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Zwei Männer, zwei Meinungen: Bei Florian Streibl (l.) und Thomas Schwarzenberger gehen die Sichtweisen in puncto Isarkies zum Teil auseinander. 

Brief an den Landtagsabgeordneten

Kies-Streit: Krüner Bürgermeister widerspricht Streibl

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Beim Dauerstreitpunkt Isarkies scheiden sich die Geister nicht nur zwischen Gemeindevertretern und Umweltorganisationen. Nun kommen sich auch Politiker ins Gehege. Die Kommunalwahl 2020 wirft ihren Schatten voraus.

Krün – Hansjörg Zahler (CSU) aus Wallgau hat das Feuer eröffnet. Florian Streibl (Freie Wähler) hat umgehend eine Salve zurückgeschossen. Den Oberammergauer nimmt jetzt wiederum Thomas Schwarzenberger (CSU) aus Krün aufs Korn. Die politische Jagdsaison ein halbes Jahr vor der Kommunalwahl ist eröffnet. Doch das leidige Thema Isarkies liefert einfach über alle Parteigrenzen hinweg zu viel Gesprächsstoff.

Und aus Sicht der beiden Gemeinden Wallgau und Krün wirft dieser Streitpunkt geradezu existenzielle Fragen auf. Ist das Geschiebe zu groß in Deutschlands letztem Wildfluss, diskutieren nicht nur Wasserbauer mit Umweltschützern oder Ministeriale mit Landwirten. Inzwischen geht’s auch in der Politik ans Eingemachte. Nun hat der Krüner Bürgermeister Schwarzenberger dem Landtagsabgeordneten Streibl einen sachlich gehalten Brief geschrieben. Das Schreiben ist sozusagen die Replik auf die jüngste Presse-Erklärung Streibls, in der er sich unter anderem für einen Kiesfang oberhalb des Krüner Wehrs stark gemacht hat (wir berichteten). Was dem schwarzen Rathauschef gar nicht behagt. „Der Standort am Stausee ist aus Sicht der Gemeinde extrem ungünstig.“ Nicht zuletzt aus touristischen Gründen (Waldlehrpfad). Außerdem wird dort laut Wasserwirtschaftsamt nur etwa 30 Prozent des Geschiebes entnommen. Was bei einer tatsächlichen Realisierung nichts anderes bedeuten würde als: „Es wird mit sehr großem Aufwand am Rande des Naturschutzgebietes ein technisches Bauwerk mit extrem schlechten Wirkungsgrad gebaut.“ An diesem Kiesfang will man laut Schwarzenberger pro Jahr etwa 15 000 Kubikmeter Gestein entnehmen. „Dies wird zirka 3000 Lkw-Fahrten verursachen.“ Für den Rathauschef inakzeptabel für das „Schutzgut Mensch“.

Daher bringt Schwarzenberger Alternativstandorte ins Spiel. Nummer eins ist direkt unterhalb des Krüner Stauwehrs angesiedelt. Die Vorteile sind ihm zufolge, dass der Abtransport über das Gewerbegebiet erfolgen könnte und „nur sehr geringe Kosten“ entstehen. Für diesen Bereich ist nämlich der Energiekonzern Uniper zuständig. Nachteil: Auch bei dieser Variante könne nicht 100 Prozent des Geschiebes ausgebaggert werden.

Variante zwei: Kiesentnahme unterhalb der Ausbaustrecke nach der Forstwegbrücke. Für Schwarzenberger die beste Lösung. Zum einen bedarf es keiner großen Baumaßnahme, zum anderen könnte der Kies „relativ einfach im Trockenen entnommen“ und über die B 11 abtransportiert oder in der örtlichen Kiesgrube gelagert werden. „Durch die Sogwirkung ist ein weiterer Eingriff beim Ortsteil Gries mit dieser Alternative am unwahrscheinlichsten.“

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