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Hellhörig geworden: Landtagsabgeordneter Andreas Krahl.

Ortstermin mit Landtagsabgeordneten

Fischsterben: Grüne entdecken die Isar

  • vonChristof Schnürer
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Das Massensterben von Wasserlebewesen in der Isar soll ein Ende haben. Deshalb wollen sich grüne Landtagsabgeordnete in Krün ein Bild machen.

Oberes Isartal – Das jüngste Fischsterben in der Isar hat nicht nur das Bayerische Fernsehen („Quer“) und Isarindianer Willy Michl aufgeschreckt. Die Tragödie hallt sogar bis ins Maximilianeum – zumindest in die Räume der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. „Alle an einen Tisch bringen und eine passable Lösung finden“, bringt es der Abgeordnete Andreas Krahl auf den Punkt.

Mit anderen Worten: Die Grünen haben die Isar entdeckt. Was Hans Schanderl, Sprecher des Kreisfischereivereins Garmisch-Partenkirchen, nur begrüßen kann. „Es schadet nicht, wenn sich auch die einsetzen, das Ganze ist ja schließlich ein grünes Thema.“ Nicht zuletzt deshalb hat Krahl im Verbund mit Fraktionskollegen Christian Hirneis, Kreisvorsitzender des Bund Naturschutz in München, einen Ortstermin in die Wege geleitet. Dieser steht am Freitag, 17. Juli, in Krün auf der Agenda. Eingeladen sind neben Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU) noch Landrat Anton Speer (Freie Wähler), Roland Kriegsch und Johannes Riedl (beide Wasserwirtschaftsamt), Dr. Bernhard Gum (Fischerei-Fachberater beim Bezirk Oberbayern), Hans Schanderl und Günter Hensel (Kreisfischereiverein) sowie Theodorus Reumschüssel, der Pressesprecher von Kraftwerksbetreiber Uniper.

Letzterer betont: „Wir sind gerne Teil der Lösung.“ Diese kann für Schanderl nur in einem Kiesfang oberhalb des Krüner Wehrs liegen. Getreu dem Motto: Ist oben das Gestein draußen, kann es bei der nächsten Spülung nicht mehr durch die Schleusen. Dann fällt auch die Isar unterhalb des Wehrs nicht mehr so oft trocken, und den Fischen bleibt genug Wasser.

Ein Vorschlag, mit dem Schanderl seit Jahren hausieren geht. Einigen soll das mittlerweile zu weit gehen. So wird kolportiert, dass selbst in Fischereikreisen einige das Vorpreschen des ehemaligen Uniper-Mitarbeiters nicht sonderlich behagt. Der Kocheler weiß das. Doch er kann nicht aus seiner Haut. Ihm gehe es um die Sache. Nicht zuletzt Schanderls Beharrlichkeit ist die Fischleiter am Wehr zu verdanken. In puncto Kiesfang weiß er die Forst- und Weidegenossen Krün und Mittenwald auf seiner Seite. In einem Zweizeiler teilt ihm der Krüner Bauernobmann und CSU-Gemeinderat „mit Isar-Gruß“ mit, dass die Weiderechtler „als ebenfalls Leidtragende der Einkiesungen“ den Vorschlag, ein Kies-Absetzbecken im Oberwasser zu realisieren, unterstützen. „Wir werden dies bei gegebenem Anlass den Behörden gegenüber ansprechen und vertreten.“ Beste Gelegenheit dazu bietet sich in wenigen Tagen beim Termin mit den grünen Landtagsabgeordneten. Wie sich der Landrat in dem Spannungsfeld Energie-Erzeugung, Vogel- und Pflanzenschutz und Existenz von Wasserlebewesen verhalten wird, bleibt abzuwarten. „Wir gehen ergebnisoffen in die Diskussion“, bleibt Stefan Scharf, der Sprecher des Landratsamts, vage.

Initiator Krahl sucht jedenfalls den „besten Kompromiss“ bei diesem vielschichtigen Politikum. Der Energiekonzern Uniper, der seit Jahrzehnten die Wasserkraft der Isar zur Stromerzeugung nutzt, möchte sich dem nicht entgegenstellen. „Wir verwehren uns nicht einer technischen Lösung und einer finanziellen Beteiligung“, erläutert Unternehmenssprecher Reumschüssel. „Aber wir können keinen Kompromiss schmieden.“ Möglicherweise ist das Thema Kiesfang auch Gegenstand der Verhandlungen zwischen dem Freistaat Bayern und Uniper. Bekanntlich läuft 2020 die Konzession für den Konzern an der Isar aus.

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