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Verdienstvolle Männer: Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (l.) zeichnet (ab 2. v. l.) Franz-Paul Reindl, Mathias Gschwendtner, Klaus Koppe, Georg Schober, Holger Otto und Andreas Zick aus.

132 Jahre Kommunalpolitik: Krün sagt Danke

  • vonChristof Schnürer
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Über Jahrzehnte haben sie sich für ihren Heimatort Krün eingesetzt. Nun gab’s für die ausgeschiedenen Gemeinderäte die verdiente Auszeichnung. Einer unter ihnen wurde besonders gewürdigt: Klaus Koppe.

Krün – Sieben Männer, 132 Jahre Kommunalpolitik – auf diese Kurzformel ließe sich das Gemeinderats-Vermächtnis von Klaus Koppe, Franz-Paul Reindl, Georg Schober, Mathias Gschwendtner, Andreas Zick, Lothar Ragaller und Holger Otto bringen. Mit dreimonatiger Corona-Verspätung haben sie am Freitagabend während eines Festakts im Kurhaus einen würdevollen Abschied erhalten.

Einer stach dabei heraus: Klaus Koppe, der am 6. August seinen 77. Geburtstag feiert. 36 Jahre engagierte sich der Architekt aus Klais, der aufgrund einer Krankheit inzwischen im Rollstuhl sitzt, ununterbrochen in der Volksvertretung. „Wir haben jetzt Gemeinderäte, die sind noch nicht mal so alt“, leitete Bürgermeister Thomas Schwarzenberger seine Laudatio ein. Sechs Amtsperioden am Stück sind laut Schwarzenbergers Recherchen „Rekord, es hat bisher in Krün noch keinen mit so langer Dienstzeit gegeben“.

Für Gottes Lohn

Bei unzähligen Bebauungsplänen hat Koppe nicht nur mit Fachwissen geglänzt, sondern zudem den zeichnerischen Part übernommen. „Meist für Gottes Lohn als Deinen Beitrag zur Haushaltskonsolidierung“, sagte der Rathauschef mit einem Augenzwinkern.

Die zurückliegenden 18 Jahre bildeten Schwarzenberger und Koppe ein Führungsduo. Die Aufgaben des Rathaus-Vize hätte der Klaiser „mit Sachverstand und Stolz“ ausgeübt. „Du warst immer da, wenn ich Dich gebraucht habe, aber nie aufdringlich“, hob Schwarzenberger hervor. „Du warst ein Zweiter Bürgermeister, wie man ihn sich nur wünschen kann.“ All die gemeinsamen Jahre bringen Schwarzenberger nur zu einem Schluss: „Klaus, Du bist ein Vorbild für Generationen von Gemeinderäten.“ Folglich händigte er seinem loyalen Mitstreiter unter dem Applaus der Zuschauer die Ehrenmedaille von Krün aus – nach der Ehrenbürgerwürde die zweithöchste Auszeichnung der Kommune.

„Einmalige Aufgabe“

Diese erhielten auch Franz-Paul Reindl und Georg Schober, die 24 Jahre im politischen Geschäft durchhielten. Ganz spannungsfrei war’s zwischen Schwarzenberger und Schober die zurückliegenden sechs Jahre nicht. „Sieht man von der kurzzeitigen atmosphärischen Störung ab, war es über die Jahre eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit.“ Damit spielte der Bürgermeister auf den Zwist als Konsequenz des 2013/14 schwelenden Domainstreits. Für Lothar Ragaller – fehlte krankheitsbedingt – und Mathias Gschwendtner gab’s die Ehrennadel in Gold. Der „Schoggl“ stellte mit seinem Kurzbeitrag am Rednerpult noch einmal unter Beweis, warum gerade seine humoreske Art im Rat fehlen wird. Nie werde man es allen in der Lokalpolitik recht machen, betonte Gschwendtner. „Aber wenn man nicht mehr kritisiert wird, dann lebt man nicht mehr. Das ist wie daheim.“

Die Schlussanmerkungen gehören dem Rekordmann. „Ich hoffe, dass es im gleichen Sinne weitergeht“, sagte Koppe. Die 36 Jahre im Krüner Gemeinderat bezeichnete er als „einmalige Aufgabe“.

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