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Sie fliegen wieder: Die Pisten-Akrobaten des Krüner Nostalskirennens.

Winterspaß im Isartal

Nostalskirennen in Krün: Erst zu viel Schnee, dann zu wenig

Vor einem Jahr herrschte das Schneechaos im Werdenfelser Land. Dem daraufhin ausgelösten Katastrophenalarm fiel schließlich das Krüner Nostalskirennen zum Opfer. Heuer ist es umgekehrt. Weit und breit keine Flocken in Sicht. Jetzt will man mit Kunstschnee die Barmsee-Gaudi retten.

Krün – Die Verantwortlichen bei den Krüner Junggesellen sind fest entschlossen: Eine erneute Absage soll’s keinesfalls geben.„Am Montag haben wir bei einer Besprechung beschlossen, dass wir das Rennen starten“, teilt Johann Buchwieser mit. Was der Mann vom Organisationskomitee meint? Natürlich das Nostalski-Rennen am Barmsee-Lift, das am kommenden Samstag wieder gestartet werden soll.

Seit 2007 kämpfen sich historisch gewandete Bruchpiloten im Stil der Alpin-Pioniere zum Faschingsauftakt dort den Hang hinunter. Nur einmal musste es abgesagt werden: Das Schneechaos machte den Veranstaltern vor einem Jahr gehörig einen Strich durch die Rechnung.

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Diesmal versinkt Krün alles andere als im Schnee. Was Buchwieser und Co. gar nicht schmeckt, erfreut sich die Brettlgaudi am Barmsee-Gletscher mittelweile überregional großer Beliebtheit. „Angesagt hat sich auch heuer wieder das Bayerische Fernsehen, das zwei ausgesuchte Läufer begleiten will“, verrät Buchwieser. Gemeinsam mit seinen Freunden hat er alle Anstrengungen unternommen, damit der Pistenspaß wieder vonstatten gehen kann. „Unterstützt hat uns dabei seit dem 2. Januar der Gemeinde-Bauhof mit seinem Chef Hansjörg Mayr. Er hat mit zwei Schneekanonen für ausreichenden Untergrund gesorgt.“

Am Mittwochabend haben 15 Junggesellen die Piste gesteckt, am heutigen Donnerstag soll die Schanze und am Freitag der Zielbogen aufgebaut werden. „Am Samstag vor dem Rennen setzen wir dann die Slalomstangen“, ergänzt Buchwieser.

Die 13. Auflage, zu der mehere hundert Schaulustige erwartet werden, scheint also nach Bündelung aller Kräfte gesichert. Die Wagemutigen werden dann ab 12 Uhr in historischer Kluft versuchen, den Halt an der Schnapshütte oder die eingebauten Wellen und die Schanze ohne Kollateralschaden zu meistern. Als Kommentatoren geben in bewährter Manier Max Achatz (als Ex-Skirennläufer Armin Assinger) und Martin Ceeh (als Prinz Hubertus von Hohenlohe) ihren Senf dazu.

Informationen:

Wer mitmachen möchte, kann sich am Renntag bis 11.30 Uhr im Zielraum anmelden. Vorgeschrieben sind Holzskier mit Original-Seilzug oder Lederbindung sowie Lederschuhe. Gewertet werden Damen und Herren in den Kategorien Holzskier mit und ohne Kante. Beim Team-Wettbewerb müssen die vier Teilnehmer – egal wie – ins Ziel kommen. Das Startgeld beträgt zehn Euro und beinhaltet Liftgebühr und Eintritt. Die Siegerehrung steigt um 20 Uhr beim Skifahrerball im Haus des Gastes in Wallgau (Eintritt sechs ro). Für Musik sorgen die Karwendelbuam. Für Zuschauer ist ein kostenloser Shuttlebus-Service eingerichtet. Der Bus startet am Rathaus Wallgau um 11, 11.30, 12, 13, 13.30 und 14 Uhr und in Krün am Café Kranzbach jeweils fünf Minuten später sowie zusätzlich um 12.35 Uhr. Zurück geht es ab 16 Uhr – nach Bedarf alle 30 Minuten.

Wolfgang Kunz

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