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Perfektes Zusammenspiel: Die Bergwacht Krün hebt gut koordinierte Einsätze mit anderen Rettungseinheiten hervor.

Bilanz der Bereitschaft

Krüner Bergwachtchef schimpft: Zu viele „Profilneurotiker“ unterwegs

51 Mal musste die Krüner Bergwacht-Bereitschaft ausrücken. Was nicht zuletzt auch mit der gestiegenen Anzahl an E- und Flowbikern zu tun hat.

Krün – Die Jahresversammlung der Krüner Bergwacht war für März terminiert und fiel – wie derzeit alle Veranstaltungen – dem Coronavirus zum Opfer. Nachdem ein Nachholtermin in den Sternen steht, präsentiert die Bereitschaftsleitung vorab einige Fakten zum abgelaufenen Jahr.

Beeindruckend ist die Zahl von 51 Einsätzen, die damit nur knapp unter dem Spitzenjahr 2017 mit 61 geleisteten Bergungen liegt. Damit gingen die Einsatzzahlen nach einem kurzen Rückgang gegenüber dem Vorjahr wieder um ein Viertel in die Höhe. Der Hauptgrund dafür sind die zunehmenden Mountainbike-Unfälle. „Dabei rücken nicht nur die E-Biker, sondern vor allem die Flowbiker in den Vordergrund“, informiert Bereitschaftsleiter Sebastian Baumann. „Wir müssen immer öfter in das weitläufige Gebiet um den Altlacher Hochkopf, zwischen Isar und Walchensee, ausrücken.“ Diese Klientel von Naherholern nimmt immer mehr die Fußwege als Trails für ihre gewagten Bergabfahrten für sich in Beschlag. „Dabei sind nicht nur Könner unterwegs. Dafür einige Profilneurotiker, die meinen, jeden erfolgreichen Pedaltritt ins Internet stellen zu müssen“, schimpft Baumann. „Damit ziehen sie weniger Geübte an.“ Für den Bergwachtchef eine „Unsitte“, die bislang eher bei Bergsteigern grassierte. „Viele überschätzen sich dabei und steigen über den Lenker ab. Das geht nicht immer glimpflich ab, die beschäftigen uns immer mehr.“

Gleitschirmflieger im Baum

Damit das anfallende Arbeitspensum der freiwilligen Helfer professionell und für die Verunglückten am Besten abgewickelt werden kann, setzt es viel an Aus- und Fortbildung voraus – in einem immer breiter werdenden Spektrum. Darunter waren neben den klassischen Bergeinsätzen auch Hilfen bei Waldbränden oder die Rettung eines mit einem Notfallschirm im Baum gelandeten Gleitschirmfliegers am Grasberg.

Für die Sommer- und Winterausbildung hatte man je sieben Kurse angesetzt. Darunter auch eine Übung am Großen Wasserfall bei Wallgau. Das geplante Wintertraining, wie etwa eine Lawinenübung zusammen mit den Mittenwalder Kollegen, fiel mangels Schnee aus. Gut geklappt hat jedoch die Zusammenarbeit bei einer gemeinsamen Bergeübung aus dem Lift am Kranzberg.

Fünf Anwärterinnen

Witterungsunabhängig ist man hingegen im Zentrum für Sicherheit und Ausbildung der Bergwacht in Bad Tölz. 26 Mitglieder, Fachausbilder und Hundeführer trainierten dort insbesondere die Luftrettung. Auch die Ausbilder opferten für weitere Schulungen ihre Freizeit. So erweiterten und vertieften Michael Hornsteiner in der Notfallmedizin, Thomas Schmidt am Hubschrauber und Sebastian Baumann in der Sommerausbildung ihre Kenntnisse.

Christian Gamm, Lukas Kossi und Martin Müller schlossen erfolgreich ihre Ausbildung zum Bergwachtmann ab. Auch der Nachwuchs scheint mit sechs Anwärtern, darunter fünf weiblichen, ist gut aufgestellt.

Abschließend vergisst Baumann den Hinweis nicht, derzeit auf gefährlichere Touren zu verzichten, um nicht die Rettungskräfte, wie kürzlich in Grassau geschehen, zu gefährden. Bei Bergungen sind nämlich die geforderten Sicherheitsabstände, auch unter den Helfenden, oftmals nicht einzuhalten.

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