Unwetter in Bayern: Amtliche Warnung vor schweren Gewittern und heftigem Starkregen

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Hitzige Diskussion: Die beiden Landwirte (v. l.) Alois Kramer aus Krün und Josef Braun aus Mittenwald haben an den bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber (r.) einige Fragen in puncto Wolf. Glaubers Parteifreund Florian Streibl (3. v. l.) will sich den Disput genau anhören.

Sorge vor dem Wolf

Isartaler Bergbauern stellen Umweltminister zur Rede

  • vonChristof Schnürer
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Die Angst vorm Wolf geht um bei den Landwirten im Oberen Isartal. Das bekam nun auch Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber zu spüren.

Oberes Isartal – Von den Oppositionsreihen lässt es sich leichter reden als von den Regierungsbänken. Die Freien Wähler, die seit 2018 Juniorpartner der CSU im bayerischen Kabinett sind, können davon ein Lied singen. Exemplarisch dafür ist der Besuch von Umweltminister Thorsten Glauber am Donnerstag am Krüner Isar-Wehr. Grund seiner Stippvisite war das Dauerstreitthema Kies, das auch die Isartaler Weidegenossen brennend interessiert. Doch Peter Reindl, Josef Braun (beide Mittenwald) und Alois Kramer junior (Kramer) sind offenbar nicht nur deshalb an den Stausee gekommen. Als der Minister sich in vielerlei Hinsicht in Position gebracht hatte, schnappten sich Kramer und Braun den Franken. Mehr noch: Sie stellten Glauber zur Rede. Jetzt ging es nicht um Kies und Fische, sondern um den Wolf.

„Bereitet uns wirklich Sorgen“

„Die Situation bereitet uns wirklich Sorgen“, äußert sich tags darauf Alois Kramer gegenüber dem Tagblatt. Auf die hitzige Kurzdiskussion mit dem Umweltminister möchte er gar nicht großartig eingehen. Das Thema ist einfach zu heikel. Jedenfalls musste Glauber bei dem temperamentvollen Meinungsaustausch mit dem „Ferl“ (Kramer) und dem „Glasle“ (Braun) letztlich auf den sogenannten Managementplan verweisen. Der ist beim Thema Wolf nichts anders als ein permanenter Abwägungsprozess zwischen Schutz des Tieres und Erhalt der Kulturlandschaft. Viel Theorie. Das weiß auch Glauber. „Draußen in der Natur schaut’s anders aus.“

Vorbei also die Zeiten, in denen die Freien Wähler sich zum uneingeschränkten Fürsprecher der Almwirtschaft machen konnten – allen voran Florian Streibl, der inzwischen Fraktionsvorsitzender der FW im Bayerischen Landtag und somit wichtiges Bindeglied zwischen Partei und Regierung ist. Vor acht Jahren hatte er seinen Parteifreund Georg Seitz noch ermuntert, im Namen der Mittenwalder Bergbauern eine Petition zum Schutz vor großen Beutegreifern an die damalige Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) zu übergeben. Wenige Monate später teilte Streibl in einer Presseerklärung folgendes mit: „Während die Beamten in den zuständigen Staatsministerien für Umwelt und Landwirtschaft wenig Verständnis für die Sorgen der Mittenwalder Bergbauern zeigten, gelang es uns Freien Wählern im Ausschuss, die Vertreter der beiden Regierungsparteien CSU und FDP davon zu überzeugen, dass die Mittenwalder berechtigte und nachvollziehbare Sachverhalte vorgebracht haben, derer sich die Staatsregierung annehmen muss.“ 

Moderat und diplomatisch

Acht Jahre später hört sich Streibl mit gebotenem Abstand die Diskussion zwischen den Isartaler Landwirten und seinem Parteifreund an, der zum Leidwesen der Bergbauern in Sachen Wolf einen moderateren, diplomatischen Ton anschlägt.

Alois Kramer, seit Jahren nicht nur Krüner CSU-Gemeinderat, sondern auch nimmermüdes Sprachrohr der heimischen Bauernschaft, kann das sogar ein stückweit verstehen. Trotzdem: „Wir möchten, dass das eindeutig geregelt wird.“ Damit zielt der 51-Jährige auf das strittige Wolfsmanagement ab, das ihm zufolge in vielerlei Hinsicht auf den Weiden und Almen im Oberen Isartal, auf denen jeweils um die 400 Rinder und Schafe grasen, nicht anwendbar ist. Weder Zäune noch Hunde seien dort hilfreich fürs Vieh. Im Gegenteil: „Ein scharfer Schutzhund bringt uns jeden Tag einen Touristen daher.“

Doch die Zeit drängt, zumal der Wolf schon lange nicht mehr nur Szenario im Landkreis ist, wie der jüngste Vorfall mit fünf gerissenen Schafen – dem Vernehmen nach in Graseck – beweist. Von dort ist es zu den Weideflächen zwischen Karwendel und Simetsberg nur mehr ein Katzensprung. Kramer und Co. ist das bewusst. Für sie ist ein reißender Wolf völlig inakzeptabel. An ein Rudel möchte der „Ferl“ gar nicht denken. „Dann schaut’s bitterböse aus“ – für das Vieh, für die Bauern und für die über 700 Jahre gepflegte Kulturlandschaft. Minister Glauber und dessen Parteifreund Streibl wissen das.

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