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Im August hat sich der bislang letzte tödliche Unfall auf der Bundesstraße 2 auf Höhe Barmsee ereignet.

Unfall-Schwerpunkt Barmsee/Tennsee

Vier Tote sind genug: Gemeinde Krün drängt auf Entschärfung der B2

  • VonChristof Schnürer
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Die Bundesstraße 2 bei Krün soll auf Höhe Barmsee und Tennsee entschärft werden. Geplant ist unter anderem Fußgänger-Unterführung.

Krün – Vier Tote und sieben Verletzte in fünf Jahren – diese Horrorzahlen reichen dem Krüner Bürgermeister. „Es geht um Sicherheit“, unterstreicht Thomas Schwarzenberger, der mehr denn je die Entschärfung der Bundesstraße 2 zwischen den Krüner Ortsteilen Klais und Tennsee/Barmsee fordert. „Die Unfälle dort häufen sich – das ist unbestritten“, bestätigt der Mittenwalder Polizeichef. Letzter trauriger Höhepunkt war heuer am 25. August, als ein Mann aus Dachau (55) bei einer verheerenden Karambolage auf Höhe Barmsee sein Leben aushauchte.

Tödliche Kollision

Diese tödliche Kollision war für die Verantwortlichen im Krüner Rathaus der endgültige Beweis, dass auf diesem Streckenabschnitt dringend gehandelt werden muss. Eine Forderung, die seit dem tragischen Tod einer 16-jährigen Fußgängerin im Oktober 2014 gebetsmühlenartig wiederholt wurde. „Gar nichts tun, ist das der richtige Weg?“, fragte Schwarzenberger nicht nur einmal in die Expertenrunde.

Der jüngste Fall im August hat nun offenbar bei den zuständigen Behörden zum Einlenken geführt. Die vom Bürgermeister beantragte Verkehrsschau brachte im Sommer schließlich wichtige Erkenntnisse für die Vertreter der Polizei, des Staatlichen Bauamts und Landratsamts. Das zumindest will Schwarzenberger bei dem Treffen vor Ort herausgehört haben.

Drei brenzlige Situationen

Eine halbe Stunde hatte er sich mit den Verkehrsexperten an der Barmsee-Bushaltestelle postiert. „Allein in dieser Zeit kam es zu drei brenzligen Situationen“, berichtet der Rathauschef, der damit auf gewagte Überholmanöver abzielt. Des Weiteren bringt Schwarzenberger das Beispiel einer Fußgängerin, die ganze drei Minuten versuchte, über die viel befahrene B 2 zu gelangen. „Ein Polizist hatte gestoppt.“

Umso erfreulicher, dass die geforderte Unterführung, die letztlich auch die Weiler Tennsee und Barmsee verbindet, jetzt angepackt werden soll. Dem Bürgermeister schwebt dabei „ein Wellblech-Durchlass“ vor. Der Wermutstropfen für ihn: Die Gemeinde muss einen ordentlichen Batzen übernehmen. Gesamtkosten von bis zu 300 000 Euro sollen im Raum stehen.

Sofortmaßnahmen

Bis es so weit ist, wird noch einige Zeit ins Land gehen. Das weiß Schwarzenberger. Umso wichtiger sind für ihn die Sofortmaßnahmen an diesem neuralgischen Unfallschwerpunkt. So weisen künftig Warnzeichen darauf hin, dass es sich bei dem Haltepunkt Barmsee in erster Linie um eine Schulbus-Haltestelle handelt. Mit anderen Worten: Kinder kreuzen die Bundesstraße.

Mit entsprechenden Tafeln will man Autofahrer zudem auf die „gefährliche Ein- und Ausfahrt“ zum Campingplatz Tennsee aufmerksam machen. Eine durchgezogene Linie auf 400 Metern soll in diesem Bereich überdies riskante Überholmanöver verhindern. Ferner wurde dem Staatlichen Bauamt in Weilheim als Hausaufgabe mitgegeben, planerische Überlegungen zur flachwinkeligen Tennsee-Auffahrt Richtung Mittenwald anzustellen.

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