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Nimmt der Kies Überhand, muss ausgebaggert werden.

Stein ins Rollen gebracht

Kies-Streit an der Isar: Warum Streibl dem Krüner Bürgermeister kontert

  • VonChristof Schnürer
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Erst Streibl, dann Schwarzenberger, jetzt wieder Streibl: Bei der Dauer-Debatte um das Kiesgeschiebe in der Isar legt der Landtagsabgeordnete nach.

Krün/München – Dem Ammertaler Florian Streibl, dem Fraktionsvorsitzenden derFreien Wähler, liegt die Isar offenbar am Herzen. Wegen des seit Jahren schwelenden Streits um das dortige Kies-Geschiebe meldet sich der Landtagsabgeordnete erneut zu Wort – als Replik auf die Denkschrift von Krüns Bürgermeister Thomas Schwarzenberger (CSU). Dieser hat sich in dem Schreiben an Streibl deutlich gegen den Kiesfang oberhalb des Krüner Wehrs ausgesprochen.

Woher der Sinneswandel, fragt sich Streibl, der den Rathauschef in seiner jüngsten Pressemitteilung an einen Tagblatt-Bericht vom 11. Oktober 2013 erinnert. Damals äußerte er sich zu dem Vorschlag von Hans Schanderl (Kreisfischereiverein), besagtes Konstrukt oberhalb des Wehrs anzubringen, wie folgt: „Mittlerweile sagt sogar das Wasserwirtschaftsamt, dass das eine Option wäre.“

Versickert Isar, sterben Fische

Weiter geht Streibl nicht auf Schwarzenbergers neue Sichtweise ein, versichert ihm aber, dass man sich demnächst mit dessen Unterlagen „ausführlich“ befassen werde. Gleichzeitig betont der Abgeordnete, dass nicht nur Wallgau und Krün mit Schwierigkeiten an der Isar zu kämpfen haben. „Rund sechs Bürgermeister und zwei Landräte, sowie Fischereivereine sind hier im näheren Umkreis betroffen, welche sich mit Kiesproblemen, Hochwasserschutz, Restwasser oder Trockenfall befassen müssen.“ Für den Fraktionschef der Freien Wähler sollten gerade der Trockenfall der Isar und das damit verbundene Fischsterben unter allen Umständen verhindert werden. „Dies gibt auch eine EU-Richtlinie vor.“ Und nicht nur das: „Auch in der Natura 2000 ist die Durchgängigkeit niedergeschrieben.“ Für den Oberammergauer steht fest, dass sowohl durch eine Kiesentnahme mit Baggern, als auch bei einer Stauwehrspülung, um dadurch abgelagertes Gestein weiter zu transportieren, das Flussbett aufgerissen werde. Die Folge: „Die Isar versickert. Tausende Fische sterben qualvoll.“ Umso mehr setzt Streibl auf einen Runden Tisch aller beteiligten Verbände, Behörden und Gemeinden, „um dabei die Sichtweisen und Probleme von allen Seiten zu hören“.

Kiesbrüter profitieren

Etwa die des Landesbunds für Vogelschutz, dessen Vorstellungen weit von denen der Fischer oder Gemeinden entfernt liegen. So wiederholt LBV-Gebietsbetreuer Michael Schödl via Presse-Mitteilung seine Argumentation. „Kiesbrüter profitieren von der Umlagerung des immer wieder aus den Bergen nachgelieferten Geschiebematerials.“ Wenn alles zuwächst, fänden diese keine Brutplätze mehr. Wenn man nun den Geschiebe-Nachschub von oberhalb stoppt, hätte das Auswirkungen auf den gesamten Wildfluss zwischen Krün und Sylvensteinspeicher. „Dass hier nach Hochwasser oder Geschiebeentnahme die Isar in kurzen Abschnitten trocken fällt, ist eine Folge der gestörten Kiesverteilung und des verminderten Kiestransports durch die Wasserableitung am Krüner Wehr“, bemängelt Schödl. „Bei einer Kiesfalle oberhalb des Stauwehrs würde hier deutlich mehr Kies entnommen, als das aktuell der Fall ist.“

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