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Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (l.) steht dem Quer-Team Rede und Antwort.

Drehtermin im Isartal

Fischsterben: Erst der Isar-Indianer, dann „Quer“

Das Fischsterben an der Isar hat sich bis zum Bayerischen Fernsehen herumgesprochen. Ein weiteres Mal recherchiert ein Kamerateam von „Quer“ im Oberen Isartal.

Oberes Isartal Schlammschlacht bei der Karwendelbahn oder Luxus-Partyzelt im Elmauer Tal – inspiriert durch Tagblattartikel kommt ein Kamerateam des Bayerischen Rundfunks oft und gerne zu Dreharbeiten ins Obere Isartal. In den vergangenen Tagen schaute BR-Redakteurin Beate Brehm mit Kameramann Stephan Nöbauer und Tontechniker Michael „Much“ Kirchbichler im Oberen Isartal vorbei. Ihre Mission: Für die Satire-Sendung „Quer“ die passenden Bilder und Texte für die Fisch-Tragödie in der Isar zu liefern, die Mitte Juni nicht zum ersten Mal tausende Tiere mit dem Leben bezahlen mussten.

Am Dienstag wurden die letzten Sequenzen mit dem Krüner Bürgermeister Thomas Schwarzenberger und mit Hans Schanderl gedreht. Seit Jahren nervt das nimmermüde Sprachrohr des Kreisfischereivereins die politisch Verantwortlichen mit dem Bau eines Kiesfangs oberhalb des Krüner Stauwehrs. Mit Willy Michl, dem wortgewaltigen Isar-Indianer aus München, hat er bereits einen Mitstreiter gefunden. Die jüngste Katastrophe bezeichnete der bekannte Liedermacher („Isarflimmern“) gar als „Massaker“.

Solche martialischen Worte nimmt der Krüner Bürgermeister beim gestrigen Interviewtermin vor dem Krüner Rathaus nicht in den Mund. Geduldig steht er Beate Brehm Rede und Antwort. „Wir haben die zwei Artikel ,Massensterben an der Isar‘ und ,Fischsterben: Isarindianer erschüttert‘ zum Anlass genommen, um über die Hintergründe dieser Tierkatastrophe zu berichten“, erklärt die TV-Dame die Hintergründe des Quer-Beitrags, der am morgigen Donnerstag ausgestrahlt wird.

Schon vergangene Woche hatte Brehm mit ihrem Team die Rettungsaktion der 20 Männer um Hans Schanderl vom Kreisfischereiverein Garmisch-Partenkirchen unterhalb des Wallgauer Isar-Stegs begleitet. Wie berichtet, war durch die wiederholte Öffnung des Krüner Stauwehrs durch Kraftwerksbetreiber Uniper die Isar neuerdings zur Fischfalle mutiert. Nötig wurde diese Spülung, weil sich der Stausee vor dem Wehr mit Tonnen von Kies gefüllt hatte und schon in den Isarkanal überschwappte. Nachdem das Wehr wieder geschlossen wurde, verschwand die Isar zwischen Krün und Wallgau über weite Strecken im Kiesbett und sorgte so für den Tod tausender Fische.

In dem Fernseh-Interview wird Rathauschef Schwarzenberger gefragt, ob Fische denn nicht genügend Lobby hätten. Und dann kommt Brehm selbstredend auf den Kiesfang zu sprechen. Ein solcher behagt dem Bürgermeister nach wie vor wenig. Schwarzenberger drückt seine Skepsis folgendermaßen aus: „Unser Naherholungsgebiet Oberes Isartal würde durch ein technisches Bauwerk leiden.“ Was für das Gemeindeoberhaupt auf der Hand liegt: „Der oberhalb des Stausees ins Gespräch gebrachte Kiesfang würde zusätzliche Lkw-Gütertrans-port durch unseren Ferienort nach sich ziehen.“ Daraus leitet Schwarzenberger genau das ab, was Initiator Schanderl gar nicht gerne hört: „Deshalb wäre ein Standort direkt unterhalb des Stauwehrs oder weiter flussabwärts sinnvoller.“

Um den Beitrag abzurunden, hatte Redakteurin Brehm zuvor schon die Meinungen der betroffenen Behörden eingeholt und neben einem Besuch in der Wasserversuchsanstalt Obernach noch ein weiteres Treffen mit Schanderl vereinbart.

Willy Michl, der die Isar als „Fluss meines Lebens“ bezeichnet, scheint bei dieser Produktion keine Rolle zu spielen. Mehr dazu am Donnerstag im Dritten. Wolfgang Kunz

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