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Hochwasser wie den 1930ern soll‘s im Krüner Dorfgebiet nicht mehr geben.

Kranzbach-Zähmung

Krün will sich vor derJahrhundert-Flut wappnen

  • vonChristof Schnürer
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Vom Kranzbach soll in Krün künftig keine Gefahr mehr ausgehen. Ein wesentlicher Bestandteil des Hochwasserschutzes ist die Ertüchtigung des innerörtlichen Bachlaufs. Nun segnete der Gemeinderat die Pläne des beauftragten Ingenieurbüros Kokai aus Polling einhellig ab.

Krün – Bilder wie in den 1930er Jahren sollen sich in Krün nicht mehr wiederholen. Seinerzeit trat der entfesselte Kranzbach – ansonsten ein wildromantisches Rinnsal – mehrfach über die Ufer und überflutete weite Teile des Dorfes. Würde ein sogenanntes Jahrhundert-Hochwasser die Tourismus-Gemeinde ein weiteres Mal heimsuchen, würden im Kerngebiet der Kommune rund 100 Anwesen im Überschwemmungsgebiet liegen. Das ergeben Berechnungen des beauftragten Ingenieurbüros Kokai aus Polling.

Wie soll’s nun im innerörtlichen Bereich mit der Kranzbach-Zähmung weitergehen? Diese Frage beantwortete Kokai-Mitarbeiter Max Weiß. Ihm zufolge sollen auf einer Länge von etwa 600 Metern die Schwachstellen des Bachlaufs teils mit Flussbausteinen entschärft werden. Ein besonders neuralgischer Punkt befindet sich am Durchlass beim Café Kranzbach. Dort müssen zwingend die verschlissenen Rohre durch größere Exemplare ersetzt werden. Das Dumme daran: Dazu muss die viel befahrene Walchenseestraße (B 11) schätzungsweise für mehrere Wochen in eine Baustelle umgewandelt werden. Denn genau unter dieser Trasse fließt der unterirdische Kranzbach. Auch jenseits der B 11 muss sich der Bautrupp durch einige diffizile Engstellen arbeiten. „Das wird für die Anlieger schon eine gewisse Belastung mit sich bringen“, prophezeit Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) das Unausweichbare.

Alternativlos

Doch er und die zwölf Gemeinderäte sind sich einig: Zu dem Projekt, das mit Bruttokosten von 1,2 Millionen Euro taxiert ist, gibt es keine Alternative. Kein Wunder also, dass es mit 13:0 Stimmen von allen mitgetragen wurde.

Erfreulich ist, dass der Freistaat ein Vorhaben dieser Dimension üppig bezuschusst. 60 Prozent (720 000 Euro) der Investition können voraussichtlich über Fördermittel abgedeckt werden. Verbleibt für Krün ein Rest von ungefähr 480 000 Euro. Vorausgesetzt, es entstehen keine Komplikationen.

Im Zuge der Maßnahme am Kaffehaus soll zudem eine Querungshilfe – unter anderem mit einer kleinen Verkehrsinsel – realisiert werden. Hier geht der Rathauschef von Kosten in Höhe von 120 000 Euro aus. Die Zeit soll heuer für Bürgerinformation, Planung und Ausschreibung genutzt werden. Im Frühjahr 2021 soll’s dann losgehen. „Das wäre das Ziel“, sagt Schwarzenberger.

Insgesamt verschlingt das Unternehmen Kranzbach bis zu 4,3 Millionen Euro. Geld, das nicht nur im Dorf, sondern auch nahe der Weiler Tenn- und Barmsee ausgegeben wird – beispielsweise für das Rückhaltebecken am Barmsee. Klappt alles wie geplant, könnte dessen Umsetzung 2023/2024 erfolgen.

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