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Ein Auf, ein Ab

Krün dreht an der Gebührenschraube: Preise für Wasser und Abwasser ändern sich

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Es ist das Ergebnis einer Kalkulation: Ab dem 1. Juli 2019 gelten in Krün andere Gebühren bei Wasser und Abwasser. Der  Bürgermeister spricht von einem „moderaten Anstieg“.

Krün – Die Schocknachricht liegt knapp zehn Jahre zurück. Die Gemeinde Krün musste gewaltig an der Gebührenschraube fürs Abwasser drehen. Der Preis stieg um 49 Cent von 1,30 auf 1,79 Euro pro Kubikmeter an. Ein Schritt, den Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) nicht gerne machte, aber wegen des jahrelangen Defizits gehen musste. Jetzt ändern sich die Gebühren wieder – doch längst nicht so deutlich wie damals.

Die Kosten fürs Wasser steigen ab dem 1. Juli 2019. Abgerechnet wird erst ein Jahr später. Statt wie bisher 1,36 Euro pro Kubikmeter muss der Verbraucher dann 1,60 Euro berappen. Der errechnete Schnitt bis 2022 liegt bei diesem Betrag. Anders verhält es sich beim Abwasser – und zwar zu Gunsten des Gebührenzahlers. Der Kubikmeterpreis wird von mittlerweile 1,61 auf 1,45 Euro gesenkt. Die Gesamterhöhung für den Endverbraucher beträgt damit acht Cent pro Kubikmeter. Schwarzenberger sprach von einem „moderaten Anstieg“. Zumal in den vergangenen Jahren etwa fünf Millionen Euro in die entsprechenden Anlagen investiert worden seien.

Gebühren entwickeln sich in unterschiedliche Richtungen

Die Gemeinde handelte auf der Basis einer Kalkulation des Beratungsunternehmens Kubus, das für Kommunen und kommunale Einrichtungen zuständig ist. Alle vier Jahre werden solche Prognosen erstellt, die letzte stammt aus dem Jahr 2013. Heißt: Eigentlich wäre sie in Krün 2017 fällig gewesen. „Da hatten wir wegen des G7-Gipfels aber noch keine Erfahrungswerte, wie sich die Verbrauchsmengen entwickeln.“

Jetzt liegen sämtliche errechnete Daten vor. Von Bedeutung: der kalkulatorische Zins. Dieser wurde mit 3,5 Prozent angesetzt. Zu hoch und „nicht realistisch“ für Schwarzenberger. Schon der Haupt- und Finanzausschuss hatte im Vorfeld der Sitzung intensiv darüber diskutiert. Der Gemeinderat folgte schließlich seiner Empfehlung mit 1,5 Prozent. Auch wenn noch weniger machbar gewesen wäre. „Wir wollten einen Puffer drin haben, wenn was ist“, sagte Franz-Paul Reindl (BWG). So sei es eine vernünftige Kalkulation.

Dass sich die Gebühren in unterschiedliche Richtungen entwickeln, ist ungewöhnlich. Beim „normalen“ Bürger entspricht der Abwasser- in etwa dem Wasserverbrauch. Doch in Krün ist das anders. Beim Abwasser hat die Gemeinde laut Schwarzenberger eine größere Verbrauchsmenge bekommen. Rund 80 000 Kubikmeter von Schloss Elmau, das aber gleichzeitig über eine eigene Wasserversorgung verfügt.

Ein Rechenbeispiel

Laut dem Online-Portal Statista betrug der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland im Jahr 2018 rund 127 Liter Wasser. In einem Vier-Personen-Haushalt sind das 508 Liter pro Tag und 185,4 Kubikmeter pro Jahr. Abwassergebühr bis zur Änderung: rund 298 Euro, ab 1. Juli 2019: zirka 269 Euro (minus 29 Euro). Nimmt man die 127 Liter als Anhaltspunkt fürs Wasser, ergeben sich folgende Preise: Bis zur Änderung: rund 252 Euro im Jahr; ab 1. Juli 2019: zirka 297 Euro (plus 45 Euro).

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