aus Krün sicher. Sie drückt mit ihrem Handy ab und verschickt das Bild. Innerhalb kürzester Zeit geht es viral durch das World Wide Web und sorgt für mächtig Diskussionsstoff. Namentlich will die Frau nicht genannt werden. Der Schock steckt ihr immer noch in den Gliedern.

Doch ist es wirklich der große Beutegreifer, den das Foto zeigt? Oder doch nur ein streunender Husky? Welches Tier auch immer den schönen Sonntag für einen gemütlichen Spaziergang an der Krüner Hochstraße nutzte – es sorgt für gehörig Wirbel.

Das Rätsel um den Wolf aus Garmisch-Partenkirchen ist nun gelöst.

Wölfe in Deutschland: „Der Wolf ist streng geschützt“

„Wir haben die Fotos an das Bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) geschickt“, erklärt Landratsamt-Pressesprecher Stephan Scharf. Die Experten werten das Material nun aus und werden auch vor Ort Proben nehmen. Denn vielleicht könnte das Tier im direkten Zusammenhang mit gerissenen Rehen im Dezember 2017 stehen. „Da wurden auch Speichelproben gemacht.“ Durch die Spuren in Krün hofft man, die Werte vergleichen und zuordnen zu können.

Erst dann kann das weitere Vorgehen geplant werden: Sollte es sich tatsächlich um das stattliche Raubtier handeln, werden umgehend sämtliche landwirtschaftliche und bäuerliche Verbände sowie Vereine informiert und mahnt zur Vorsicht für ihre Schafe und Ziegen. Zum Abschuss frei gegeben wird es nicht. „Der Wolf ist streng geschützt“, sagt Scharf. Vielen Nutztierhaltern ist er allerdings ein Dorn im Auge. Sie bangen schon länger um ihre Tierbestände, wie kürzlich erst die Mittenwalder Bergschafhalter. Schließlich ist der Freisstaat nach einigen Einzelgänger-Sichtungen am 28. Juli 2017 das erste Rudel im Bayerischen Wald aufgetaucht. Aus einem Wolfserwartungsland ist somit ein Wolfsland geworden. Sind die Wölfe also nun endgültig zurück? Dass einer in Krün nun fotografiert wurde, stellt auf jeden Fall eine kleine Sensation dar.

Experte ist zwiegespalten: Ohren zu spitz für einen Wolf

Doch keine Panik: Das Tier ist von Natur aus vorsichtig und weicht Menschen aus. Deshalb agiert es vorwiegend in der Dämmerung und nachts. Wieso der Beutegreifer also tagsüber unterwegs gewesen sein soll ohne große Scheu, ist eine der vielen Fragen, die sich seit der Sichtung am Sonntag ergeben haben. Das sich das Tier immer noch im Isartal befindet, darf aber bezweifelt werden. Wie eine Studie des Bundesamtes für Umwelt erst bewies, kann ein Wolf bis zu 70 Kilometer am Tag zurücklegen. Er dürfte bereits über alle Berge sein.

Sollte es sich lediglich um einen streunenden Hund handeln, der kürzlich auch die Rehe gerissen haben könnte, dann „darf das Tier zum Abschuss freigegeben werden“, sagt Scharf. Wolf-Experte Ulrich Wotschikowsky aus Oberammergau hat die Bilder analysiert und glaubt, eher einen Hund darauf zu erkennen. „Das Tier ist ungewöhnlich hell, vor allem die Vorderläufe.“ Diese seien bei den Raubtieren in der Regel dunkel bis schwarz. „Auch die Ohren sind mir zu spitz für einen Wolf.“ Allerdings gibt er zu bedenken, dass die schlechte Qualität der Bilder keine genaueren Angaben erlauben. Deshalb ist Wotschikowsky zwiegespalten. Ähnlich äußert sich auch das LfU. „Dort glaubt man nicht, dass es sich um einen Wolf handelt“, sagt Scharf.“ Das war die erste Reaktion.“ Erst im Frühjahr 2017 waren Spuren eines möglichen Wolfes im Ammertal entdeckt worden. Die Analyse der Urinproben brachten jedoch ein negatives Ergebnis.

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