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Der Kindergarten in Krün.

Mangelnde Transparenz

Krün contra Kirche: Bürgermeister übt Kritik an Pfarrei und Erzdiözese

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Beim Geld hört der Spaß auf. Deswegen war man zuletzt im Krüner Rathaus etwas verschnupft über das Vorgehen der Pfarrei St. Sebastian.

Krün – „So geht das nicht.“ Die klaren Worte von Krüns Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) lassen für eine Fehlinterpretation keinen Spielraum. „Hoffen wir, dass das anders wird.“ Die leichte Verschnupfung rührt von einem Arrangement zwischen der Pfarrei St. Sebastian und der Gemeinde in puncto Kindergarten her. Darin sind die Spielregeln in einem überarbeiteten Vertrag von 2006 festgehalten. Die Kommune sichert der Kirchengemeinde zu, die Trägerin der Einrichtung ist, jährliche Defizite bis maximal 10 000 Euro auszugleichen. Im Gegenzug verpflichtet sich die Pfarrei, zeitnah den Haushaltsplan für 2019 und die Jahresrechnung vom zurückliegenden Jahr vorzulegen. „Damit wir die Beträge nachvollziehen können“, erklärt Schwarzenberger.

Soweit die Theorie. Die Praxis soll dem Rathauschef zufolge zuletzt anders ausgesehen haben. Konkret ist vom Zeitraum 2012 bis 2017 die Rede. In dieser Zeit hatte das Defizit wie folgt ausgesehen: 22 400 Euro (2012/2013); 930 Euro (2013/2014); 1648 Euro (2014/2015); 920 Euro (2015/2016) und 7700 Euro (2016/2017). Doch wie kamen diese Zahlen zustande? „Wir haben ein paar mal nachgefragt“, versichert Schwarzenberger, „aber da ist nichts gekommen.“ Möglicherweise liege diese mangelnde Transparenz an dem regen Mitarbeiterwechsel während der chaotischen Schlussphase des damaligen Seelsorgers Mieczyslaw Studzienny im Jahr 2012, vermutete der Bürgermeister im Gemeinderat. „Irgendwo ist das Thema hinten runter gefallen“, meint er gegenüber dem Tagblatt. „Das hätte vielleicht auch dem Ordinariat mal auffallen können“, spart Schwarzenberger nicht mit Kritik an der übergeordneten Erzdiözese München-Freising.

Inzwischen hat ein Treffen zwischen politischer und kirchlicher Gemeinde stattgefunden. Vereinbart wurde dabei auch wieder ein regelmäßiger Austausch – gerade wenn’s um finanzielle Punkte geht. Auf die Geschichte mit der Gemeinde Krün angesprochen, reagiert Pfarrer Michael Wehrsdorf etwas gereizt. „Ein Mischmasch“, schimpft der Geistliche. Damit spielt er darauf an, dass die Kindergärten Wallgau und Krün nur in Wallgau abgerechnet werden. „Das gehört auseinander“, fordert Wehrsdorf. Auch bei ihm stirbt die Hoffnung zuletzt: „Es kann nur besser werden.“

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